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23.08.2013

13:00 Uhr

Börsenweisheit

Denn sie wissen (nicht), was sie tun

VonJessica Schwarzer

Sie kaufen Produkte, die sie nicht verstehen. Sie investieren in Unternehmen, deren Geschäftsmodelle sie nicht durchschauen. Und sie verlieren Geld. Dabei müssten Anleger sich nur an einen Rat von Warren Buffett halten.

James Dean und Natalie Wood im Film „... denn sie wissen nicht, was sie tun“. dpa

James Dean und Natalie Wood im Film „... denn sie wissen nicht, was sie tun“.

DüsseldorfEigentlich sollte es völlig selbstverständlich sein, dass Anleger nur in Dinge investieren, die sie auch verstehen. Egal, ob in einzelne Unternehmen oder mehr oder weniger komplexe Finanzprodukte – der gesunde Menschenverstand sollte ihnen sagen, dass sie ihre Geldanlage begreifen müssen. Doch spätestens seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers steht fest: Viele Anleger kaufen Produkte, die sie eben nicht durchschauen und deren Risiken sie nicht kennen.

Doch das gilt bei weitem nicht nur für Finanzprodukte, egal ob kompliziertere Zertifikate oder einfachere Fonds beziehungsweise börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) und Anleihen. Es gilt auch für Aktien, wie der weltbekannte Investor Warren Buffett weiß. „Investiere nur in eine Aktie, deren Geschäft du auch verstehst“, ist eine der goldenen Regeln des Börsengurus. Er empfiehlt Anlegern, sich unter den guten Unternehmen die besten herauszusuchen. „Konzentrieren Sie Ihre Investments auf herausragende Unternehmen, die von einem starken Management geleitet werden“, so der Superinvestor.

Oberstes Gebot ist und bleibt aber, dass Investoren das Geschäftsmodell kennen und nachvollziehen können. Als Zielobjekt kommen für Buffett nur Firmen mit einem stabilen Geschäftsmodell und einer relativ leicht zu prognostizierenden Umsatz- und Gewinnentwicklung infrage. Software-, Computer- und Telekom-Unternehmen, die daran scheitern können, dass ihre Führung eine Innovation verpasst oder auf die falsche Technologie setzt, haben ihn eigentlich nie interessiert. Die Firmen, in die Buffett investiert hat, kennt jeder, ihre Produkte auch: Coca-Cola, American Express, Washington Post – um nur einige zu nennen.

„Grundsätzlich sollten Anleger verstehen, welche Chancen und Risiken sie sich mit einem Wertpapier einkaufen“, sagt Christoph Leichtweiß, Geschäftsführer der auf Kapitalmarktthemen spezialisierten Ypos Consulting. Anleger sollten für jede Position in ihrem Depot eine einfache Frage beantworten können: Warum kaufe oder halte ich das Wertpapier? „Da der kurzfristige Kursverlauf einem Münzwurf ähnelt, ist daher das Verständnis für die Folgen einer möglichen Kursbewegung bedeutender als dessen Ursache“, ergänzt er.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

23.08.2013, 13:29 Uhr

"Privatanleger sollten die Finger von Einzelaktien lassen"
Also da meine ich, widersprechen Sie sich aber selbst. Auf der einen Seite nehmen Sie das Beispiel Lehman Brothers, bei denen sich so viel Privatanleger die Finger verbrannt haben, dann empfehlen Sie dem Einzelanleger aber gleich wieder (ETF) Fonds bei dem die meisten aber das Modell genau so wenig verstehen wie die Zertifikate der Lehmann Brothers.
Ich bin der Meinung, wer für wirtschaftliche Vorgänge überhaupt kein Interesse und Kenntnisse hat, sollte ganz die Finger davon lassen. Allen Anderen, die Interesse daran haben, die groben Zusammenhänge kennen, eine eigene Strategie langfristig verfolgen und einen gesunden Menschenverstand besitzen dürfen auch ruhig in Einzelaktien investieren.

wissensmanufaktur_net

23.08.2013, 14:35 Uhr

"Denn sie wissen (nicht), was sie tun"

Wie wahr das doch ist!

Prinzipiell wiederholt sich heute der geschichtliche Ablauf eines zerfallenden Zinssystems.
Ein sicheres Zeichen dafür, dass sich unser verzinstes Geldsystem im Endstadium befindet, sind die bis vor kurzem explodierenden Aktienkurse.

Inzwischen dient nur noch ein Prozent des täglichen Devisenumlaufs von 2.000 Milliarden Dollar dazu, Waren und Dienstleistungen auszutauschen, der Rest ist Spekulationskapital auf der Suche nach immer höherer Rendite.

Entsprechend der Zinseszinsrechnung explodiert auch allerorts die Verschuldung: Staat, Unternehmen und Privathaushalte haben inzwischen bei den internationalen Bankstern einen Schuldenberg von über 6.000 Milliarden Euro aufgetürmt.

Banken schaffen ( Was viele nicht wissen ) Geld aus dem nichts ( per Kredit ) und verschulden/versklaven damit die ganze Menschheit!

Geld entsteht nur über Kredit!

Geld = Schuld

Jeder Euro/Dollar/Yen der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss plus Zinsen an die internationalen Bankster zurückgezahlt werden!
(Privatbanken bzw. deren Eigentümer haben das Geldmonopol!)

Wie bisher immer in der Geschichte werden sich die Ungleichgewichte in immer kürzeren Zeitabständen aufschaukeln, bis das verzinste Schuldgeldsystem zerfällt.

Dabei ist jeder Zusammenbruch größer als der vorhergehende.
Der kommende Crash wird deshalb bedeutend mehr Unheil stiften als die große Depression 1929.

Ein Krieg ist dabei sehr schnell denkbar, wenn ein hochgerüstetes Land unter seinen Zinslasten der Bankster, zusammenbricht und keine andere Möglichkeit mehr sieht, als das Waffenpotenzial zu nutzen.

In unserer hochverschuldeten Welt wird es, wie schon in der Vergangenheit, für die Nationen immer schwerer, in einem härter werdenden Wettbewerb die von den internationalen Bankstern geforderten Zinsen zu erwirtschaften!

Schon allein deshalb muss das Konfliktpotenzial ansteigen.

Account gelöscht!

23.08.2013, 14:49 Uhr

Ja, das klingt immer alles in der Theorie ganz vernünftig. Man muss aber die gewählte Strategie auch durchhalten. Das zu tun, benötigt Zeit. Zeit haben die meisten nicht und auch nicht die Nerven, wenn sie mal mit Ihrem selbst gebastelten Depot ins Minus fahren. Die an den Börsen gehandleten Aktien der UNternehmen müssten langfristig exakt entlang ihrer Gewinnentwicklung eine vergleichbare Kursentwicklung zeigen. Das tun sie aber eben nur ganz langfristig. Allgemeine politische oder wirtschaftliche Unsicherheiten können die tatsächliche Bewertungen der Aktien positiv oder negativ beeinflussen.
Diesen Zusammenhang zu verstehen und dennoch an den langfristigen Erfolg einer Geschäftsidee einer Firma zu glauben ist das Problem. SEtzt wirtschaftliches, fast schon unternehmerisches Denken voraus. Das ist in D leider nicht sehr ausgepägt. Siehe den heutigen Artikel über die eigene Einschätzung was wir Deutschen über Finanzmarkt und Wirtschaft wissen.

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