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08.08.2013

12:18 Uhr

Bruns Breitseite

Wie die Lämmer auf der Schlachtbank

VonChristoph Bruns

Durch die Geldpolitik der Notenbanken werden die Sparer in Europa und den USA praktisch enteignet. Zu den größten Leidtragenden zählen die Deutschen. Sie leiden im Stillen, dabei müssten sie dringend handeln.

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

In den vergangenen Tagen haben sich die Notenbanken der westlichen Welt vernehmbar zu Wort gemeldet. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hieß es, die Zinsen würden für eine lange Zeit niedrig bleiben. Gleichlautendes erklang am Mittwoch aus London. Ähnlich ließ sich auch die amerikanische Notenbank FED vernehmen, die aus Angst vor „Disinflation“ an ihrem kolossalen Anleihekaufprogramm von 85 Milliarden US-Dollar pro Monat wohl ohne Abstriche festhalten will.

Per Saldo wird somit der Kurs der sogenannten finanziellen Repression fortgesetzt. Im Kern läuft diese Politik auf die Enteignung der europäischen und amerikanischen Nominalwertsparer hinaus. Besonders deutsche Anleger leiden unter dieser Entwicklung, weil Nominalwertanlagen unverständlicherweise hierzulande besonders beliebt und verbreitet sind. Profiteure des Szenarios sind wunschgemäß zum einen die Banken, dann zum anderen die Gruppe aller Schuldner und schließlich Anleger in Sachwertanlagen wie zum Beispiel Immobilien- und Unternehmensbeteiligungen.

Wenngleich die negativen Realzinsen hier und dort kräftig bejammert werden, kommt es ausweislich der Bundesbank-Statistik nicht zu nennenswerten Vermögensreallokationen. Wer etwa gedacht hätte, die Bürger würden auf die sie betreffende Enteignung mit einer substantiellen Veränderung ihres Anlageverhaltens reagieren, der hat den Langmut der Deutschen unterschätzt. Wie die Lämmer lassen die Einlagen besitzenden Bundesbürger ihr Erspartes zur hoheitlichen Schlachtbank führen. Insofern ist die Anlage-Malaise selbstverschuldet und Mitleid kaum angebracht.

Für die deutsche Bevölkerung rächt es sich jetzt finanziell, dass ihre politischen Repräsentanten ein Steuersystem geschaffen haben, welches Nominalzinsanlagen seit Jahrzehnten gegenüber dynamischen Sachwertanlagen wie zum Beispiel Aktien bevorzugt. Trotz der hinreichend erwiesenen Vorteilhaftigkeit der sinnvoll betriebenen Aktienanlage in der langen Frist scheint dieser Weg den Deutschen mental verbaut zu sein. Dieser Umstand erklärt auch, warum die Mehrzahl der Aktien von Dax-Unternehmen sich in ausländischen Händen befinden.

Kommentare (30)

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08.08.2013, 12:31 Uhr

Zitat : Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hieß es, die Zinsen würden für eine lange Zeit niedrig bleiben.

- man ENTEIGNET uns mit
dem niedrigen Sparzins,
mit unseren Renten ( Riester, etc. sonstige Privatvorsorge, ),
niedrigen Bausparzinsen,
niedriger Verzinsung unserer Lebensversicherungen

Handeln kann nur heißen, WEG MIT DER ENTFESSELTEN EZB,
weg mit der EUtopia !

Abwahl des Gesocks im September !

ALTERNATIV wählen !

Account gelöscht!

08.08.2013, 12:40 Uhr

Alles erklären ist sinnlos Herr Bruns, der deutsche Michel gebildet oder nicht, bleibt was er ist, dumpfbackig und feige. Deutschland wird abkassiert und aufgelöst, das hält keiner mehr auf was soll´s.

HofmannM

08.08.2013, 12:49 Uhr

Weder die Aktie, noch das Edelmetall oder irgendwelche andere Finanzanlgen können eine verfehlte Finanz-Energie-Wirtschaftspolitik weg machen.
Das Übel liegt nicht bei der Anlagestrategie des Bürger, sondern bei einer grottenschlechen Wirtschafts-Energiepolitik.
Der Glaube an eine ökologische frei CO2 Welt und dieser sozialistische Gleichklang ist es, der in Europa und den USA die Wirtschaftswelt und damit die Wertschöpfung lähmt!
Eine Wirtschaft lebt nicht von Energieeinsparungen und grünsozialistischen Auflagen/Verordnungen und Gesetzen.
CO2 Auflagen, EEG, Energieeinsparverordnugen sind die Wahren Gründe für den Niedergang der europäischen und amerikanischen Wirtschaft!
Der Glauben an einen menschengemachten CO2-Klimawandel ist das Übel der Wirtschaftskrise! Die grünsozialistische Denke von Konsumverzicht, kein Wirtschaftswachstum, kein Fortschritt, keine Innovatioen usw. sind der Ausgangspunkt für eine verfehlte Politik!

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