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02.11.2012

14:00 Uhr

Börsenweisheit

Alte Besen kehren an der Börse besser

VonJessica Schwarzer

Von wegen neue Besen kehren gut! An der Börse sind die alten Besen die bessere Wahl. Das glaubte zumindest Börsenaltmeister André Kostolany.

„Neue Besen kehren gut“, lautet ein altbekanntes Sprichwort. Gilt das auch an der Börse? dpa

„Neue Besen kehren gut“, lautet ein altbekanntes Sprichwort. Gilt das auch an der Börse?

DüsseldorfWenn der neue Chef kurz nach Amtsantritt alles durcheinander wirbelt, kräftig aufräumt und umorganisiert, dann heißt es oft: „Neue Besen kehren gut“. Ein altbekanntes Sprichwort, dass im Job gelten mag, an der Börse aber nicht. Zumindest dann nicht, wenn man André Kostolany glaubt. Der Altmeister der Börse sagte einst: „An der Börse kehrt der alte besser als der neue Besen“. Nun ist der Mann mit der Fliege bekanntlich schon einige Jahre tot und die Börsenwelt dreht sich heute schneller, als noch zu seiner Zeit. Stimmt seine Börsenweisheit also überhaupt noch?

Pauschal lässt sich das nicht so leicht beantworten, meinen die Experten. Einer, der diesem Ausspruch Kostolanys aber einiges abgewinnen kann, ist Christoph Bruns. „Wenngleich Alter per se kein Vorteil an der Börse ist, so ist doch die Erfahrung, die mit dem Alter einher zu gehen pflegt, ein unschätzbarer Wert an den Finanzmärkten“, sagt der Fondsmanager und Chef der Fondsboutique Loys. „Und anders als im Sport, wo mit zunehmendem Alter die Leistungskraft abnimmt, profitieren geistige Betätigungen von zunehmender Erfahrung.“

Bruns verweist denn auch auf eine andere Aussage Kostolanys, nämlich: „Ein Börsianer kann alles verlieren, nur seine Erfahrung nicht“. Ein Satz, der auch Dagmar Rittstieg sofort einfällt. Mit dieser Aussage mache der Börsenaltmeister allerdings auch deutlich, „dass auch alte Börsianer viel verlieren können“, sagt die Partnerin von Lingohr & Partner Asset Management. „Ein erfahrener Börsianer hat natürlich viele Marktphasen erlebt, die sich jedoch niemals in gleicher Weise wiederholen“, ergänzt sie. Es gehe also darum, Parallelen und Unterschiede zu erkennen und im Kontext richtig zu deuten.

„Ein immer wiederkehrendes Muster sind Übertreibungen, die sich aus Gier auf der einen Seite und durch Angst auf der anderen Seite ergeben“, so Rittstieg. Die Nifty-Fifty-Blase in den 70er-Jahren, der Börsencrash 1987, die Krise der US-Sparkassen zu Beginn der 90er-Jahre, die TMT-Bubble zur Jahrtausendwende und in den vergangenen Jahren die Schuldenkrisen bei Immobilien, Banken und Staaten – alle diese Krisen hätten sehr verschiedene Ursachen gehabt.

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