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31.01.2013

14:26 Uhr

Bruns Breitseite

Die Aktie ist die Königin der Sachwerte

VonChristoph Bruns

Die Deutschen sind seltsame Anleger. Sie setzen auf Staatsanleihen, Derivate und illiquide Anlagen. Aktien sind ihnen dagegen suspekt. Ein groteskes Verhalten.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Deutschland gilt internationalen Kennern beim Thema Aktienanlage bestenfalls als Schwellenland. Während in den meisten Industrieländern die Aktienanlage zentraler Baustein der langfristigen Vermögensbildung und insbesondere der Altersvorsorge ist, tun sich die Deutschen mit der Beteiligung an börsennotierten Unternehmen schwer. Dieser Befund wird noch grotesker, wenn man bedenkt, wie beliebt Sachwertanlagen wie Immobilien, Gold, Schiffsbeteiligungen, Solaranlagen und Windräder sind. Hier zeigt sich die Lenkungswirkung steuerlicher Rahmensetzungen. Dabei hat die dynamische Sachwertanlage Aktie eine überlegene Historie und viele klare Vorteile gegenüber den vorgenannten Anlagen auf ihrer Seite.

In den vergangenen sechzig Jahren  hat sich Deutschland zu einem ökonomischen Riesen entwickelt. Wenngleich die Wirtschaftswunderzeiten mit ihren hohen volkswirtschaftlichen Wachstums- und Geburtenraten (man beachte den Zusammenhang beider Größen!) der Vergangenheit angehören, zählt Deutschland zu den wohlhabendsten Ländern der Erde. Geschaffen wurde der materielle Wohlstand in den Unternehmen des Landes. Es gehört zu den zentralen ökonomischen Grunderkenntnissen, dass materielle Werte beziehungsweise Wohlstand nur durch unternehmerisches Tun geschaffen werden. Dass die wohlhabendsten Deutschen ohne Ausnahme durch unternehmerischen Hintergrund zu ihrem Wohlstand gelangt sind, ist kein Zufall. In anderen Ländern finden wir ein ganz ähnliches Bild vor.

Es stellt sich daher die Frage, wie sich Bürger sinnvoll an der Wirtschaft und deren Wertschöpfung sowie ihrer Dynamik beteiligen können. Erst die Existenz von Börsen macht es möglich, Anlegern die Gelegenheit zu bieten, ihr Geld in einem oder mehreren dort notierten Unternehmen eigener Auswahl arbeiten zu lassen. Der inhaltliche Kern der Aktienanlage besteht folglich darin, sich am wirtschaftlichen Lebenswerk der Unternehmer zu beteiligen. Das ist ein Privileg.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

31.01.2013, 15:45 Uhr

Wer Aktie als reinen "Sachwert" bezeichnet (und es selber glaubt) und mit wirklichen Sachwerten vergleicht hat leider nichts verstanden. Zudem hat er Aktien ganz sicher erst nach der Internetblase für sich entdeckt. Ein solch blutiger Anfänger glaubt wohl, mit Aktienkauf wird man Teileigentümer an Grundstücken, Fabrikgebäuden und Produktionsanlagen, die zusmmenaddiert so in etwa den Wert des Aktienbestandes bestimmen (so etwas wie Schulden und Verbindlichkeiten haben Unternehmen ja nicht und imaginäre "Werte" und angeblicher Geschäftsverlauf / vermutete künftige Geschäftsaussichten sind für den Aktienkurs ja bekanntlich völlig unbedeutend).
Soviel Naivität ist einem bekannten und erfahrenen Fondsmanager wohl kaum zuzutrauen - daher hat er offensichtlich andere Motive einen derartigen Blödsinn zu schreiben. Welche das sind, da darf jeder für sich selber überlegen.
Mit dem gleichen Recht könnte man auch einen Artikel schreiben mit dem Titel: "Aktien sind Unternehmensanleihen". Das wäre zwar auch falsch (wenn auch bei Vorzugsaktien zB. graduell weniger falsch), aber in Zeiten eines Anleihenhypes wäre dies sicherlich ein gutes Verkaufsargument. Und was den Aspekt der Sicherheit angeht, der wohl mit dem "Sachwert-Argument" vermittelt werden soll, so sind die "Papierwerte" Unternehmensanleihen sogar sicherer als der "Sachwert" Aktie des betrefffenden Unternehmens.

Account gelöscht!

31.01.2013, 15:56 Uhr

Aktien "saugen" das überschüssige Kapital am Finanzmarkt einfach auf. Das ist wohl ihr grösster Vorteil. Auch kann vorher "Devisen-Konvertiert" werden. Somit freut sich der Dow-Jones, wenn die EZB Geld druckt !! Hauptsache die Inflation wird verhindert und Aktien sind da eine gute Möglichkeit als "langfristiges Verschwindenlassen des Geldes".

Einzig das Kurs-Gewinnverhältnis wird dabei verzerrt und auch gut gelaufene Titel kappen ihre Dividende, denn eine weltweite Rezession haben wir trotzdem.

Aber der Weg EZB druckt Geld -> Dow Jones und Nasdaq steigt - funktioniert. Goldman Sachs und co. kassieren immer mehr Investmentbank-Gewinne ... Als Kleinanleger ist man immer auf der Verliererseite, weil Aktien entweder brutal aufgepumpt oder brutal abgestraft werden. Man ist immer zu früh oder zu spät.

allemeineentchen

31.01.2013, 16:46 Uhr

Diesem Herrn Bruns habe ich schon einmal gesagt : Wenn
sich nicht so eine Überzahl von Gaunern jeder Coleur
auf dem Aktienmarkt tummeln würden, dann könnte sich auch der Kleinaleger mit Aktien anfeunden. Da aber genau die Spekulanten den Markt bestimmen, wird der kleine Sparer von denen bis auf die nackte Haut abgezockt.

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