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01.08.2013

16:25 Uhr

Bruns Breitseite

Die Theorie der größten Rohstoff-Narren

VonChristoph Bruns

Der Goldpreis bricht ein. Silber ist ebenfalls ein Ladenhüter. Und selbst Kali läuft nicht mehr, wie der Einbruch der Aktien von K+S zeigt. Warum im Rohstoffmarkt der Traum vom Superzyklus zerborsten ist.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Den Rohstoffspekulanten ist die Laune nunmehr vollends verdorben. Zuletzt gerieten die Anbieter von Kali unter kräftigen Abgabedruck, nachdem die russische Uralkali das bestehende Produzenten-Kartell aufgekündigt hat. Außer Rohöl haben damit alle wesentlichen Rohstoffkategorien eine herbe Talfahrt erlebt.

Mit Hebelwirkung mussten die zugehörigen Rohstoffaktien Kursverluste erleiden. Die noch vor nicht zu langer Zeit äußerst beliebten Rohstofffonds und –Zertifikate finden sich mittlerweile auf den hinteren Plätzen der einschlägigen Ranglisten wieder.

Deutsche Anleger können jedoch zweifach durchatmen. Zum einen stehen angesichts der Rohstoffarmut Deutschlands kaum Rohstoffwerte auf dem deutschen Kurszettel und zum anderen sind deutsche Geldanleger ohnehin Aktienmuffel, so dass die weltweit zu verzeichnenden Verluste der betroffenen Aktien eher bei Anlegergruppen ausländischer Provenienz zu verorten sind.

Fallende Rohstoffpreise bergen überdies das Potential sinkender Verbraucherpreise für die Konsumenten. Allerdings kommen solche Entwicklungen durchaus nicht immer beim Endabnehmer an. Man denke hier einmal an den Kaffeepreis, der sich in den letzten zwei Jahren an der Börse mehr als halbiert hat. Mein Kaffee, von dem ich täglich zwei Tassen als Cappuccino des Morgens genieße, ist jedenfalls seither nicht viel günstiger geworden.

Unter den Rohstoffen ragt freilich in seiner wirtschaftlichen Bedeutung das Rohöl hervor. Man könnte geradezu von dem Goliath unter den Rohstoffen sprechen, denn der Ölmarkt übertrifft alle anderen Rohstoffmärkte hinsichtlich seiner Größe um ein Vielfaches. Dort aber sind Zeichen einer Baisse einstweilen nicht auszumachen, wiewohl andererseits das noch vor zehn Jahren modische Gerede vom „peak oil“ zuletzt deutlich verstummt ist. Hier hat die Fracking-Industrie den Pessimisten einen bösen Streich gespielt.

Kommentare (4)

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01.08.2013, 17:05 Uhr

Vielleicht sollte man diesem Experten einfach mal für ein paar Tage die Rohstoffe entziehen. Damit er über den Wert von Wasser und Getreide im Verhältnis zu den anderen "Anlageklassen" wie Schuldscheine die angeblich Zinsen bringen nachdenken kann.

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01.08.2013, 17:57 Uhr

Nur so, aber Rohstoffe als Anlageklasse waren ursprünglich (also in den 90ern) zuallererst mal RohstoffQUELLEN.
"Real Assets" waren also z.B. eine Holzplantage, die jährlich x Festmeter Holz lieferte. Oder eine Kupfermine. Definitiv kein Platz oder Keller, wo Rohstoffe unproduktiv herumlagen.
Quelle: http://www.amazon.de/gp/aw/d/1416544690/

Account gelöscht!

01.08.2013, 17:57 Uhr

Ein Fondsmanager. Soso...Alles klar!!

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