Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.04.2015

08:46 Uhr

Börsenrally

Aktien verkaufen und Urlaub machen

Die Rally an den Märkten dauert nun schon mehr als sechs Jahre. Vor allem in den vergangenen zwölf Monaten verbuchten Anleger dicke Gewinne. Ein prominenter Experte rät nun, auszusteigen und lange Urlaub zu machen.

Dax ohne Limit

Haben wir eine Dax-Blase?

Dax ohne Limit: Haben wir eine Dax-Blase?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Dubai/DüsseldorfZeit für Gewinnmitnahmen? Zumindest wenn es nach Steen Jakobsen geht. Der Chefvolkswirt von Saxo Bank empfiehlt Anlegern, alle Aktien zu verkaufen, die sie in den vergangenen zwölf Monaten erworben haben. Den Erlös sollten sie als Barmittel halten und sechs Monate Urlaub vom Markt machen. Eine verfrühte Form von „Sell in May and go away“ quasi.

Doch Jakobsen begründet seine Ratschlag nicht mit Saisonalitäten an der Börse sondern mit der Politik der amerikanischen Notenbank. Der wahrscheinliche Anstieg der US-Zinsen werde die Marktvolatilität verstärken und drohe, alle Gewinnen zunichte zu machen, die Investoren in den vergangenen zwei Jahren erzielt hätten, sagte Jakobsen in einem Interview in Dubai. Auch unter einem verlangsamten Wirtschaftswachstum in den USA und China würden Aktieninvestoren leiden. Im vergangenen Jahr hatte Jakobsen einen Rückgang der Ölpreise auf weniger als 80 Dollar je Barrel vorausgesagt.

Dax und deutsche Aktien: Billig, teuer oder fair bewertet?

Dax und deutsche Aktien

Billig, teuer oder fair bewertet?

Gefühlt sind Aktien nach der mehjährigen Rally teuer. Doch sind sie wirklich wert, was sie kosten?

„Reduzieren Sie Ihr Aktienportfolio auf das Niveau, das es am 1. Januar letzten Jahres hatte, halten Sie das Geld in bar und nehmen Sie sich schön lange Sommerferien“, sagte der 50-Jährige, der bei der dänischen Bank auch Investmentchef ist. „Sie werden kein Geld verdienen, aber sie vermeiden das Abwärtsrisiko.“

Die Abkühlung des chinesischen Immobilienmarkts belastet das Wirtschaftswachstum und drückt die Nachfrage nach Kupfer, Stahl und anderen Rohstoffen. Die jüngsten Daten zu den Konsumausgaben aus den USA deuten an, dass der größte Teil der Wirtschaft seinen Schwung womöglich nicht aufrechterhalten kann, nachdem die Ausgaben zuletzt das stärkste Quartalswachstum seit 2006 erreicht hatten.

Aktienkultur in Deutschland

Aktienbesitz

Menschen mit Aktieninvestments im Jahr 2014: 8,4 Millionen

Vorjahr: 8,9 Millionen

Anteil der Bevölkerung über 14 Jahren im Jahr 2014: 13,1 Prozent

Vorjahr: 13,8 Prozent

Investitionsarten

Wie die deutschen Aktionäre investiert sind:

4,3 Millionen Menschen besitzen nur Aktienfonds.

1,6 Millionen Menschen besitzen Aktien und Aktienfonds.

2,5 Millionen Menschen besitzen nur Aktien.

Langfristige Entwicklung

Seit 2001 haben rund 4,4 Millionen Menschen dem Aktienmarkt den Rücken gekehrt.

Aktionärsanzahl 2001: 12,8 Millionen

Aktionärsanzahl 2014: 8,4 Millionen

Aktienbesitz nach Altersgruppen

Das Interesse an Aktien hat in den vergangenen Jahren besonders bei den Jüngeren stark nachgelassen.

