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11.05.2012

01:04 Uhr

Bundesbank-Chef

Inflation in Deutschland könnte höher ausfallen

Wegen einer guten Wirtschaftslage und der niedrigen Arbeitslosigkeit in Deutschland stellt sich Bundesbank-Präsident Jens Weidmann auf eine höhere Inflation ein.

Der Präsident der Bundesbank, Jens Weidmann, in der Zentrale der Bundesbank in Frankfurt am Main. dapd

Der Präsident der Bundesbank, Jens Weidmann, in der Zentrale der Bundesbank in Frankfurt am Main.

BerlinBundesbank-Präsident Jens Weidmann stellt sich auf eine vorübergehend höhere Inflation ein. "Das Stabilitätsziel lautet knapp zwei Prozent für den Euroraum. Deutschland lag viele Jahre unter dem Durchschnitt. Angesichts unserer guten Wirtschaftsentwicklung und der niedrigen Arbeitslosigkeit könnten wir nun zeitweise über dem Durchschnitt liegen", zitierte die "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe) Weidmann in einem Vorabbericht. Höhere Inflationsraten entstünden durch eine gute Konjunktur, betonte der Notenbanker.

Im Rat der Europäischen Zentralbank trete er konsequent für eine Geldwertstabilität im Euro-Raum ein. Entscheidend sei, dass sich die Währungshüter nicht vor den Karren der Finanzpolitik spannen ließen. "Halten wir uns an unsere Prinzipien, dann besteht auch keine Gefahr, dass die Inflation aus dem Ruder läuft."

Reuters hatte zuvor berichtet, dass die Notenbank ihrer Tradition als Hüterin stabiler Preise zum Trotz mittelfristig eine höhere Teuerung hinnehmen will. Aus dem Umfeld von Weidmann hieß es, Deutschland habe in den ersten Jahren der Währungsunion mit Inflationsraten unterhalb der Zwei-Prozent-Marke gelebt, nun könne die stärkste Volkswirtschaft der Euro-Zone auch eine Zeit lang höhere Teuerungsraten verkraften. Derzeit liegt die Teuerung in Deutschland bei zwei Prozent, in der Euro-Zone bei 2,6 Prozent. Fachleute gehen davon aus, dass die Bundesbank für gewisse Zeit sogar mit 2,5 oder 2,6 Prozent leben kann.

Weidmann betonte, die Bundesbank habe ihre Haltung bei den Inflationszielen nicht verändert. "Als Teil des Euro-Systems ist es unser Mandat, die durchschnittliche Inflationsrate im Euro-Raum bei knapp zwei Prozent zu halten. Das kann im Einzelfall aber auch bedeuten, dass die Inflation in Deutschland zeitweise über dem Durchschnitt und gleichzeitig in anderen Euro-Ländern unter dem Durchschnitt liegt", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" den Bundesbank-Präsidenten in einem Vorabbericht.

Von

rtr

Kommentare (8)

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so_what

11.05.2012, 01:45 Uhr

Fakt ist, was hier nicht erwähnt wird, auch nicht von Seiten der Bundesbank:

Vorgestern kam vom IWF die "Empfehlung", also Forderung:

IWF: Deutschland sollte eine höhere Inflation zulassen, um die Krise zu überwinden.

Und:

Der Internationale Währungsfonds (IWF) drängt Deutschland auf weitere strukturelle Reformen sowie eine Stärkung der Binnennachfrage. "Deutschland ist auf dem richtigen Weg, aber es könnte noch mehr tun", hieß es aus IWF-Kreisen in Berlin zum Abschluss der jährlichen "Artikel- IV-Konsultationen".

In seinem Abschlussbericht fordert der IWF ebenfalls größere Anstrengungen bei der Konsolidierung der Landesbanken an. Die Stabilisierung des deutschen Finanzsystems sei angesichts externer Risiken von großer Wichtigkeit.

"Die Perspektiven für eine Erholung in Deutschland sind günstig, aber die Aussichten sind getrübt durch externe Risiken, vor allem durch die wirtschaftlichen Belastungen in einer Reihe von Euro-Ländern", so der IWF.

Seiner Ansicht nach wäre eine sich verschärfende Euro-Schuldenkrise das größte Risiko für die deutsche Wirtschaft. Aber auch eine Abschwächung des globalen Wachstums könnte die Konjunktur belasten."


Wiederholt hängt uns der IWF im Nacken mit ihren Direktiven und wir knicken ein...

AustriaShaggy

11.05.2012, 06:59 Uhr

Inflation ensteht dann wenn mehr Geld gedruckt wird und nicht wenn die Konjunktur anzieht!

JayJay

11.05.2012, 07:22 Uhr

Mit ein klein wenig fängt es an, erst 2,5 % dann sind 3,5 5 i.O. & später sicherlich auch 5 %.
Gefühlt ist es ja sowieso schon bei 5 - 6 % Inflation.

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