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02.05.2013

12:52 Uhr

Bruns Breitseite

Standortfaktor Steuern

VonChristoph Bruns

Was tun gegen Steuerhinterziehung? Wie können Anleger entlastet werden? Wie bleibt Deutschland konkurrenzfähig? Rund um die Steuergesetze sind aktuell viele Fragen offen. Die Parteien müssen jetzt Farbe bekennen.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Die Bundesrepublik befindet sich inmitten einer Steuerdebatte. Da nahezu alle Bürger von der Steuergesetzgebung mehr oder weniger direkt betroffen sind, ist eine Diskussion über die Besteuerung und die Staatsfinanzen vor anstehenden Bundestagswahlen begrüßenswert.

Für die Parteien besteht in dieser Debatte die Möglichkeit, Farbe zu bekennen. Von dieser Gelegenheit haben die Grünen bereits Gebrauch gemacht, was an sich löblich ist. Bemerkenswert ist obendrein, dass die Grünen für den Fall einer Regierungsübernahme kräftige Steuererhöhungen angekündigt haben.

Wenn man die Historie deutscher Wahlkämpfe zum Maßstab nimmt, dann dürfte die Steuerdebatte überwiegend um die Frage der sogenannten sozialen Gerechtigkeit kreisen. Dabei wären zusätzlich ganz andere Fragen dringend zu klären.

Wie steht es etwa mit den Standortbedingungen Deutschlands im internationalen Steuerwettbewerb? Welchen Einfluss haben Steuern auf die gewünschte Zuwanderung qualifizierter junger Menschen aus dem Ausland? Wie muss das Steuersystem verändert werden, damit die Anreize zur Steuerhinterziehung geringer werden? Was kann auf dem Gebiet der Steuern getan werden, um Deutschlands Kinderarmut entgegen zu wirken?

Wie sollte die Steuerpolitik bei Kapitalanlagen gestaltet werden, damit in Deutschland nicht überwiegend renditeschwache, risikoreiche und staatsgeförderte Anlagen dominieren? Lässt sich die Eigenkapitalfinanzierung künftig der Fremdkapitalfinanzierung steuerlich gleichstellen um etwa Insolvenzgefahren bei Banken und anderen Industrien zu reduzieren?

Könnte das Steuersystem so gestaltet werden, dass stärkere Wachstumsimpulse von ihm ausgehen? Wie kann das Steuersystem deutlich vereinfacht werden? Welche Bagatellsteuern können ersatzlos gestrichen werden?

Kommentare (6)

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vandale

02.05.2013, 14:29 Uhr

Es geht auch anders...

In der Schweiz liegen die Steuersätze bei etwa 1/3 - 1/2 der Deutschen Steuersätze. Ein Arbeitnehmer mit Familie mit ca. 100000€ Einkommen im Jahr kann über etwa 80% seines Lohnes selbst bestimmen.

Es gibt eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur und luxuriöse Sozialleistungen.

In der Konsequenz ist Schwarzarbeit selten, Steuervermeidung für die meisten Privatpersonen kein Thema. Unternehmen wählen häufig einen Unternehmenssitz in steuergünstigen Gemeinden.

Der Haputgrund liegt im politischen System der in Deutschland das wachsen eines ökosozialistischen Komplexes begünstigt hat der sich wie ein nimmersatter Bandwurm vergrössert und die Gesellschaft zu erdrücken droht. Es ist eine mangelnde Identifikation mit dem Staat der es Fr. M. erlaubt mit hunderten-Mrd. € überschuldete Staaten Südeuropas zu alimentieren, Kernkraftwerke zu enteignen, Subventionsversprechen in 3-stelliger Milliardenhöhe für "Erneuerbare Energien" zu verteilen.

Letztlich ist es die Einstellung der Menschen in Deutschland wo man mit Freude extreme Steuern bezahlt um die Welt zu retten.

Vandale

scharfschuetze

02.05.2013, 14:49 Uhr

Und warum kommt kein deutscher Politiker auf die Idee, Deutschland zum Steuerparadies zu machen?
Dann kommen die Fachkräfte, die Investoren, die Kapitalflucht hört auf, unsere Spitzensportler bleiben hier, ALLES WIRD GUT!
Es wär

muunoy

02.05.2013, 15:23 Uhr

Das Problem besteht doch darin, dass diejenigen, welche die Enteignungspläne erstellen, selbst nicht davon betroffen sind. Die Grünen sind die Partei des Öffentlichen Dienstes und des Beamtentums. Es ist doch kein Zufall, dass es ab 60 TEUR Jahresbruttoeinkommen zu drastischen Steuererhöhungen kommen soll. Die übliche Beamtenbesoldung liegt zwischen 50 und 60 TEUR. Dies wohlwissend, dass ein Beamtengehalt von 50 TEUR ungefähr äquivalent zu einem Gehalt von 85 TEUR in der Privatwirtschaft ist. Auch die deutlich höhere Besteuerung von Kapitalerträgen betrifft in erster Linie diejenigen, die selbst für ihre Alter vorsorgen müssen, also Selbständige und Angestellte in der Privatwirtschaft.
Um zu einer rationaleren Politik in Deutschland zu kommen, brauchen wir zunächst einmal eine Beamtenquote in unseren Parlarmenten. Mehr als 10% Beamte als Politiker sind eigentlich unterträglich. Weiterhin sollte das Berufsbild des Politikers abgeschafft werden. Es ist für mich auch unterträglich, dass wir inzwischen so viele Politiker haben, die noch nie einen richtigen Beruf ausgeübt haben und daher die Realität überhaupt nicht kennen. Daher sollte die Amtszeit von Politikern auf max. 3 Legislaturperioden begrenzt werden. Danach müssten sich diese Leute wieder um einen richtigen Job bemühen. Meinetwegen kann es für den Aufwand eine kleine Betriebsrente zusätzlich zu den im Arbeitsleben erworbenen Rentenansprüchen geben. Aber generell sollten alle Politiker und Beamte sich auch um ihre Altervorsorge kümmern müssen. Dann gäbe es diesen Steuerirrsinn nicht mehr.

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