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17.11.2014

13:39 Uhr

Bundesbank legt Monatsbericht vor

Maue Aussichten für die deutsche Wirtschaft

Die Bundesbank rechnet auch im Winter mit einer schwunglosen Entwicklung. Damit dürfte Deutschland noch länger als Konjunkturlokomotive Europas ausfallen – obwohl Güter „Made in Germany“ gefragt seien.

Die Ökonomen von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erwarten eine schwunglose Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Reuters

Die Ökonomen von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erwarten eine schwunglose Wirtschaftsentwicklung in Deutschland.

Frankfurt/MainDie deutsche Wirtschaft wird nach Überzeugung der Bundesbank auch im Winter kaum vom Fleck kommen. „Die weiter eingetrübten Geschäftserwartungen und der stagnierende Auftragseingang deuten auf eine schwunglose Wirtschaftsentwicklung in Deutschland mindestens bis zum Jahresende 2014 hin“, erklärte die Notenbank in ihrem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Zwar seien Güter „Made in Germany“ auf den Weltmärkten gefragt, doch fehle es derzeit an kräftigen Impulsen im globalen Handel.

Auch erholten sich große Partnerländer in der Euro-Zone noch nicht spürbar. „Von anderen außenwirtschaftlichen Faktoren wie der erheblichen Abwertung des Euro und dem stark gefallenen Ölpreis könnten allerdings allmählich in begrenztem Umfang belebende Wirkungen ausgehen“, fügten die Bundesbank-Volkswirte hinzu.

Die deutsche Wirtschaft war im Sommerquartal haarscharf an einer Rezession vorbeigeschrammt. Nach dem schwachen Frühjahr, als die Wirtschaft um 0,1 Prozent zum Vorjahr schrumpfte, ist das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,1 Prozent wieder minimal gewachsen. Das kleine Plus war vor allem der ungebrochenen Konsumlust der Verbraucher zu verdanken.

Die Bundesbank erwartet, dass der private Konsum dank der guten Arbeitsmarktlage, der kräftigen Zuwanderung und spürbarer Lohnsteigerungen auch in naher Zukunft der einzige nennenswerte Wachstumstreiber in Deutschland bleibt. Denn während sich die Stimmung in den Unternehmen merklich eingetrübt habe, zeigten sich die Verbraucher bisher unbeeindruckt von den schwächeren Konjunkturaussichten. Sie stuften ihre Einkommensperspektiven und Anschaffungsneigung bis zuletzt ausgesprochen gut ein.

Für und Wider staatlicher Konjunkturprogramme

Weltweite Krisen...

... und sozialpolitische Weichenstellungen der Bundesregierung haben nach Einschätzung von Ökonomen die deutsche Wirtschaft ausgebremst. Auf der IWF-Jahrestagung ist die weltweit lahmende Konjunktur eines der wichtigsten Themen. Soll der Staat bei uns oder anderswo mehr investieren, um gegenzusteuern?

Pro: Mehr Aufträge

Mehr öffentliches Geld etwa für die Sanierung maroder Straßen, den Ausbau moderner Datennetze oder die Energiewende würden Bauwirtschaft und Handwerk Aufträge verschaffen. Das sichert auch Arbeitsplätze.

Pro: Mehr Konsum

Der Staat könnte Steuern und Abgaben senken, damit Haushalte und Unternehmen mehr konsumieren und investieren.

Pro: Mögliche Initialzündung

Idealerweise wird ein staatlicher Investitionsschub zur Initialzündung für die gesamte Konjunktur und bringt den Wachstumsmotor in Schwung.

Contra: „Konjunkturelle Strohfeuer“

Ein Mehr an staatlichen Investitionen ist keine Gewähr für dauerhaftes Wachstum. Kritiker sprechen von „konjunkturellen Strohfeuern“.

Contra: Staat holt Geld an anderer Stelle

Gibt der Staat an einer Stelle mehr Geld aus, muss er dies an anderer Stelle wieder reinholen. Schließlich will die Bundesregierung schon 2015 möglichst keine neuen Schulden machen.

Contra: Steigende Kreditzinsen

Staatliche Konjunkturprogramme können sogar nach hinten losgehen: Die Aussicht auf einen Anstieg des Staatsdefizits könnte die Kreditzinsen steigen lassen und so private Investitionen vermindern.

Hingegen schätzen die Experten der Deutschen Bundesbank die Konjunkturimpulse aus dem Ausland weiter als schwach ein. Ein Grund seien die Folgen der Sanktionspolitik gegen Russland. Eine spürbare Erholung in wichtigen Euro-Partnerländern sei zudem noch immer nicht in Sicht.

Auch die Unternehmensinvestitionen, die die Konjunktur im Sommer erheblich gebremst hatten, dürften sich angesichts der gestiegenen globalen Risiken und der Ungewissheit bezüglich der Folgen wirtschaftspolitischer Maßnahmen erst mit Verzögerung wieder erholen.

