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16.04.2015

17:32 Uhr

Chefökonom der Weltbank

„Ein Grexit ist eine große Gefahr“

Der Chefökonom der Weltbank fürchtet den Grexit. Sollte Griechenland aus der Eurozone ausscheiden, seien vor allem die politischen Folgen schwerwiegend. Entweder für Griechenland oder die gesamte Währungsunion.

Die Weltbank ist über die Möglichkeit des Währungszonen-Austritts Griechenlands nicht begeistert. Reuters

Besorgt

Die Weltbank ist über die Möglichkeit des Währungszonen-Austritts Griechenlands nicht begeistert.

WashingtonDer Chefökonom der Weltbank, Kaushik Basu, warnt vor den Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone. „Ein Grexit ist eine große Gefahr“, sagte der 63-Jährige Inder im Interview mit dem Handelsblatt. Zwar hatten die Europäer mit dem Rettungsfonds ESM einen „soliden Schutzwall“ für die Finanzmärkte konstruiert.

Sorge bereiteten ihm jedoch die politischen Folgen. „Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder Griechenland stürzt in eine tiefe Krise. Das wird Auswirkungen auf die Nachbarstaaten haben. Oder aber Griechenland ergeht es ohne Euro überraschend gut. In diesen Fall werden andere Schuldenländer die Angst vor dem Euro-Austritt verlieren und Konflikte mit den Gläubigerstaaten suchen.“ In diesem Fall geriete die Statik der gesamten Rettungspolitik ins Wanken.

Beschlüsse der Euro-Gruppe zu Griechenland

Euro-Gruppe und Griechenland

Die Euro-Gruppe und Griechenland haben sich vergangenen Freitag im Schuldenstreit grundsätzlich geeinigt und die nächsten Schritte für weitere Finanzhilfen an Athen vereinbart. Konkret soll das aktuelle Hilfsprogramm um vier Monate bis Ende Juni verlängert werden. Erst wenn das aktuelle Programm erfolgreich abgeschlossen ist, sollen die restlichen Hilfsgelder der Europäer ausgezahlt werden. Die Vereinbarungen und der Fahrplan:

Reformliste

Bis Montag (23.2) sollte die griechische Regierung eine erste Liste mit Reformen präsentieren, die auf den bereits bestehenden Vereinbarungen basieren. Athen kann durchaus Maßnahmen austauschen, soweit Haushaltsziele nicht gefährdet sind.

Die „Institutionen"

Die „Institutionen“ - gemeint sind die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) - werden die erste Reformliste bewerten. Am Dienstag (24.2.) beraten dann die Finanzminister der Euro-Gruppe in einer Telefonkonferenz, ob sie einer Verlängerung zustimmen. Bis Ende April muss Athen eine endgültige Aufstellung ihrer Reformpläne vorlegen.

Das „Programm“

Das „Programm“ wird auf griechischen Wunsch offiziell nur noch „Master Financial Assistance Facility Agreement“ (MFFA) genannt. Wenn die „Institutionen“ und die Euro-Partner die erste Reformliste billigen, kann eine viermonatige Verlängerung des aktuellen Hilfsprogrammes der Europäer offiziell beschlossen werden. Ohne Verlängerung läuft das schon einmal gestreckte Programm am 28. Februar, um 24.00 Uhr, aus. Unter anderem der Bundestag muss einer Verlängerung zustimmen - voraussichtlich an diesem Freitag.

Reformzusage

Athen hat sich verpflichtet, Reformen nicht einseitig ohne Absprache mit den „Institutionen“ zurückzunehmen. Grundlage sind die bisherigen Auflagen, wobei die „bestehende Flexibilität bestmöglich“ genutzt werden soll. Die Athener Regierung darf keine Maßnahmen ergreifen, die die finanzielle Stabilität des Landes gefährden. Ziel sei, die Wachstums- und Beschäftigungsaussichten dauerhaft zu verbessern, Stabilität sicherzustellen und den Finanzsektor widerstandsfähig zu machen und soziale Fairness zu steigern, heißt es in der jüngsten Einigung.

