Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.12.2014

15:55 Uhr

Bundesbank

Gold-Rückholaktion läuft nach Plan

Gold, das seit Jahrzehnten in Tresoren im Ausland lagert, soll bis 2020 zurückkehren in die Keller der Bundesbank in Frankfurt. Tatsächlich kam die Gold-Verlagerung von insgesamt 674 Tonnen 2013 nur schleppend in Gang.

Spätestens 2020 soll die Hälfte der deutschen Goldreserven in Deutschland lagern. dpa

Spätestens 2020 soll die Hälfte der deutschen Goldreserven in Deutschland lagern.

FrankfurtDas deutsche Gold erregt die Gemüter. Seit Jahrzehnten lagert das Edelmetall der Bundesbank in den Tresoren von Notenbanken in Paris, London und New York. Das hat historische Gründe, und die Frankfurter Bundesbanker hat das nicht gestört: Sie haben keine Zweifel an der Sicherheit ihres Schatzes im Ausland.

Trotzdem haben sie 2013 damit begonnen, tonnenweise wertvolle Barren aus dem Ausland in die Keller in der Frankfurter Zentrale zu bringen. Spätestens 2020 soll die Hälfte der deutschen Goldreserven in Deutschland lagern. Ende 2013 war nicht einmal jeder dritte der Goldbarren in Frankfurt gestapelt. „Wir sind voll im Plan. Das Gold kommt hier an“, sagt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann nun.

Das dürfte viele Deutsche freuen, die den wertvollen Schatz lieber in der Heimat wissen als in der Fremde. Denn die deutsche Öffentlichkeit ist misstrauisch, ob die Barren im Ausland überhaupt vorhanden sind und man im Krisenfall darauf zugreifen kann.

Der Bundesrechnungshof verlangte gar eine genaue Bestandsaufnahme und regelmäßige Kontrollen. Die Bundesbank habe aber nicht etwa auf öffentlichen Druck reagiert, betont Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele: „Das Lagerstellenkonzept beruht auf einer autonomen Entscheidung des Bundesbank-Vorstandes. Diesen Beschluss setzen wir jetzt um.“

Tatsächlich kam die Gold-Verlagerung 2013 nur schleppend in Gang. Von den 674 Tonnen Gold, die bis 2020 aus Paris und New York nach Frankfurt überführt werden sollen, kamen nur 37 Tonnen in Hessen an – fünf davon aus New York, der Rest aus Paris. Die Bundesbank begründete die geringen Mengen mit dem anfangs hohen logistischen Aufwand. Zudem werden die Barren aus Sicherheitsgründen nur in kleinen Tranchen überführt.

Schon 2014 sollte die Mission Gold-Verlagerung Fahrt aufnehmen. Im März hieß es, dass bis Jahresende 30 bis 50 Tonnen Gold aus New York und 50 Tonnen aus Paris nach Frankfurt gebracht werden sollen. Ob das tatsächlich gelungen ist, behält die Notenbank vorerst für sich. Thiele lässt sich bislang nur entlocken, dass die Bundesbank „voll im Zeitplan“ liegt. Eine Sorge kann Thiele den Bürgern aber nehmen: „An der Integrität der Fed bestehen nicht die geringsten Zweifel. Das haben die bisher durchgeführten Transporte bestätigt.“

Kommentare (24)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Anno Nymicus

22.12.2014, 10:06 Uhr

"Daher werden aus den USA nur 300 von mehr als 1500 Tonnen Gold nach Deutschland überführt, die 35 640 Barren in London bleiben unberührt. Das hat handfeste Gründe, wie Thiele betont: „Gold kann im Krisenfall beliehen oder in eine andere Währung getauscht werden. Deshalb bleibt ein Teil des Goldes in den Lagerstätten in New York und London.“"

Logo.

... diese "handfesten Gründe" gelten aber nur für Deutschland.
USA und UK haben diese "handfesten Gründe" wohl noch nicht für sich entdeckt...

... dabei haben gerade diese beiden Kandidaten Handelsbilanzdefizite, und sind in einem Krisenfallszenario sehr viel mehr auf alternative Finanzierung ihrer Bedarfe angewiesen als Deutschland, welches seit Dekaden Überschüsse erwirtschaftet - und sich somit durch diese finanzieren kann.

Und, was sagt uns das?
Richtig ...

Herr Manfred Zimmer

22.12.2014, 10:07 Uhr

"Das deutsche Gold erregt die Gemüter. Seit Jahrzehnten lagert das Edelmetall der Bundesbank in den Tresoren von Notenbanken in Paris, London und New York. Das hat historische Gründe, und die Frankfurter Bundesbanker hat das nicht gestört: Sie haben keine Zweifel an der Sicherheit ihres Schatzes im Ausland."

Das Problem kann man sehen wie man will. Die einfachste Art der Sorge zu begegnen, wäre die Angabe im Geschäftsbericht der Deutschen Bundesbank als Erläuterung zur Bilanzposition "Gold und Goldforderung" "davon: physischer Bestand".

Was kein physischer Bestand ist, kann auch nicht in irgendwelchen Depots lagern.

Herr Helmut Paulsen

22.12.2014, 10:14 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×