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05.09.2013

10:36 Uhr

Börsenrally

Die fetten Jahre sind vorbei

VonJörg Hackhausen

Wer Börsianer oder Bankberater fragt, wie es an den Märkten weitergeht, bekommt meist diese Antwort: nach oben. Dabei ist der größte Teil der Rally schon gelaufen. Sieben Gründe, warum Anleger vorsichtig werden sollten.

Leere Taschen: Immer mehr Banken behandeln zwischenzeitliche Geldnöte kulant. Getty Images

Leere Taschen: Immer mehr Banken behandeln zwischenzeitliche Geldnöte kulant.

DüsseldorfFür die meisten ist es eine gute Nachricht: Nach Jahren der Krise erholt sich die Wirtschaft, etwas schneller in den USA, etwas langsamer auch in Europa. Die schlechte Nachricht: Für Anleger geht die Zeit der schnellen Gewinne damit zu Ende.

Nachdem Handelsblatt Online gestern sieben Argumente präsentiert hat, warum Anleger optimistisch bleiben sollten, stellen wir heute sieben Gründe vor, warum Vorsicht angebracht ist. Entscheiden Sie selbst, wer recht behalten wird: Bulle oder Bär.

Die Aktienmärkte haben einen Aufschwung zu einem guten Teil bereits eingepreist. Die besten Investments macht man eben nicht dann, wenn die Konjunktur brummt, sondern mitten in der Krise.

Das heißt nicht, dass Aktien künftig nichts mehr bringen oder gar ein Absturz unmittelbar bevorsteht. Gerade in der Endphase einer Rally ist oft noch etwas drin. Außerdem schütten die Unternehmen üppige Dividenden aus – auch deshalb sind Aktien einen Blick wert. Dennoch: Es gibt Zeiten, in denen man Gewinne sichern sollte, statt noch die letzten paar Prozentpunkte einer Rally mitzunehmen.

Was 2013 aus 100.000 Euro wurde (1.Halbjahr)

Silber

62.510 Euro

Brasilianische Aktien

73.320 Euro

Gold

74.490 Euro

Russische Aktien

83.690 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

88.730 Euro

Türkische Aktien

90.210 Euro

Bundesanleihen

98.260 Euro

US-Treasuries

98.540 Euro

Sparbuch

100.032 Euro

Tagesgeld

100.930 Euro

US-Dollar

101.220 Euro

Deutsche Aktien

104.360 Euro

Öl (WTI)

105.550 Euro

Japanische Aktien

113.630 Euro

US-Aktien

115.280 Euro

Venezolanische Aktien

151.720 Euro

1. Argument: Die Abhängigkeit von den Notenbanken

Auf dem Höhepunkt der Krise ging es um alles: Die Banken trauten einander nicht, sie verliehen kein Geld, weil sie fürchten mussten, dass ihr Geschäftspartner genauso große Löcher in der Bilanz hatte wie sie selbst. Das Finanzsystem stand vor dem Zusammenbruch. Die echte Wirtschaft stürzte in die Rezession. Allein die Notenbanken konnten dagegenhalten. Sie stellten fast unbegrenzt Geld zur Verfügung.

Das Ergebnis: Der ganz große Crash blieb aus. Die Börsen haben das Niveau vor der Krise längst wieder erreicht. Aber die Geldflut hat die Spielregeln verändert. Nicht wenige Investoren hoffen mittlerweile auf schlechte Konjunkturdaten, weil das bedeutet, dass es noch länger billiges Geld von den Notenbanken geben wird. Ein Ende der Notfallmaßnahmen wäre wünschenswert - nur nicht für die Investoren. Liquidität ist der Stoff, aus dem steigende Kurse gemacht werden.

Eines Tages werden die Notenbanken den Geldhahn wieder zudrehen müssen. Noch ist nicht genau klar wie und wann. Die Federal Reserve hat  im Mai dieses Jahres angedeutet, dass sie ihre Anleihekäufe - immerhin 85 Milliarden Dollar monatlich - zurückfahren wird, wenn die US-Wirtschaft wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Allein diese Ankündigung löste Unruhe an den Märkten aus. Experten rechnen damit, dass die US-Notenbank schon Ende dieses Jahres den Einstieg vom Ausstieg einleiten könnte.

Kommentare (26)

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Scotty

05.09.2013, 10:54 Uhr

Weil die Deutschen neigen sowieso zum Pessimismus, man kann immer ein Grund finden nicht zu investieren.

Freidenker

05.09.2013, 11:05 Uhr

Journalisten scheinen auch schon ziemlich IRRE ZU SEIN! :)

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/geldanlage-jetzt-beginnen-die-fetten-jahre/8701660.html

Stefan

05.09.2013, 11:11 Uhr

Den Zweiteiler finde ich gut, erst Optimismus dann Pessismus. Schön aufgearbeitet.

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