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09.06.2016

14:58 Uhr

CFA-Titel

Keine Garantie mehr für Gehaltsaufschläge

Der Lehrgang kostet Tausende Dollar – doch was ist ein Abschluss zum Chartered Financial Analyst wert? Eine neue Studie gibt Aufschluss und verrät: Mehr Gehalt bringt er nicht unbedingt.

Verlässliche Schätzungen, in welchem Umfang der CFA-Abschluss für die Bewertung von Investments einen Lebenslauf aufbessert, gibt es nicht. dpa

Manager

Verlässliche Schätzungen, in welchem Umfang der CFA-Abschluss für die Bewertung von Investments einen Lebenslauf aufbessert, gibt es nicht.

New YorkWährend Beschäftigte der Finanzbranche in diesem Monat rund um den Erdball im Juni einen der drei Prüfungsteile für den Abschluss zum Chartered Financial Analyst (CFA) absolvierten, wurde eine Frage nicht gestellt: Ist es das Ganze überhaupt wert?

Die Antwort ist nicht ganz einfach. Verlässliche Schätzungen, in welchem Umfang der Abschluss für die Bewertung von Investments einen Lebenslauf aufbessert, gibt es nicht. Niemand sagt, dass das Zertifikat wertlos ist. Doch Teilnehmer, die meist mehr als 300 Stunden für jede einzelne Prüfungseinheit lernen und zudem tausende Dollar für Gebühren und Lernmaterialen ausgeben, treten zu den Examen trotz ernüchternder Statistiken an. Vier von fünf Menschen, die damit anfangen, brechen ohne Abschluss ab.

Was Investmentbanken in London ihren "Associates" zahlen

Daten / Quelle

Die Daten stammen von der Website emolument.com, die fast 500 Gehälter von "Associates" (Analysten mit einigen Jahren Berufserfahrung bzw. Berufseinsteiger mit MBA-Abschluss) bei Banken in London analysiert hat. Die Daten beziehen sich auf Jahresgehälter für 2015.

Die Daten sind zum Pfund-Kurs im August 2015 umgerechnet.

JP Morgan

Die US-Investmentbank bezahlt ihren Londoner Angestellten im Investmentbanking am meisten: Rund 220.000 Euro inklusive Bonus winken den Bankern dort.

Morgan Stanley

US-Konkurrent Morgan Stanley folgt gleich darauf. Ein Investmentbanker in der Londoner City verdiente 2015 bei der Großbank noch rund 210.000 Euro.

Goldman Sachs

Mit Goldman Sachs stammt auch die dritte am besten zahlende Investmentbank in der Londoner City aus den USA. Gut 200.000 Euro können Banker dort 2015 einstreichen.

UBS

Die UBS zieht mit einem Jahresgehalt von gut 200.000 Euro mit Goldman Sachs gleich.

Credit Suisse

Umgerechnet rund 178.000 Euro zahlt die Credit Suisse den Investmentbankern in der Londoner City.

Deutsche Bank

Umgerechnet gut 175.000 im Jahr können sich Investmentbanker in London bei der Deutschen Bank erwarten.

Barclays

Rund 160.000 Euro bekommen Investmentbanker, die in London bei Barclays arbeiten.

BNP Paribas

Die französische BNP Paribas kommt bei den am besten zahlenden Banken auf Rang zehn. Investmentbankern überweist sie 2015 inklusive Boni rund 160.000 Euro aufs Konto.

Die Chancen für sofortige finanzielle Vorteile nach Bestehen der Prüfungen scheinen eher gering zu sein. Rund 73 Prozent der Stellenangebote, die die Bezahlung thematisieren und auf den CFA-Abschluss verweisen, bieten eine Vergütung von unter 100.000 Dollar. Das geht aus einer Studie des Personalberaters Phaidon International hervor.

Ein Grund für das Rätselraten ist, dass das CFA Institute – das jährlich 260 Millionen Dollar Umsatz erzielt, während es die Prüfungen durchführt – die Vergütung nicht nachverfolgt.

„Es hat definitiv einen Wert, sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer“, sagt Steve Horan, Managing Director bei dem Institut. „Es ist halt einfach nur schwer, das auch zu quantifizieren.“

Er verweist darauf, dass einige Stellenangebot den CFA-Abschluss als bevorzugt oder als vorausgesetzt auflisten. Und einige Studien Dritter würden den Schluss nahelegen, dass es bei Absolventen eine verbesserte Verdienstmöglichkeit gebe.

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