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23.05.2013

10:23 Uhr

Bruns Breitseite

Die Demographie und das Geld

VonChristoph Bruns

Deutschland gibt jährlich knapp 200 Milliarden Euro dafür aus, die Geburtenrate zu steigern. Vergeblich, der Gesellschaft droht die Vergreisung. Anleger sollten ihre Depots entsprechend justieren.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Bundeskanzlerin Merkel hat den zweiten Demographiegipfel der Bundesregierung benutzt, um für mehr Zuwanderung nach Deutschland zu werben. Damit räumt sie das Scheitern ihrer Familienpolitik auf der ganzen Linie ein. Den Vorgängerregierungen war es keinen Deut besser ergangen.

Wichtiger als derartige Erklärungen sind allerdings die fiskalischen Konsequenzen dieser Einsicht. Die Bundesrepublik gibt im Jahr rund 200 Milliarden Euro für Familienförderung aus. Angesichts der offenbaren Unwirksamkeit dieser Ausgaben in Hinsicht auf die Geburtenrate wäre es nur konsequent, hier den Einstieg in die überfällige Haushaltssanierung zu nehmen. Allerdings sind keine Zeichen erkennbar, denen zufolge ein ernsthafter Sparwillen in Berlin existierte.

Wie nun weiter zu vernehmen war, will die Bundesregierung künftig auf Nettozuwanderung setzen, nachdem das Ziel einer höheren Geburtenrate stillschweigend beerdigt wurde. Allerdings scheint der Regierung nicht hinreichend bewusst zu sein, dass Deutschland für gut ausgebildete junge Leute nicht sonderlich attraktiv ist.

Insbesondere die hohe Abgabenlast in Deutschland dürfte abschreckend auf diese international umworbene Bevölkerungsgruppe wirken. Bis zum Jahr 2025 wird laut Bundesagentur für Arbeit das Arbeitskräftepotential in Deutschland um ca. 6,5 Millionen Menschen auf dann 38 Millionen abnehmen.

Wie diese Lücke geschlossen werden kann, ist schwer zu sehen. Ohne Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum wird diese Entwicklung nicht bleiben. Und am Wirtschaftswachstum hängen Themen wie Staatsverschuldung, Löhne, Aktienkurse und Rente.

Immer weniger lässt sich der Umstand leugnen, dass die demographische Entwicklung in Deutschland umfangreiche Reformen zu ihrer Bemeisterung erfordert. Am wichtigsten wäre der Rückbau des Staates und dessen konsequente Reduzierung auf die Unterstützung der wirklich Bedürftigen.

Kommentare (12)

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Michael

23.05.2013, 10:42 Uhr

"Die Bundesrepublik gibt im Jahr rund 200 Milliarden Euro für Familienförderung aus"

Das hätte ich doch liebend gern einmal Aufgeschlüsselt.

hermann.12

23.05.2013, 10:46 Uhr

Teilweise ist das Geld in der Familienförderung rausgeworfenes Geld. letztlich wird viel bezahlt, nur um keine unbequemen Änderungen vornehmen zu müssen.
Wer Familien fördern will, der muss die vielen Abhängigkeiten von Familien reduzieren, die zwar in guter Absicht eingeführt wurden, aber letztlich mehr Schaden als Nutzen.
wir sind ein Kontrollfreak Land, bei dem die Nachbarn sich in der Mehrheit misstrauisch beäugen. Geschürt durch die Machtansprüche des Staates, der Krakeler nicht ruhigstellt, sondern faule Kompromisse anbietet, die zu dem die Rechtssicherheit untergraben haben.
Gut gemeinte Sicherheitsauflagen, Bildungsvorgaben, die sich alle an äußeren formen orientieren treiben den Aufwand massiv in die Höhe und vermindern massiv die Effektivität.
Ich habe drei Kinder und bereue es bitterlich,nicht wegen der kinder selbst, sondern wegen dem Irrenhaus, das der Staat einem mit seinen "Wohltaten" aufzwingt, die alle nicht funktionsgerecht sind und sein können. schlicht weil nicht betroffene Theoretiker hier ihre Sandkastenspiele austoben, die mehr politischen und Karriereerwägungen geprägt sind als der Zweckdienlichkeit. Pseudokompetenz ersetzt praktische Kompetenz und das gilt nicht nur für die Familienpolitik.

H.

Bmehrens

23.05.2013, 10:50 Uhr

"Kapitalanleger müssen auf demografischen Wandel reagieren"-
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