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10.06.2012

13:00 Uhr

Börsenregeln

Gute Anleger sind phantasievoll und weise

VonJessica Schwarzer

An der Börse wird die Zukunft gehandelt. „Beim Kauf einer Aktie muss man Phantasie haben“, lautet deshalb eine alte Börsenweisheit. Wichtig ist aber auch der zweite Teil der Regel, nämlich beim Verkauf weise zu handeln.

Eine farbenfrohe Kurstafel: An der Börse ist auch Phantasie gefragt. AFP

Eine farbenfrohe Kurstafel: An der Börse ist auch Phantasie gefragt.

DüsseldorfDie Börsenstars von morgen zu identifizieren und sie dann, wenn die Kurse heiß gelaufen sind, wieder aus dem Depot zu schmeißen, das ist die große Kunst der Geldanlage. „Beim Kauf einer Aktie muss man Phantasie haben, beim Verkauf Weisheit“ lautet eine alte Börsenweisheit. Klingt logisch und eigentlich auch einfach, doch die wenigsten Anleger – ob nun private oder professionelle – schaffen das. Trotzdem können Experten der Regel einiges abgewinnen.

Beispiele, dass die richtige Eingebung reich machen kann, gibt es viele. „Wer vor vielen Jahren die Phantasie hatte, beispielsweise das Wachstumspotenzial von Apple zu erkennen, brauchte den zweiten Teil der Börsenweisheit bis zum heutigen Tag nicht weiter zu bedenken“, sagt Jean Guido Servais von JP Morgan Asset Management. „Halten und nachkaufen galt die Devise. Nachkaufen, heute noch? Hier braucht es wieder die entsprechende Phantasie. Oder ist es doch weise, die Aktie jetzt besser zu verkaufen, weil die wirtschaftlichen Verhältnisse sich verdüstern?“ Die Antwort auf diese Frage werden die Aktienmärkte und vor allem die Entwicklung des Apple-Kurses in den kommenden Monaten geben.

Auch Max Otte findet diese Börsenweisheit gut, räumt jedoch ein: „Phantasie ist nur der erste Schritt des Kaufs“, sagt der bekannte Professor und Buchautor. Er empfiehlt Anlegern nach Aktien Ausschau zu halten, die andere nicht mögen. Danach lohne es sich zu suchen – und dann antizyklisch zu investieren. Bevor man Geld in die Aktie steckt, kommt aber noch etwas anderes: „ Wenn man interessante Aktien gefunden hat, beginnt das Handwerk: die nüchterne Bewertung“, sagt Otte. „Viele Privatanleger haben nur Phantasie und rennen damit ins Unglück, weil sie Schritt zwei, die nüchterne Analyse, vergessen.“

Vor dem Kauf sollte sich der Anleger einerseits intensiv mit der Aktie und dem dazugehörenden Unternehmen und seiner Wettbewerbssituation beschäftigen und andererseits die aktuelle gesamtwirtschaftliche Marktsituation im Auge behalten.  Bei der Betrachtung des Unternehmens spielen Kennzahlen wie Gewinn, Umsatz, Verschuldungsgrad oder Liquiditätskennzahlen eine wichtige Rolle. „Ein Blick in die Analysteneinschätzung gibt einen Eindruck wie die Experten das Unternehmen bewerten“, so Jean Guido Servais. „Allerdings sollten Anleger auch einen Blick in den Geschäftsbericht werfen und sich kundig machen.“ Weiterhin sei von großer Bedeutung, in welcher Branche das Unternehmen seine Umsätze und seine größten Erträge erzielt und wie es gegenüber seinen Wettbewerbern aufgestellt ist. „Bis hierhin ist die Phantasie noch wenig gefragt“, so Servais. „Erscheinen diese Kennzahlen für ein Investment zu sprechen, mischen wir die nötige Phantasie hinzu, die folgende Aspekte berücksichtigen sollte: Wachstumsperspektiven, Gewinnerwartung und Managementqualität.“

Kommentare (1)

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11.06.2012, 16:35 Uhr

Das dümmste was man machen kann, ist einem Fondsmanager sein Geld anzuvertrauen. Investieren ist das einfachste der Welt, man braucht weder Fantasie noch komplizierte Berechnungen, oder Marktanalysen,um mit Aktien erfolgreich zu sein . Ganz im Gegenteil wer irgendwelche Fantasien nach läuft, wird er definitiv sein Geld verlieren. Das einzige was man braucht ist die Augen offen zu halten und den gesunden Menschenverstand zu benutzen. Gehen Sie durch die Stadt und schauen Sie rum, es fällt Ihnen sofort auf, dass McDonald´s Filialen überall zu sehen sind, in den Flughäfen ebenso. Sie stellen fest, dass die Filialen immer voll sind. Solange McDonald´s Hamburger verkauft, wird dieses Unternehmen nie pleite gehen, oder Verluste machen. Wie ist es mit Coca Cola? Was ist mit Nestle? Was ist mit Kelloggs?
Alles Unternehmen, die seit Jahrzehnten nur Gewinn machen. Sparen Sie Geld, und kaufen Sie einfach pro Jahr Aktien dieser Unternehmen und halten Sie sie für immer. Warren Buffett kaufte vor 25 Jahren die Coca Cola Aktien und hält er sie immer noch, neulich sagte er, dass er es bereue, warum er nicht viel früher die Coca Cola Aktien gekauft hat. Man kann mit diesen Aktien auf langer Sicht sogar alle Krisen überstehen. Ich verstehe nicht warum die Menschen ihr Geld in Gold anlegen, oder irgend welche Fondsmanagern anvertrauen und hohe Gebühren zahlen, anstatt solche Aktien zu kaufen, die alle Krisen bis jetzt erfolgreich überdauert haben, und dabei langfristig weit gestiegen sind. Apple-Aktien würde ich den Leuten überlassen, die viel von Technologieunternehmen-Apple verstehen. Ist keine Aktie für kleine Privatanleger.

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