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11.06.2011

15:46 Uhr

Brasilien-Investments

Wie Anleger der Inflation trotzen

Brasilien strebt mit Macht aufwärts. Dennoch sind viele Investoren skeptisch - hohe Inflation und Zinsen schrecken sie ab. Doch wer defensiv anlegt und in die richtigen Bereiche investiert, kann solide profitieren.

Ulrich Stephan (Deutsche Bank) rät zu Bedacht bei brasilianischen Anlagen - doch mit der richtigen Strategie lohnen sie sich in vielen Bereichen. Quelle: PR

Ulrich Stephan (Deutsche Bank) rät zu Bedacht bei brasilianischen Anlagen - doch mit der richtigen Strategie lohnen sie sich in vielen Bereichen.

Es klingt wie ein Anlegertraum: ein Schwellenland, die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt, eine stabile Demokratie dazu, reich an Rohstoffen, mit hohen Unternehmensgewinnen - und einem niedrig bewerteten Aktienmarkt. Dennoch sind Anleger zurückhaltend. Was hält die Investoren davon ab, sich mit Aktien aus Brasilien einzudecken?

Die landesspezifischen Gründe lassen sich in drei Stichwörtern zusammenfassen: Inflation, ein hohes Zinsniveau und die teure Landeswährung. Die Konsumentenpreise werden 2011 voraussichtlich um über sechs Prozent steigen.

Im Kampf gegen die Inflation hat die brasilianische Notenbank den Leitzins seit Jahresbeginn schon dreimal angehoben. Der aktuelle Zinssatz von zwölf Prozent führt zu extrem hohen Realzinsen im Inland. Zugleich lockt er ausländisches Geld an, wodurch der Wechselkurs des brasilianischen Real steigt und die Exporte verteuert werden. Beides belastet die Konjunktur.

Viel hängt davon ab, ob es der Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff gelingt, die Inflation herunterzufahren. Externe Risiken resultieren aus der hohen Abhängigkeit Brasiliens von China als Abnehmer von Eisenerz und anderen Rohstoffen. Eine "harte Landung" der chinesischen Volkswirtschaft, gefolgt von einem Einbruch der Rohstoffpreise, würde Brasilien hart treffen.

Es gibt aber auch gute Gründe, die für brasilianische Aktien sprechen. Der Leitindex Bovespa war Ende Mai mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,4 sehr günstig bewertet. Ich erwarte, dass die Gewinne der Unternehmen 2011 um 15 bis 17 Prozent wachsen. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts ist derzeit stabil mit voraussichtlich 3,6 Prozent in diesem und 4,4 Prozent im nächsten Jahr. Hinzu kommen solide Staatsfinanzen.

Das sind gute Voraussetzungen für einen Aufschwung an der Börse. Es kommt jetzt darauf an, ob es das Land schafft, den starken Real und das Zinsniveau gleichzeitig in den Griff zu bekommen. Eine anhaltend hohe Nachfrage nach Rohstoffen wäre ebenfalls wichtig.

Aktienanleger, die Chancen in Brasilien wahrnehmen möchten, sind zurzeit mit defensiven Titeln gut bedient. Die Sektoren Telekommunikation und Versorger und dividendenstarke Aktien stehen im Vordergrund. Chancen bieten auch Infrastrukturtitel und - in der Hoffnung auf sinkende Inflationsraten - zinssensible Werte aus dem Finanzsektor.

Sobald sich eine positive Entwicklung bei Inflation und Rohstoffnachfrage abzeichnet, werden auch breitere Investments interessant. Anleger können dann neben Brasilien-Fonds auch auf Lateinamerika-Fonds zurückgreifen, in denen das Land dank seiner Wirtschaftskraft meist stark vertreten ist.

Die Anlageempfehlung spiegelt die Einschätzung des Autors wider. Sie ist keine Empfehlung der Redaktion.

Von

Ulrich Stephan

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

11.06.2011, 16:48 Uhr

Diese Anleger sind jene Spekulanten, die ihr überschüssiges Kapital zu Höchstrenditen anlegen; bluten sollen diese Blutsauger, die ihr Blut-Geld an dem Geld der kleinen Leute verdienen!!!

zusammenhalt

11.06.2011, 19:12 Uhr

Wachstum=Zerstörung

Schützt das Landleben!!!

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