Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.08.2016

15:00 Uhr

China

Gehortetes Geld bringt Zentralbank in Bedrängnis

In China horten sowohl Unternehmen als auch Banken Geld, statt es für Zukunftsprojekte auszugeben oder als Kredite in die Wirtschaft fließen zu lassen. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik scheint dennoch unwahrscheinlich.

Die Notenbank sieht Insidern zufolge momentan keinen Grund, die Zinsen oder den sogenannten Mindestreservesatz zu lockern. Reuters

Chinesische Zentralbank PBOC

Die Notenbank sieht Insidern zufolge momentan keinen Grund, die Zinsen oder den sogenannten Mindestreservesatz zu lockern.

PekingIn China wachsen Insidern zufolge Zweifel am Nutzen einer weiteren Lockerung der Geldpolitik. Die Investitionszurückhaltung in großen Teilen der Wirtschaft mache den Verantwortlichen Sorgen, sagten mit geldpolitischen Beratungen der Pekinger Führung vertraute Personen. Sowohl Unternehmen als auch Banken horteten Geld, statt es für Zukunftsprojekte auszugeben oder als Kredite auszureichen. Auch die Entwicklungen in Japan und Europa untermauerten die Auffassung, dass selbst mit einer noch laxeren Geldpolitik die Konjunktur nur schwer in Gang zu bringen sei. Deshalb werde in China eine Zinssenkung nicht für nötig erachtet, solange das Wirtschaftswachstum nicht ernsthaft unter 6,5 Prozent zu fallen drohe.

Investitionen in China: Wachstum so schwach wie seit 16 Jahren nicht

Investitionen in China

Wachstum so schwach wie seit 16 Jahren nicht

Die Anlageinvestitionen in China waren in der Vergangenheit ein entscheidender Wachstumsfaktor – nun steigen sie so schwach wie seit 16 Jahren nicht mehr. Mit verschiedenen Maßnahmen will China Investitionen ankurbeln.

Im ersten Halbjahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 6,7 Prozent. Der Leitzins liegt derzeit bei 4,35 Prozent und damit so niedrig wie noch nie. Die Zweifel an der Wirksamkeit von Zinssenkungen könnten selbst diffuse Markterwartungen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik entschieden dämpfen. Eine mit den Überlegungen der chinesische Zentralbank PBOC vertraute Person sagte, die Notenbank neige nicht dazu, die Zinsen oder den sogenannten Mindestreservesatz zu lockern. "Geldpolitik hat nur begrenzte Wirkung, wir werden uns auf die Finanzpolitik verlassen müssen", sagte der Insider. Die Pekinger Führung hat die staatlichen Ausgaben 2016 bereits kräftig erhöht, um die Konjunktur anzukurbeln.

Die PBOC reagierte nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×