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03.01.2006

12:00 Uhr

Chancen für Investoren

Anleger spekulieren auf Übernahmen

VonChristian Schnell

Viele Anleger setzen mit Beginn des neuen Jahres darauf, dass sich der Aufwärtstrend bei Fusionen und Übernahmen (M&A) in Europa fortsetzen wird, was den Aktien der beteiligten Unternehmen einen deutlichen Kursschub bringen dürfte.

FRANKFURT. Schon jetzt kursieren Namen potenzieller Übernahmekandidaten und solcher, die aktiv auf der Suche nach Verstärkungen sind. Auf welcher Seite dabei ein Unternehmen steht, ist den Spekulanten egal. Aktien beider Seiten versprechen Kursgewinne.

Unter den 18 Branchen, in die an der Börse unterschieden wird, erwartet Nick Nelson von der Schweizer Großbank UBS speziell im Bankensektor eine Beschleunigung der Zusammenschlüsse. „Gerade der europäische Bankensektor ist im Vergleich zu anderen Branchen noch sehr gering konsolidiert“, sagt er. Die ersten drei der Branche – HSBC, Royal Bank of Scotland und UBS – machen derzeit erst ein Drittel der gesamten Marktkapitalisierung aus. Zum Vergleich: Bei Haushaltswaren haben die drei Marktführer einen Anteil von 90 Prozent.

Wie sehr Akquisitionen die Kurse treiben, verdeutlichen die jüngsten Beispiele. Die Übernahme der Hypo-Vereinsbank machte die Unicredito-Aktie mit einem Kursplus von 37,5 Prozent im Jahr 2005 zu einem der erfolgreichsten Werte im für die Euro-Zone maßgeblichen Auswahlindex Euro Stoxx 50. Die Commerzbank verzeichnete durch die Eurohypo-Übernahme in dieser Zeit einen Zuwachs von 71,6 Prozent.

Die beiden Beispiele verdeutlichen aber auch, dass es speziell auf dem deutschen Bankenmarkt leer geworden ist und Übernahmephantasie hier kaum noch vorhanden ist. Dafür umso mehr im restlichen Europa: Der belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis könnte für Markus Plümer von der WestLB in diesem Jahr durchaus mögliches Ziel für einen Konkurrenten sein.

Die französische Société Générale hat sogar ein Zertifikat mit 50 potenziellen europäische Übernahmekandidaten zusammengestellt. Bei genauer Betrachtung werden sich deutsche Anleger aber verwundert die Augen reiben. Neben Linde und MAN stehen dort die Deutsche Bank und die Commerzbank als Übernahmekandidaten.

Deutlich leichter als auf potenzielle Opfer einer Übernahme zu spekulieren, ist es für Anleger, mögliche Interessenten an einer Großakquisition ausfindig zu machen. Während es bei potenziellen Übernahmekandidaten zwei Phänomene gibt – entweder werden Namen wie Linde oder Stada über lange Zeit gehandelt, ohne dass etwas passiert, oder die Übernahme kommt völlig überraschend – sind die Namen potenzieller Interessenten meist kein allzu großes Geheimnis.

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