Restzahlung

Nur wenn das aktuelle Programm erfolgreich abgeschlossen wird, soll Athen die restlichen Finanzhilfen erhalten. Das kann spätestens Ende Juni/Anfang Juli sein oder - sollte Athen schneller fertig sein - auch vorher. Es geht um 1,8 Milliarden Euro aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF sowie Gewinne der EZB aus dem Verkauf griechischer Staatsanleihen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Die bereits ausgezahlten Kredite zur Stabilisierung der griechischen Banken werden an den Euro-Rettungsfonds EFSF zurück transferiert. Eine Zweckentfremdung soll so vermieden werden. Hier geht es dem Vernehmen nach um etwa 10,9 Milliarden Euro.

Haushalt

Griechenland muss Vorgaben für den Primärüberschuss - also ein Haushaltsplus ohne Zinszahlungen - erfüllen. Für 2015 aber sollen die „wirtschaftlichen Umstände“ berücksichtigt werden. Eine genaue Vorgabe für 2015 gibt es nicht. In den Folgejahren muss das bisherige Ziel von 4,5 Prozent der Wirtschaftsleistung eingehalten werden.

Mit Sorge betrachtet die Weltbank die Normalisierung der Geldpolitik in den USA, die zu einer Kapitalflucht aus Entwicklungsländern geführt habe. Basu rät der US-Notenbank Federal Reserve, die geplante Zinsanhebung nicht zu überstürzen. „Dies könnte den Aufschwung ersticken.“ Die Weltbank hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 extreme Armut auf dem gesamten Globus zu überwinden.

Die fallenden Rohstoffpreise erleichterten ihr die Arbeit, insbesondere in Südasien. In Afrika hingegen könnte die Entwicklung die Armut vergrößern. „Viele Länder sind fast vollständig von Rohstoffen abhängig. Wir müssen den Länder helfen, mehr in Gesundheitsschutz und Bildung zu investieren.“

Von

mok

Kommentare (3)

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Herr Alfred W. Bayer

16.04.2015, 18:57 Uhr

Ja, man fragt sich, wie Europa bis zur Einführung des Euro 2002 existieren konnte. Jetzt im Nachhinein stellt sich heraus, dass das gar nicht möglich war. Satire aus !!!

Herr Paul Rimmele

16.04.2015, 21:30 Uhr

Aus der Statement dieses "Quasiökonomewn" wird doch nur eins überdeutlich klar:
das Kapital, d.h. die Fianzkaste hat Schiß Verluste zu erleiden und zwsar diesmal ganz massive.
Die Weltbank und ihre kapiatlhörigen Ökonomen haben sich doch seit jahrzehnten nie ernsthaft
um die Armen dieser Welt gekümmert, sonst würde es kein Palestinaproblem und keine Flüchtlings-
probleme geben. Auch die Feinschaft mit Rußland wäre längst überwunden.
Nein, der Euro ist ein Investiiotionsobjekt der eng zusammenarbeitenden Kasten und muss
schnellstens weg. lNicht nur Griechenland ist ein finanzielles Problem, viele andere werden bald folgen
und das fürchten diese GANOVEN!

Account gelöscht!

16.04.2015, 21:48 Uhr

Diese Schwätzer mit unheilschwangeren Äußerungen fehlen noch zum Begreifen der Machenschaften von Banken, Politik und Geldadel. Das kapitalistische Raubtierverhalten ist einfach perfide und eher dem Teufel verbunden, als der Nächstenliebe. Der frühere Tauschhandel war Gold gegen die Verhältnisse zur jetzigen Zeit. Und ich bin sicher, daß eine bestimmte Vereinigung von Glaubensbrüdern die Ursache allen Übels ist.

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