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11.04.2013

11:41 Uhr

Bruns Breitseite

Margaret Thatcher und der Niedergang Großbritanniens

VonChristoph Bruns

Der Niedergang Großbritanniens im vergangenen Jahrhundert hat viele Manager gehabt und setzt sich auch in unserem Jahrhundert – und zwar mit gesteigerter Geschwindigkeit – fort. Unter ihnen ragt neben Winston Churchill vor allem Margaret Thatcher hervor, und zwar keineswegs nur deshalb, weil sie eine Frau war.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Niedergang Großbritanniens im vergangenen Jahrhundert hat viele Manager gehabt und setzt sich auch in unserem Jahrhundert – und zwar mit gesteigerter Geschwindigkeit – fort. Unter ihnen ragt neben Winston Churchill vor allem Margaret Thatcher hervor, und zwar keineswegs nur deshalb, weil sie eine Frau war.

Zwar war ihr das Attribut vergönnt, die erste und auch einzige Premierministerin des Landes gewesen zu sein, jedoch ging sie in die Geschichte ein für ihre Resolutheit, die bisweilen von Halsstarrigkeit kaum zu unterscheiden war. Sie ist obendrein ein blendendes Beispiel dafür, dass Frauen in Führungspositionen scheinbar besonders männliche Stilelemente an den Tag legen müssen, um Erfolg haben zu können. Bundeskanzlerin Merkel eminiert bekanntlich ebenso in vermeintlich männlichen, wenngleich anderen Tugenden. Ihre Sachlichkeit und unhysterische Art würde gar manchen Politiker im In- und Ausland gut zu Gesicht stehen.

Maggie Thatcher besaß einen klaren Kompass und richtete sich ungewöhnlich konsequent danach aus. Sie durchschaute den Kommunismus als Versklavung der Massen durch diktatorische Kader und erkannte die Vorzüge der Marktwirtschaft sehr deutlich. Auch ihre Forderung nach einer breiten Beteiligung der Bevölkerung an der Wirtschaft durch eine Popularisierung der Aktienanlage ist unvergessen.

Mit ihren antikommunistischen Einstellungen hat die Eiserne Lady ganz Europa einen großen Dienst erwiesen. Man darf nicht vergessen, dass in den 1980er-Jahren die dauerhafte Zweistaatlichkeit Deutschlands auch in Westdeutschland zunehmend Mehrheitsmeinung wurde. Kenner werden sich etwa erinnern, dass das DDR-kritische ZDF-Magazin mit Gerhard Löwenthal 1988 abgesetzt wurde, weil die kritische Berichterstattung über das gelbe Elend in Bautzen oder Berlin Hohenschönhausen und so weiter nicht mehr politisch genehm war.

Kommentare (18)

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pro-d

11.04.2013, 12:01 Uhr

Bringen wir es auf den Punkt.

England ist hat über Jahrhunderte die Welt ausgeraubt und geplündert. Das klingt hart, aber ist nun mal so. Selbst in der deutschen, brauen Vergangenheit ist nicht ein Bruchteil so viel gemordet und massakriert worden, als es die Engländer weltweit in ihren Kolonien über Jahrhunderte gemacht hatten. Böse Stimmen sagen, dass England nur eine Piratenbrut ist, die nie gelernt haben, dass man für sein Brot auch arbeitet.

Nun aber ist keiner mehr da, den die Engländer ausrauben können.
Wie man arbeitet, wissen sie auch nicht.

Die Engländer fühlen sich genau so wohl, wie es einem Tiger geht, der sich vegan ernähren soll.

Account gelöscht!

11.04.2013, 12:36 Uhr

Wo ist die Message in diesem Artikel? Ich kann keinen roten Faden erkennen. Daß sich GB im "Niedergang" befindet, ist m.E. durch den Artikel nicht belegt, da schon die Maßstäbe hierfür nicht genannnt werden. Vielleicht sollte der Autor sich mal in die universitären Zentren Oxford und Cambridge begeben. Oder sich von der modernen Architektur Londons inspirieren lassen. "Phantasielosigkeit" ist mir in GB nicht aufgefallen.
Sicher, GB ist wirtschaftlich in einer Umorientierungsphase, ebenso wie Amerika. In Deutschland hat dieser Prozeß noch!!! nicht begonnen. Sich auf die Zukunft vorzubereiten, findet in Deutschland nicht statt, da man Veränderungen ängstlich bis ablehnend gegenüber steht. Ein Land aber, welches sich mit seiner Neuorientierung zumindest ernsthaft beschäftigt, ist meiner Ansicht nach von einem Niedergang weit entfernt.
Ich stimme dem Autor zu, daß GB und D von einer engeren Zusammenarbeit sehr profitieren könnten, da ich die Ähnlichkeiten der Volkswirtschaften und Mentalitäten als größer empfinde als zu den südlichen Euroländern (einschl. Frankreich).

Account gelöscht!

11.04.2013, 12:56 Uhr

Es fehlt nicht nur der rote Faden, es sind auch erhebliche Fehleinschätzungen eingebaut. Es ist immer wieder die Frage, warum ein x-beliebiger Fonds-Manager zu Zeitthemen (hier Maggie Thatcher) eine besonders qualifizierte Meinung haben sollte.

Ich will es Ihnen sagen: Hat er nicht! Maggie Thatcher wird alleine deshalb heute angegriffen, weil sie ein klare Vision hatte und sich nicht von Medien, Fonds-Managern oder anderen Subjekten verbiegen ließ. Es ist geradezu abenteuerlich, wie abwegig die Artikel des HB unmittelbar nach dem Tod von Maggie Thatcher waren. Sogar die Finanzmarktkrise 2009 wollte man ihrer Politik andichten. Ein Scherz! Aber so ist es eben, das HB-Online. Nicht jeden Tag kann man derartige Artikel ertragen, auch wenn sie meistens wegen diverser Fehler erheiternd sind ....!

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