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17.02.2016

16:32 Uhr

Börsencrash bei Dax und Dow Jones

Gefahr an den Märkten ist noch nicht gebannt

Haben Börsianer das Schlimmste hinter sich? Immerhin haben die Märkte sich in den vergangenen Tagen merklich erholt. Doch Strategen winken ab. Noch ist kein Boden bei Aktien zu erkennen. Es könnt wieder schlimmer kommen.

Die Skepsis bleibt auch nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage groß. AFP

Ein Händler an der Wall Street

Die Skepsis bleibt auch nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage groß.

DüsseldorfDen Jahresauftakt haben die Börsen kräftig vermasselt. Mit dem Dax ging es seit dem 1. Januar immerhin um 15 Prozent abwärts, der Dow Jones büßte sieben Prozent ein. Die Stimmung ist entsprechend schlecht. Doch mit den Kursgewinnen der vergangenen Tage kam zumindest Hoffnung auf, dass das Schlimmste überstanden sei. Immerhin haben die deutschen Standardwerte binnen einer Woche fast drei Prozent zugelegt und die amerikanischen Dickschiffe gut ein Prozent.

Doch Anleger sollten sich vom jüngsten Erholungstrend an den internationalen Aktienmärkten nicht täuschen lassen, sagt Marcella Chow, Anlagestrategien von JP Morgan Asset Management. Denn eine Bodenbildung sei derzeit nicht zu erkennen. Die Strategin zeichnet ein eher düsteres Bild von den wackligen Märkten und spricht von panischen Investoren, denen sie entsprechend konsequent eine Anleihequote im Portfolio von bis zu 70 Prozent einschließlich amerikanischer Staatanaleihen (US-Treasuries) empfiehlt.

So legen die Deutschen an

Sparbuch und Tagesgeld über alles

Deutsche Anleger bleiben ihrem Sparbuch sowie dem Tagesgeldkonto treu (77,3 Prozent) – und das obwohl zwei von drei Befragten davon ausgehen, dass das niedrige Zinsniveau in Europa noch mindestens drei bis fünf Jahre anhalten wird (65,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgen Aktien bzw. Aktienfonds, in die 26,1 Prozent der Befragten investiert sind. Immobilien- oder Immobilienfondsanlagen halten 19,1 Prozent, Anleihen oder Rentenfonds 12,4 Prozent der Anleger. 9,5 Prozent der Befragten haben derzeit kein Geld in einer der genannten Anlageformen investiert.

 

Quelle: Goldman Sachs Asset Management/TNS Infratest (Oktober 2015)

Sicherheit ist Trumpf

Sicherheit bleibt unverändert das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung über die eigene Geldanlage (61,8 Prozent). Die ständige Verfügbarkeit des Geldes ist 29,4 Prozent der Anleger am wichtigsten, eine hohe Rendite nannten lediglich 6,8 Prozent der Befragten als wichtigstes Kriterium.

Wirtschaftliche Krisen als größtes Risiko

Als größte Risiken für ihre Geldanlage sehen private Investoren wirtschaftliche Krisen (42,9 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Inflation und politischen Krisen (22,1 Prozent bzw. 15,6 Prozent). Staatsverschuldung und Deflation spielen, wie im vergangenen Jahr, eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Frustrierte Sparer, zufriedene Aktionäre

60,4 Prozent der Anleger, die ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto haben, sind eher unzufrieden oder sogar äußerst unzufrieden mit ihrer Geldanlage. Mit ihren Erträgen bei Aktien/Aktienfonds, die gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld bessere Renditen versprechen, sind 69,2 Prozent sehr zufrieden oder eher zufrieden, mit Anleihen/Rentenfonds 62,7 Prozent. Am zufriedensten sind Immobilien- bzw. Immobilienfondsanleger mit ihren Erträgen: Hier geben über drei Viertel der Anleger an, sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein (78,4 Prozent).

Dass sich die Aktienmärkte schnell beruhigen und die Aussichten wieder rosiger werden, sieht Chow derzeit nicht. Das sei erst zu erwarten, wenn die Wirtschaft in China wieder anziehe und die Notenbanken rund um den Globus das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen würden. Vorläufig bleibt die Expertin extrem vorsichtig und versucht, Volatilität so weit wie möglich zu vermeiden.

Weltweit haben sich die Aktienmärkte zwar nach dem teils heftigen Ausverkauf der vergangenen Wochen zwar teilweise wieder erholt, doch viele Börsen sind extrem angeschlagen. Russ Koesterich, globaler Chef-Investmentstratege bei BlackRock, sieht den globalen Aktienmarkt – gemessen am MSCI All Country World Index – klar im Bärenmarkt. Für viele Länder ist das der erste seit fünf oder mehr Jahren. Mangels geldpolitischer Anreize müssten die Unternehmensgewinne steigen, um dem Markt Auftrieb zu geben – angesichts des abnehmenden Wirtschaftswachstums dürfte das aber schwer möglich sein, schreibt er in einem aktuellen Marktkommentar. Vor diesem Hintergrund dürften die Bewertungen weiter sinken, bevor der Boden erreicht ist.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

17.02.2016, 17:05 Uhr

Von solchen " Experten " und " Marktstrategen ", die noch nie ein in ihrem Leben ein Handelsbuch geführt haben, sondern nur darüber reden, kommen bestimmt erst wieder grüne Lichter zum kaufen, wenn die Sahne von den Profis nach oben schon abgeschöpft ist.

Ich habe als selbst. Börsenhändler/Algotrader auch keine Ahnung und handel nur innerhalb des Tages im Sekunden- und Minutentakt hauptsächlich den FDAX. Das Geld anlegen überlasse ich meinen Portfoliomanger. Aber wenn man nicht weiß wie es weitergeht als Anleger, dann kauft man regelmäßig (z.B. monatlich) für die gleiche Summe. Bei fallenden Kursen bekommt man eben mehr und bei steigenden eben wenigen. So einfach ist das.

Herr Rudolf Riedl

17.02.2016, 17:17 Uhr

Der Dax wird solange fallen, bis er anfängt zu steigen andernfalls geht es in eine Seitwärtsbewegung über................

Die Kurzform des Artikels

Rainer von Horn

17.02.2016, 17:22 Uhr

Ich bewundere Sie!

PS: können Sie mit Ihrem Algotrader auch die eine Billion Euro an faulen Krediten aus dem europäischen Bankensektor löschen und den Ölpreis wieder steigen lassen?

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