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14.05.2011

08:30 Uhr

Börsenguru Felix Zulauf

„Als nächstes ist Italien dran“

VonIngo Narat

Der Euro wird auseinanderbrechen. Das zumindest erwartet der Börsenguru Felix Zulauf. Mit dem Schweizer Investmentbanker sprach das Handelsblatt über seine Börsenerwartungen.

Felix Zulauf Quelle: Pressebild

Felix Zulauf

FrankfurtHerr Zulauf, Sie waren immer ein großer Kritiker des Euros. Wie geht die Krise weiter?

Felix Zulauf: Nie wurden Schuldenprobleme durch noch mehr Schulden gelöst. In Griechenland spielt sich ein episches Drama ab. Die Griechen sind pleite, die Iren auch, die Portugiesen sind nahe dran.

Wer ist der nächste?

Spanien steht noch gut da, aber die Sache wird wie in Irland ausgehen. Die Spanien-Anleihen werden nicht richtig gepreist. Hier manipuliert die Europäische Zentralbank die Kurse.

Sind damit die Krisenländer abgezählt?

Nein, es fehlt Italien. Die Einlagen der Kunden bei den Banken sinken. Wir erleben einen Bank-Run in Zeitlupe. Die Banken in Italien wie auch in Spanien werden mit immer kurzfristigeren Mitteln refinanziert. Bald wird in Italien der größte Käufer der Staatsanleihen ausfallen. Das heißt: Die Renditen müssen steigen. Und die Bombe in Italien wird noch in diesem Jahr platzen.

Kann der Euro das aushalten?

Nein. Die Märkte wollen ein Aufbrechen des Euros, mit einem Wertverlust von 40 bis 50 Prozent in den Peripherieländern. Die Politiker wollen den Euro retten. Das geht aber nur über eine schwache Währung und hohe Inflation.

Und die anderen Währungen?

Keine ist gesund. Auch der Dollar ist schwach. Nur die Amerikaner glauben, dass sie mit 10 Prozent Staatsdefizit jedes Jahr leben können und die US-Notenbank ihre Bilanz immer weiter ausweiten kann.

Kommentare (26)

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POPPER

14.05.2011, 10:12 Uhr

Man weiß nicht genau welche Interessen der Schweizer Banker hat, aber seine Konklussionen, die er aus den aufgestellten Prämissen zieht, sind volkswirtschaftlich betrachtet falsch. Auch mit Staatsschulden kann man Schuldenprobleme lösen. Es kommt eben darauf an wofür man schulden macht.

Morchel

14.05.2011, 10:24 Uhr

Ja er hat recht. Es gibt keine Lösung mehr werter POPPER weiss nicht erkläre es mir. Also 2 Billionen Staatsverschuldung Deutschlands sind alleine 880 Jahre bedienen der Schulden. Soll ich weiter machen schreibe es bitte dann gebeb ich dir Zahlen da wird dir ganz schnell bewusst das nicht nur die Küche brennt, sondern das gesamte EU - Haus lichterloh.

Account gelöscht!

14.05.2011, 10:42 Uhr

In der Schweiz haben die Bank- und Fondsmanager einen Überblick, woher und wohin wieveil Geld fließt. Man kennt sich und spricht miteinander, vor allem, wenn die Lage unsicher und riskant ist, besonders für einen kleinen Währungsraum mit wachsender Volatilität, wie die Schweiz. In Italien ist seit 20 Jahren realtiv wenig in die Modernisierung der Industrie investiert worden, die Gewinne wurden transferiert - wohin wohl?

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