Anteil der Aktien- und Aktienfondsbesitzer nach Altersgruppen:

20-29 Jährige: 7,2 Prozent (2001: 17,5 Prozent)

30-39 Jährige: 12,1 Prozent (2001: 27,9 Prozent)

40-49 Jährige: 17,2 Prozent (2001: 25,5 Prozent)

50-59 Jährige: 17,1 Prozent (2001: 24,5 Prozent)

60-69 Jährige: 13,6 Prozent (2001: 14,4 Prozent)

Aktienbesitz nach Beruf

Anteil von Aktienbesitzer nach beruflicher Position:

Leitende Angestellte: 28,4 Prozent

Leitende Beamte: 30,1 Prozent

Selbstständige/Freie Berufe: 26,0 Prozent

Sonstige Beamte: 29,5 Prozent

Öffentlicher Dienst: 22,7 Prozent

Sonstige Angestellte: 14,8 Prozent

Rentner/Pensionäre: 12,3 Prozent

Studenten: 4,3 Prozent

Facharbeiter: 8,9 Prozent

Selbstständige Landwirte: 23,5 Prozent

Schüler: 1,9 Prozent

Sonstige Arbeiter: 4,2 Prozent

Auszubildende: 4,6 Prozent

Aktienbesitz nach Einkommen

Menschen mit höherem Einkommen, haben ein höhere Interesse an Aktien.

Anteil von Aktien und Aktienfondsbesitzern nach Nettohaushaltseinkommen:

750-1.250 Euro: 2,5 Prozent

1.250-2.000 Euro: 6,9 Prozent

2.000-3.000 Euro: 24,6 Prozent

3.000-4.000 Euro: 18,5 Prozent

Über 4.000 Euro: 34,3 Prozent

Aktienbesitz nach Bundesländern

Alte Bundesländer: 13,8 Prozent besitzen Aktieninvestments

Neue Bundesländer: 10,3 Prozent besitzen Aktieninvestments

Gesamt: 13,1 Prozent

Der Wert der weltweiten Aktien ist seit Jahresbeginn bis einschließlich Montag um fünf Prozent gestiegen, so stark wie seit Ende 2013 nicht mehr. Um ihre Volkswirtschaften zu stützen, weiten Zentralbanken von Europa bis Asien ihre Konjunkturpakete aus und lockern ihre Politik. Der S&P 500 Index steht vor einem neunten Quartalsanstieg in Folge - die längste Gewinnstrecke seit 1998.

Die Niedrigzinsen und die Impulse der Zentralbanken dauerten nun schon so lange, dass ihre Fähigkeit, das Wachstum zu stützen, erlahmt sei, so Jakobsen. Die meisten Aktien seien dadurch mittlerweile auch überbewertet. Es gebe noch einige Investmentgelegenheiten in den Bereichen Energie und Bergbau, wo der Mittelabzug im Gefolge des Ölpreisverfalls übertrieben worden sei, sagte er.


Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Michael Müller

02.04.2015, 09:25 Uhr

Es gibt keine Alternative zu soliden Bestandsaktien. Aktien mit einer soliden Dividendenrendite und guten Kurs-Buchwert-Verhältnissen sollten sich auch im o.g. Szenario gut halten, zumal Aktien für mich als Langfristanlagen, ähnlich Immobilien, zu sehen sind. Ich freue mich jedes Jahr über die steigenden Dividendenzahlungen.

Was sind die Alternativen zu Aktien? Gerade in Zeiten steigender Zinsen sind Rentenpapier das pure Gift! Derivate wie Zertifikate etc. sind Wetten gegen die Bank, wobei die Bank immer (!) gewinnt.

Herr Niccolo Machiavelli

02.04.2015, 09:47 Uhr

sie sind voll auf meiner Linie, die ich schon 20 Jahre lang fahre. Trotz aller Turbulenzen bin ich über diesen langen Zeitraum gut damit gefahren. Ich bin eben Investor, und nicht Spekulant.

Bei Empfehlungen selbst ernannter Experten sollte man lieber Augen und Ohren zumachen, ist besser so.

G. Nampf

02.04.2015, 10:31 Uhr

"sell in may and go away" ist eine der älteren Börsenweisheiten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×