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28.02.2013

14:11 Uhr

Bruns Breitseite

Vom Land, in dem die Zitronen blühen

VonChristoph Bruns

Die Wahl in Italien sorgt für allgemeines Kopfschütteln. Dabei bietet das vermeintliche Chaos einige Chancen. Was die Wahl Anlegern bringt. Und warum sie auf den Dichterfürst Goethe hören sollten.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Die Hochachtung, mit der Goethe von Italien gesprochen hat, ist allgemein bekannt. Jenes Bild, mit dem Goethe Italien im Gedicht beschrieben hat wird heute auf satirische Art und Weise war. In Italien blühen nicht nur die Zitronen, sie regieren auch!

Der Souverän hat gesprochen. Man muss respektieren, dass Italien seine Wahl getroffen hat. Verlierer sind die etablierten Parteien und Mario Monti allen voran. Für die Lebendigkeit der italienischen Demokratie spricht, dass eine neue Partei aus dem Stand ein Viertel der Stimmen bekommt.

Hierin liegt ein deutliches Signal der Unzufriedenheit mit dem Status Quo der letzten Jahrzehnte. Es wäre zu hoffen, dass der ausgedrückte Veränderungswille einen konstruktiven Weg der Entfaltung findet. Nota bene: Man vergleiche die italienische Demokratie einmal mit den USA, wo es ein starres Zwei-Parteien-System gibt, welches jenseits der tradierten Rituale völlig bewegungsunfähig ist.

Für Börsianer stellt sich nunmehr die Frage, wem das Wahlergebnis an den Finanzmärkten schadet und wem es nützt. Die italienischen Medien (Berlusconis Kanäle vor allem) gehören unzweifelhaft zu den Wahlgewinnern. Die entstandene Konstellation bürgt für Sex, Klamauk und Witz. Das neue Spitzenoppositionsduo Grillo und Berlusconi, ersterer Komiker, letzterer altersräudiger Selbstdarsteller, der zudem unter fortgeschrittener Megalomanie leidet, bringen zumindest kurzfristig einen enormen Unterhaltungswert mit sich.

Kommentare (2)

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Sachwertfreund

28.02.2013, 16:05 Uhr

Gedanklich etwas kurz gesprungen, Herr Bruns. Die Vorteile, die Deutschland momentan aus der Eskalation der Eurokrise zieht, sind nicht nachhaltig. Aber ich verstehe, dass Sie als Aktienfondsmanager gemäß ihrer Positionierung argumentieren müssen. Für mich grenzt das an Schleichwerbung. Zumindest fehlt es an Objektivität und Ausgewogenheit. Werbung sollte als solche kenntlich gemacht werden.

3844apt

28.02.2013, 18:30 Uhr

Zumindest in Italien, wo man ihn so nicht gekannt hat, war er nicht mehr so seriös, wie üblich wenn Deutsche nach Italien fahren. Er war einfach ein geiler Bock,wie andere Menschen auch z.B. Politiker.....
Ich lebe nach dem Motto wenn es jückt, muß man kratzen !
Und Sie alter Schwede ?

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