Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2015

12:42 Uhr

Chinas Aktienmarkt

Warum Chinas Aktienblase Putin nervös macht

Putin blickt mit Sorge auf den Kursverfall an Chinas Aktienmarkt. Denn Rohstoffpreise geraten unter Druck, von denen Russland als Exportnation abhängig ist. Für Chinas Staatshilfen gibt es Zuspruch.

Dirk Müllers Cashkurs

„Wir müssen über China reden – nicht Griechenland“

Dirk Müllers Cashkurs: „Wir müssen über China reden - nicht Griechenland“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Nach außen ist alles gut: Russlands Kremlchef Wladimir Putin lacht herzlich zusammen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. In der entlegenen Millionenstadt Ufa – rund 1300 Kilometer südöstlich von Moskau – beschwören die beiden beim Gipfelmarathon ihre Freundschaft, erst beim Treffen der BRICS-Staaten und anschließend beim Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Aber hinter den Kulissen rumort es.

Putin blickt mit Sorge auf die Turbulenzen an Chinas Aktienmarkt. Denn der Einbruch der vergangenen Wochen bringt auch Rohstoffpreise unter Druck, von denen Russland abhängig ist. „Wir sind um die Stabilität der Märkte, schwankende Preise von einigen Rohstoffen und den Schulden einiger großer Länder besorgt“, sagt er beim Treffen mit den Staatschefs der aufstrebenden Schwellenländer Brasilien, China, Indien und Südafrika (BRICS). Den Aktienmarkt in China erwähnt er nicht direkt.

Dafür macht der Chef von Russlands Außenhandelskammer, Sergei Katyrin, keinen Hehl daraus, dass Moskau die Börsenkurse in China genau verfolgt. „Wir sind zuversichtlich, dass China die Lage kontrollieren kann. Aber natürlich führen solche Turbulenzen zu Spannungen und haben Auswirkungen auf die ganze Welt“, wurde Katyrin von der Financial Times zitiert.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Auf keinen Fall sollen die Rohstoffmärkte in einen Abwärtssog gezogen werden. Als Chinas Börsen über drei Wochen um mehr als ein Drittel abstürzten, reagierten auch die Rohstoffhändler verunsichert. Die Preise für Eisenerz und Stahl fielen in China auf ein Rekordtief. Kupfer war zwischenzeitig mit 37.960 Yuan (6113 Dollar) so billig wie zuletzt vor sechs Jahren. In den Strudel geriet auch Öl, dem als Schmierstoff der Weltwirtschaft eine besondere Bedeutung zukommt. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich zwischenzeitig um 1,2 Prozent auf 56,19 Dollar je Barrel (159 Liter).

Deshalb gibt es in Russland viel Zuspruch für Chinas Staatshilfen am Aktienmarkt. Die drastischen Stützungsmaßnahmen, die Aufsichtsbehörden und Zentralbank in den vergangenen Tagen angestoßen hatten, zeigten am Freitag den zweiten Tag in Folge deutlich Wirkung. Nachdem die Kurse an Chinas Börsen über drei Wochen um mehr als ein Drittel abgestürzt waren, verzeichnete der Markt in Schanghai am Vortag mit einem Plus von fast sechs Prozent den steilsten Anstieg seit sechs Jahren.

Chinas Aktienmarkt: Die Konterrevolution

Chinas Aktienmarkt

Premium Die Konterrevolution

Die chinesische Regierung verrät ihr Versprechen von mehr Markt und weniger Staat. Alarmiert von fallenden Kursen greift Peking mit allen Mitteln an den Börsen ein. Großaktionären wurde verboten, Papiere zu verkaufen.

Die aktuelle Erholung an den Märkten schließt allerdings nur einen Teil der Aktien ein. 1.422 Unternehmen, also 49 Prozent der an Chinas Börsen gelisteten Werte, wurden in den vergangenen Tagen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge vom Handel ausgesetzt. Dadurch ist der Handel an den Börsen des Landes verzerrt. Gelingt es Peking, auch den Handel mit den ausgesetzten Aktien zu stabilisieren, stimmt auch das Verhältnis mit den Partnern in Moskau. Dann können Putin und Xi ihre Männerfreundschaft genüsslich weiter zelebrieren.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Hannes Rauter

10.07.2015, 15:52 Uhr

Tja die Rohstoffstaaten lernen es einfach nicht. Die Gewinne müssen in die Wirtschaft investiert werden(Infrastruktur). Es muss ein wirtschaftsfreundliches Staatswesen aufgebaut werden und Korruption und Misswirtschaft MUSS verhindert werden. Man hat das Geld aber es versickert im Sumpf der Korruption. Die Oligarchen und Elite könnte ihren eigenen Wohlstand erhöhen in dem sie diese Maßnahmen betreiben. (Vor allem im Bereich der Sicherheit)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×