Diese Prognose wird auch von der „Konjunkturumfrage Herbst“ bestätigt, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) an diesem Montag veröffentlichte. Demnach wirken sich die schwache Konjunktur im Euro-Raum und der andauernde Russland-Ukraine-Konflikt zunehmend negativ auf deutsche Unternehmen aus. Zudem stellten die Betriebe wegen der hohen Energie- und Arbeitskosten Investitionen zurück. Insgesamt haben sich die Geschäftserwartungen der deutschen Unternehmen für 2015 nach den Angaben spürbar eingetrübt.

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Kommentare (4)

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Herr Thomas Behrends

17.11.2014, 13:51 Uhr

Woher soll denn das sog. "Wirtschaftswachstum" kommen, wenn die internationale Nachfrage nach deutschen Produkten und Dienstleistungen stagniert. Früher gab es ein starkes "Ausgleichsventil", nämlich der Binnenkonsum.

Bricht dieser auch zusammen, kann man nur noch sagen: Gute Nacht Marie !

Account gelöscht!

17.11.2014, 14:28 Uhr

Maue Aussichten für die deutsche Wirtschaft

...........................................

Das Jahr 2015 wird es an die Gesamte " EU " zeigen

wie rasant die Arbeitslosigkeitszahlen steigen werden.

Von wo soll Aufschwung kommen,

wenn man innerhalb der " EU " die stabile Stundenlöhne die es etwa noch in den 90 er gab zerstört hat und die Arbeitnehmer zu " BITTSTELLER VON HARTZ4 TROTZ TEILWEISE VOLLER MONATS ARBEITSEINSATZ " gemacht hat ?

In den 90 er sah man im TV wie die Europäer sich zweimal im Jahr in Schlangen an den EU-Flughäfen standen um Urlaub in und außerhalb der EU zu machen.

Im Jahr 2013 und 2014 sieht man Schlangen überall innerhalb der " EU "
bei den jeweiligen EU-Arbeitsämter...

und statt glücklicher Europäer wie es in den 90er sah,

sieht man Steinewerfender Spanier und überall innerhalb Europas sieht und hört man die WUT DER EUROPÄER GEGEN DIE BRÜSSELER EU-POLITIK.

Dann lassen sich EU-Politiker ohne sich zu schämen...

noch für 300 000 Kanadischen STEUER-DOLLAR

zurück in die EU fliegen

und dieses obwohl es durchaus scheinbar reguläre Flüge gäbe und die Termine doch nicht so kurzfristig waren als von den betroffenen Politiker angegeben.

DANN wird man in der " EU " schlauer und bekommt mit wie einen HERR JUNCKER zuerst vorteile für Geldtransporte nach Luxemburg scheinbar beschaffte und scheinbar angeworben hat ?

Und der gleicher HERR JUNCKER will heute STEUERFLUCHT ABSCHAFFEN ?

Überall ist die Glaubwürdigkeit der EU-POLITIK verloren gegangen,

500 MILLIONEN EUROPÄER können nach so viele Jahre des bestehens der " EU " KEINEN EINZIGEN EU-POLITIKER ALS IDOL BENENNEN !!!!!

Aber die EU bekommt einen Friedensnobelpreis ???

Das ist etwa so wie :

" EINE SCHULKLASSE GIBT DEM SCHLECHTESTEN SICH IM KLASSENZIMMER VERHALTENDEN SCHÜLLER EINE URKUNDE FÜR DEN BESTEN SCHÜLLER DER KLASSE ? "

Niemanden ist mit oder in dieser " EU " ...

mit der " EU " zufrieden oder einverstanden.

Abwarten welche Länder 2015 aus der " EU " aussteigen !

Frau Margrit Steer

17.11.2014, 15:34 Uhr

Noch ist Deutschland an einer Rezession vorbei geschrammt, abr die Rezession wird kommen, das ist so sicher wie das Amen in der kirche.
Wann begriefen unsre gesamten volksverräter eigentlich, dass der Euro der Vernichter Europas ist.
Dann das Gezündel mit Putin und die Sanktionen, die uns selber schaden.
Unsere Politik macht doch nur noch Mist.
Dann dieser antidemokratische und ja, kriminelle, Dreckhaufen in Brüssel. Die Bürger können den Begriff EU nicht mehr hören.
Hinzu kommt gerade aus Detuschland, das Kriegsgezündel. Logisch invensteirt da keiner
Der Euro war für die Bürger eine 1005ige Peiserhöhung, also der Binnenmarkt liegt darnieder.
Wie lange soll das alles noch gehen?
Dann eine Kanzlerin, die mehr Planwirtschaft macht als was anderes.
Es muß das große Aufräumen stattfinden
Sonst finden wir uns in einer 2. Weimarer Republik wieder mit Bürgerkriegszuständen.

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