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13.02.2013

18:03 Uhr

Chefvolkswirt Peter Praet

EZB ermahnt Banken zu mehr Eigenständigkeit

Die Banken sollen unabhängiger von den Krediten der Europäischen Zentralbank werden, mahnt EZB-Chefvolkswirt Peter Praet. Die umfassenden Hilfsmaßnahmen können nicht ewig geleistet werden.

Der Belgier Peter Praet hat sich dafür ausgesprochen, den Markt für Kreditverbriefungen wiederzubeleben. dpa

Der Belgier Peter Praet hat sich dafür ausgesprochen, den Markt für Kreditverbriefungen wiederzubeleben.

LondonDie EZB ermutigt die europäischen Banken, sich vom Tropf der Zentralbank zu lösen. „Die Marktteilnehmer müssen ihre Anstrengungen erhöhen, den Übergang zu einem weniger von der Zentralbank abhängigen und stärker marktbasiertem Finanzsystem zu erleichtern", forderte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet am Mittwoch in London. Die Fortschritte beim Aufbau einer gemeinsamen europäischen Bankenaufsicht und die unkonventionellen Maßnahmen der EZB hätten dafür den Weg bereitet.

Diese unorthodoxen Schritte seien jedoch nur vorübergehender Natur, mahnte der belgische Geldpolitiker. Die Europäische Zentralbank versorgt die Banken mit unbegrenzter Liquidität, doch hat sie die Laufzeit ihrer längerfristigen Kreditlinien bereits von drei Jahren auf maximal drei Monate gekappt.

Praet sprach sich dafür aus, den Markt für Kreditverbriefungen wiederzubeleben. Eine Renaissance des Markts für verbriefte Forderungen (Asset backed Securities, ABS), die als Brandbeschleuniger der Finanzkrise galten, ist nach seiner Ansicht insbesondere für die Finanzierung der Firmen jetzt wieder wichtig.

Kleinere und mittlere Betriebe, die weniger Zugang zu den globalen Finanzmärkten hätten, könnten diesen Weg gehen. Sie hätten damit die Chance, den vielerorts verschärften Kreditbedingungen der Banken in ihren Heimatländern zu entgehen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Mazi

13.02.2013, 21:41 Uhr

Je weniger die Banken aus eigener Kraft unternehmen, desto stärker fällt die Unterstützung seitens der EZB aus. Die Aktivitäten der EZB, der Politiker hat diese so erpressbar gemacht, dass sich die Banken es sich in der Hängematte schon lange bequem machen konnten und machen.

Banken haben keinen Grund dafür, die Worte der EZB ernst zu nehmen.

Vielleicht sollte man im Sinne der Gleichbehandlung von Versicherungen und Banken auch Banken "einen Paragr. 89 VAG" zu verschaffen.

Für diejenigen, die es nicht wissen. Besagter Paragr. räumt der BaFin das Recht ein, Versicherungen die Erbringung von Leistungen zu versagen oder deren Kürzung zu verlangen. Kunden werden gezwungen weiterhin ihre Leistungen zu erbringen, während deren Gegenleistung ausgeschlossen ist.

Wie schön wäre es für die Banken die Bonizahlungen oder die Gelder für "Puffbesuche" einfach aus dem Sparkapital der Kunden zu entnehmen.

Es ist an der Zeit, dass hier "gewaltig dazwischen geschlagen wird". Das Problem ist jedoch, dass bei der Korruptiertheit der Akteure dies als unwahrscheinlich erscheinen muss.

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