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02.05.2012

17:42 Uhr

Börsenweisheit

Zeit der Börse den Rücken zu kehren?

VonJessica Schwarzer

Der Blick auf den Kalender zwingt Anleger zum Handeln. Zumindest wenn sie an die alte Weisheit „Sell in May and go away” glauben. Aber erzielen sie wirklich eine Überrendite, wenn sie der Börse im Sommer fernbleiben?

Jetzt Aktien verkaufen und dann ab in den Urlaub? "Sell in May and go away" lautet eine alte Börsenweisheit.

DüsseldorfSommermonate sind keine guten Börsenmonate. Im Sommerloch sind die Umsätze schwach und die Kurse purzeln. Richtig rund läuft es erst wieder im Herbst. Das zumindest besagt die alte Börsenweisheit „Sell in May and go away. But remember to come back in September“. Glaubt man der Regel, dann erzielen Anleger höhere Kursgewinne, wenn sie ihre Aktienbestände im Mai verkaufen und erst im September auf das Parkett zurückkehren.

Der Klassiker unter den Börsenweisheiten ist aber keinesfalls unumstritten. Wie gefährlich ist es, sich auf die alte Regel zu verlassen? Ungefährlich, glaubt Niels Nauhauser. „Das ist eine der wenigen Börsenregeln, die so klar sind, dass man ihren Nutzen wissenschaftlich überprüfen kann“, sagt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Auch für Max Otte steht fest: „In circa drei Viertel aller beobachteten Zeiträume stehen die Börsen im September tiefer als im Mai.“ Die Erklärung dafür sei recht einfach, sagt der Professor und Buchautor, schließlich sei der Sommer die klassische Urlaubssaison. Auch Fondsmanager und Investoren würden dann mit ihren Familien verreisen und eben nicht an der Börse handeln.

Hinzu komme, dass Investoren zum Jahresbeginn traditionell sehr aktiv seien. Nach einigen Monaten gebe es eine „gewisse Abflachung und Ermüdung“. Pünktlich zur Urlaubssaison komme es dann zu Rückschlägen. „Wenn man also jeweils im Mai das Depot auflösen und Ende September zurückkehren würde, könnte man eine Überrendite erzielen“, so Otte. Davon müssten Anleger aber natürlich die Transaktionskosten abziehen. Doch der Börsenexperte räumt ein. „Es funktioniert eben nicht in allen Fällen, so dass man die Strategie über mehrere Jahre eisern durchziehen muss, um in den Genuss der statistischen Überrendite zu kommen.“ 

Nicht viel abgewinnen kann der Börsenweisheit Fondsmanager Christoph Bruns. Der Gründer der Fonds-Boutique Loys ist überzeugt, dass Kalenderzeitregeln lediglich Häufungsbeobachtungen der Vergangenheit sind. „Sie sind wenig fundiert, weshalb sie den Stellenwert von Handlungsheuristiken einnehmen“, sagt er. Heuristik ist die Kunst, mit begrenztem Wissen und wenig Zeit zu guten Lösungen zu kommen.

Kommentare (13)

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Old_Player

02.05.2012, 18:28 Uhr

Der Markt wartet auf gute Nachrichten, dann ist es egal, ob es Mai, Juni oder August ist.

Z.B. wenn die Commerzbank in den kommenden 14 Tagen die 10cent Div. bestätigt.^^ Oder auch nicht ....

Oder vielleicht kommt ja wieder ein 1 Bill. Wachstumspakt...., für die Banken...

manfredauer

02.05.2012, 18:28 Uhr

Ich glaube es echt nicht. Heute morgen hieß es noch, dass es die beste Zeit für Aktien wäre. Einmal ganz abgesehen davon, dass nur Grenzdebile und Vollidioten solche Tipps in ihren Entscheidungen berücksichtigen würden, beschädigt das Ihre Fachzeitschriften-Marke sukzessive und nachhaltig.

Account gelöscht!

02.05.2012, 18:53 Uhr

Zum zocken ist immer eine gute Zeit, zum langfristig anlegen gibts keine dümmere Zeit als jetzt. und in den kommenden 2 Jahren.

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