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25.07.2013

16:01 Uhr

Bruns Breitseite

Höhere Renditen müssen her

VonChristoph Bruns

Ausländische Aktionäre profitieren von deutschen Tugenden – und verdienen fürstlich. Deutsche Anleger verschmähen Aktien. Dabei sind gerade sie von der staatlich verordneten finanziellen Repression besonders gebeutelt.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Bayer-Konzern hat in der vergangenen Woche ihr 150 jähriges Firmenjubiläum mit einem Festakt begangen. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte sich eine Teilnahme an der Geburtstagsfeier nicht nehmen lassen. Dergleichen gehört zur Folklore bei Großunternehmen.

Interessant ist nun aber, dass Bayer nur zu 23 Prozent von Deutschen besessen wird. Mehr als 75 Prozent der Aktien befinden sich in den Händen von Ausländern. Ihnen darf man zu ihrer Aktienauswahl gratulieren. Die Bayer-Aktie hat sich nämlich in den vergangenen Jahren famos entwickelt. Hierzu hat auch die Lohn- und Kostendisziplin der Bayer-Mitarbeiter während der Krisenjahre der letzten beiden Jahrzehnte erheblich beigetragen. Das überwiegend ausländische Aktionariat dankt herzlich für diese Tugendhaftigkeit.

Wie sich an diesem Beispiel eindrücklich belegen lässt, funktioniert das Investieren über Landesgrenzen hinweg problemlos. Ausländerhass oder dergleichen sind dem Bereich der Kapitalanlage weitgehend fremd. Faktisch kann sich jeder deutsche Bürger heutzutage weltweit an Unternehmen seiner Wahl beteiligen, egal ob sie Apple, Hyundai, Nintendo, Petrobras, Baidu oder Hennes & Mauritz heißen.

Umso mehr frage ich mich, warum deutsche Anleger die überlegenen langfristigen Anlagechancen bei Aktien im Allgemeinen und bei Bayer im Besonderen verschmähen. Gerade die Deutschen sind doch von der staatlich verordneten finanziellen Repression besonders gebeutelt. Außerdem bedürfen sie angesichts der gefährlichen demographischen Situation dringend höhere Renditen, um ein Polster für den Ruhestand aufzubauen.

Es wird nicht genügen, sich in der üblich gewordenen Internetforen-Jammerei zu ergehen. Die dortige Larmoyanz ist kontraproduktiv; ihr fehlt häufig das konstruktive Element. Vielmehr ist Handeln vonnöten.

Kommentare (6)

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Maikel

25.07.2013, 16:29 Uhr

Ich habe mich schon öfters gefragt, warum es, z.B. statt Riester, keinen deutschen Staatsfonds / Pensionsfonds o.ä. gibt.

Es ist ja nicht jedem Einzelnen gegeben, mit Aktien zu handeln, das könnte solchen Bürgern ein Staatsfonds abnehmen, wie es sie in vielen Ländern gibt; nicht nur Norwegen und China, sondern auch z.B. Chile und Aserbaidschan haben einen.

Account gelöscht!

25.07.2013, 17:11 Uhr

Wenn wir einen Staatsfond hätten, würde Herr Schäuble sicher Möglichkeiten finden, diesen von Anfang an auszuplündern. Dann lieber keinen Staatsfond.

Account gelöscht!

25.07.2013, 17:30 Uhr

Solche Forderungen (ganz unschuldig von interessierten Kreisen plaziert!) kommen in allem Regel am exakt falschen Zeitpunkt. Ein weiterer Hinweis darauf, daß der derzeitige zyklische Bullenmarkt schon langsam Richtung Schlachtung schreitet.

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