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30.05.2013

10:12 Uhr

Bruns Breitseite

Die große Zinswende!

VonChristoph Bruns

Nach Jahrzehnten der fallenden Zinsen verdichten sich die Zeichen für einen neuen weltweiten Anstieg. Den Aktienmärkten könnte dadurch Ungemach drohen - auch, wenn Gewinne und Dividenden noch robust aussehen.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Für die Weltfinanzmärkte ist kaum ein Einflussfaktor so wichtig wie die Zinsstrukturkurve. Nach mehr als drei Jahrzehnten fallender Zinsen sowohl am kurzen wie auch am langen Ende des Zinsspektrums verdichten sich mittlerweile die Zeichen einer weltweiten Zinswende.

Seinen intellektuellen Ursprung nahm dieser außergewöhnliche Zinszyklus in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als die Ölpreisanstiege von 1973 und 1979 die westlichen Notenbanken zu höherer Wachsamkeit gegenüber Inflation alarmierten. Allen voran marschierte damals die Deutsche Bundesbank, die sich durch ihr Beharren auf Geldwertstabilität weltweit einen guten Ruf sowie mancherlei Feinde - zumal in Europa - schuf.

In den neunziger Jahren wurde das Erfolgsmodell der unabhängigen Bundesbank zum vielgeachteten Vorbild in der westlichen Welt. Entsprechend sahen die achtziger und neunziger Jahre fallende Zinsen, was insbesondere den Aktienmärkten deutlichen Rückenwind verschaffte. Im Jahr 1981 hatte der Zinsgipfel bei zehnjährigen US-Staatsanleihen bei knapp 16 Prozent Nominalzins gelegen. Zehn Jahre später, 1991, lag dieser Wert bei gut 8 Prozent und zum Jahrtausendwechsel dann bei etwa sechs Prozent.

Seit dem neuen Jahrtausend hat sich die Lage dann jedoch grundlegend verändert. Zuerst wurde die Bundesbank durch die Euro-Einführung im Kern obsolet und in den entscheidenden Funktionen durch die Europäische Zentralbank ersetzt. Ferner sorgten die Terroranschläge vom 11. September 2001 für eine bis dahin ungekannte Geldflutung durch den damaligen amerikanischen Notenbankenpräsidenten Alan Greenspan, der sich weithin als „Magier der Märkte“ gerierte und sich einen entsprechenden Leumund sowie große Beliebtheit bei Börsianern und Immobilienspekulanten erwarb.

Kommentare (11)

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vandale

30.05.2013, 10:29 Uhr

Die Realität, hochverschuldete Staaten die bei einem signifikanten Zinsanstieg in ernste Schwierigkeiten kämen, ist nach wie vor unverändert.

Insofern ist es unrealistisch anzunehmen, dass es in den kommenden Jahren reale Zinsen geben wird.

Die Staatshaushalte Japans und der meisten € Staaten sind hoch defizitär und die Politik unternimmt keine realen Anstrengungen dies zu ändern. In den USA sind die Republikaner die in einer Kongresskammer die Mehrheit haben zum Sparen entschlossen, Präsident Obama möchte am liebsten seine sozialistischen und ökoreligiösen Ideen mit hohen Staatsausgaben weiterverfolgen.

Somit erscheint eine Umkehr hin zu realen Zinsen lediglich im Fall der USA mittelfristig möglich. Allerdings hätte dies eine massive Währungsaufwertung und den Verlust industrieller Wettbewerbsfähigkeit zur Konsequenz.

Die Attraktivität von Aktien wird durch geringfügig höhere Zinsen nicht beeinträchtigt. Signifikant höhere Zinsen sind auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.

Vandale

pkshouston

30.05.2013, 10:30 Uhr

Wird hier von dem Verfasser der Redakteur des Artikels nicht "Hausse" und "Baisse" durcheinander geworfen. "Hausse" ist demnach ein Anstieg, "Baisse" ein Abfall. Der Inhalt des Artikels kommentiert ein moegliches Ende der "Zins Baisse". Es waere schon nuetzlich, wenn Verfasser und Redakteur die Begriffe nicht durcheinander wuerfeln wuerden. PKS

Account gelöscht!

30.05.2013, 11:33 Uhr

'Allerdings hätte dies eine massive Währungsaufwertung und den Verlust industrieller Wettbewerbsfähigkeit zur Konsequenz.'

Ein Dilemma: Wenn alle anderen Währungsräume ihre Volkswirtschaften mit Geld fluten und damit den Wert ihrer Währung drücken. Welche Chancen hat man als Exportnation, wenn man als einzige eine solche Politik nicht verfolgt?

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