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28.12.2016

17:37 Uhr

Brasilien

Ein Kursgewinn von über 1000 Prozent

Mit atemberaubenden Wetten auf unbeliebte Aktien macht ein Milliardär aus Brasilien von sich reden. Nun ist der Investor, der als Mysterium in der Finanzwelt von Saõ Paulo gilt, auf Kundenfang.

Blick auf die Paulista Avenue in Sao Paulo. Die Stadt, in der die Firma des „anonymes Milliardärs“ Luiz Alves Paes de Barros ihren Hauptsitz hat. AFP; Files; Francois Guillot

Sao Paulo

Blick auf die Paulista Avenue in Sao Paulo. Die Stadt, in der die Firma des „anonymes Milliardärs“ Luiz Alves Paes de Barros ihren Hauptsitz hat.

Saõ PauloLuiz Alves Paes de Barros gilt als Mysterium in der Finanzwelt von Saõ Paulo. Der 69-Jährige ist in der brasilianischen Stadt bekannt als der „anonyme Milliardär“, weil er still und heimlich ein Vermögen angehäuft hat – indem er auf Aktien setzte, die sonst niemand haben wollte.

Als seine bislang lukrativste Wette gilt Magazine Luiza. Vor einem Jahr begann der Investor über seine Firma Alaska Investimentos den angeschlagenen Einzelhändler zu einer seiner größten Positionen aufzubauen. Ein mutiger Schritt in einem Land, das mitten in einer tiefen Rezession steckte.

Doch Barros’ Courage zahlte sich aus. Der Aktienkurs von Magazine Luiza ist seit dem Rekordtief vor rund einem Jahr um mehr als 1 000 Prozent nach oben geschnellt. Damit entwickelte sich die Aktie am besten am brasilianischen Markt, der seinerseits in diesem Jahr weltweit zu den stärksten gehört.

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Das brachte Alaskas Fonds „Black Master“, den Barros gemeinsam mit den Investoren Henrique Bredda und Ney Miyamoto managt, Rang zwei unter 569 Fonds ein, deren Fokus auf brasilianischen Aktien liegt. Das zeigen Daten des Finanznachrichtenanbieters Bloomberg. Barros’ Fonds erzielte in diesem Jahr einen Ertrag von 143 Prozent. Zum Vergleich: Der brasilianische Leit‧index Ibovespa legte im selben Zeitraum um 33 Prozent zu.

Und dieser jüngste Erfolg lässt die Legenden um einen der berühmtesten – aber medienscheuen – Einzelinvestoren aus Brasilien um die Welt gehen. Zu Beginn seiner Karriere handelte Barros Rohstoffe und war Partner des Hedgefonds-Managers Luis Stuhlberger bei der heutige Credit-Suisse-Vermögensverwaltungstochter Hedging-Griffo. Dann verbrachte er ein halbes Jahrzehnt damit, nur sein eigenes Geld zu investieren, fast ausschließlich in brasilianische Aktien. Pflichtmitteilungen belegen, dass Barros persönlich Aktien im Wert von 1,2 Milliarden brasilianischen Real, umgerechnet 350 Millionen Euro, besitzt.

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Wenn es darum geht, Geld anderer zu verwalten, ist Barros zwar noch eher ein Anfänger. Im Juli 2015 gehörte er zu den Gründern von Alaska. Doch seine Investmentmethode hat sich nicht verändert. Er investiert nur in eine Handvoll Aktien, favorisiert Firmen mit niedriger Bewertung und steigt ein, wenn alle anderen zurückschrecken.

„Geduld zu perfektionieren ist alles, was ich in den vergangenen 50 Jahren gemacht habe“, sagt Barros. „Ich liebe es, wenn sich die Dinge schlecht entwickeln. Wenn es schlecht aussieht, kaufe ich.“
In Interviews erklärt der Vermögensverwalter, was ihn einst zu Aktien wie Magazine Luiza gezogen hatte und warum er Titel wie Fibria Celulose, Braskem, Marcopolo und Vale mag. „Der Markt hat diese Aktien vergessen“, sagt er. „Vale wird nicht für alle eine Katastrophe sein. Wenn die Eisenerz-Preise steigen, wird Vale wieder fliegen.“ Auch eine Beteiligung am Wasserversorger Sanepar hat seine Rendite massiv gestützt. Dessen Kurs hat sich in diesem Jahr fast verdreifacht.

Alaska ist noch immer ein relativ kleiner Spieler auf dem brasilianischen Aktienmarkt. Der Vermögensverwalter beschäftigt elf Leute und managt 1,6 Milliarden Real; drei Viertel des Kapitals gehört Barros persönlich. Nun aber sucht er aktiv nach neuen Kunden. Gefragt nach dem Grund dafür, antwortet er: „Weil ich so positiv bin, dass der Markt steigen wird.“

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