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29.08.2013

13:25 Uhr

Bruns Breitseite

Hoffnungen in Europa

VonChristoph Bruns

In Europa deutet sich eine konjunkturelle Wende zum Besseren an. Noch ist es zu früh, um Entwarnung zu geben. Aber die Hoffnung wächst. Auch weil Wirtschaft zu einem nicht geringen Teil Psychologie ist.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Sowohl der stabilisierte Euro als auch die anziehenden Anleihezinsen am langen Laufzeitende der Zinsstrukturkurve haben die jüngsten Konjunkturmeldungen bereits teilweise antizipiert. Auch an den Aktienmärkten wird – ungeachtet der derzeitigen Kriegssorgen um Syrien - eine konjunkturelle Aufhellung erwartet.

Die ungewöhnliche Länge der Rezession in der Euro-Zone ist der Kombination aus Struktur- und Konjunkturkrise geschuldet. Besonders die sogenannten Club-Med-Staaten wie Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal leiden seit Jahren an Wettbewerbsschwäche und ausgeprägtem Missmanagement des Staatswesens. Hinreichender Beleg hierfür sind die chronischen Handelsbilanz- und Haushaltsdefizite in den meisten der genannten Länder.

Aber auch die Niederlande und Belgien haben schwierige Quartale hinter sich. Und auch außerhalb der Eurozone sind derartige Probleme durchaus nicht unbekannt. Großbritannien und etliche Länder Osteuropas kämpfen ebenfalls seit Jahren mit strukturellen Herausforderungen.

Deutschland, das einen wichtigen Teil seiner strukturellen Hausaufgaben mit der Agenda 2010 bereits vor einem Jahrzehnt abgearbeitet hat, steht heute als weißer Ritter vergleichsweise prächtig dar. Gleichwohl wäre es naiv, in allzu großen Jubel auszubrechen. Zu gewaltig sind die Zukunftslasten, die sich unser Land nebst dem kaum zu überschätzenden demographischen Wandel aufgehalst hat.

Dennoch: Es gibt Zeichen der Hoffnung. Viele Unternehmen aus den europäischen Peripherieländern mussten in den letzten Jahren empfindliche Einschnitte vornehmen. Am spürbarsten waren davon die jeweiligen Arbeitsmärkte betroffen, wie an den hohen Arbeitslosenzahlen unschwer abzulesen ist. Ähnlich wie die einschneidenden Arbeitsmarkt- und Renten-Reformen in Deutschland nach dem Platzen der Dot.Com-Blase vor mehr als zehn Jahren sahen sich etliche Staaten in den letzten Jahren genötigt, Wettbewerbsverbesserungen für die eigene Wirtschaft qua Reformen herbei zu führen.

Kommentare (4)

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curiosus_

29.08.2013, 14:31 Uhr

"Optimismus und Mut sind Eigenschaften, bei denen Europa weit hinter den Vereinigten Staaten rangiert."

Na ja, da stellt sich mir die Frage, ob das im Falle der US-amerikanischen Staatsfinanzen und Wirtschaftslage nicht eher Naivität und mangelndes Vorstellungsvermögen ist?

Vielleicht sind die Europäer da einfach realistischer?

Account gelöscht!

29.08.2013, 14:51 Uhr

Die Wachstumsidiotie samt angesschlossenem Zinswucher neigt sich dem Ende (heute erst wieder mit der Meldung, dass die Arbeitslosenzahl steigt) und Herr Bruns sieht Hoffnungen in Europa. Hoffnung ja, in der Menschlichkeit, nur die ist nicht wie der Konsumpf in Zahlen zu messen.

kontrovers

29.08.2013, 15:10 Uhr

Wieviel hat Herr Bruns dafür bekommen diesen Dünnschiss zu schreiben. Der Big Bang kommt. früher oder doch ein wenig später

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