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04.02.2016

15:24 Uhr

Chinesisches Neujahr

Wahrsager warnen Anleger vor wildem Affenjahr

VonStephan Scheuer

China begrüßt das neue Jahr nach dem traditionellen Mondkalender. Für die Wirtschaft könnte das nichts Gutes bedeuten. Wahrsager warnen vor Turbulenzen und Konflikten.

Wild und gefährlich soll das neue Jahr werden – vor allem für die Depots der Anleger.

Das Affenjahr

Wild und gefährlich soll das neue Jahr werden – vor allem für die Depots der Anleger.

PekingBörsencrash, Währungsabwertung und das schwächste Wirtschaftswachstum seit einem halben Jahrhundert: Manager und Anleger in China haben ein turbulentes Jahr durchgestanden. Im Vergleich zu dem, was im kommenden Jahr bevor steht, könnte das jedoch noch harmlos gewesen sein. Das meinen zumindest Wahrsager.
Dazu verweisen sie auf eine besondere Konstellation. Wenn in der Nacht zum Montag Millionen Chinesen das neue Jahr nach dem Mondkalender begrüßen, beginnt nicht nur das Jahr des Affen. Nein, in diesem Jahr gesellen sich auch noch die Element des Feuers und des Metalls zu dem chinesischen Tierkreiszeichen. „Die rivalisierenden Elemente stehen für Disharmonie“, liest daraus der Hongkonger Fengshui-Meister Raymond Lo.

Nach dem China-Beben: Was Anleger jetzt wissen sollten

Wie weit kann der Dax noch fallen?

Tiefer als auf 8 500 Punkte sollte der deutsche Leitindex in diesem Jahr nicht abrutschen. So zumindest lautet die pessimistischste Prognose von 35 Banken, die das Handelsblatt kürzlich zu ihren Erwartungen befragt hat. Im Schnitt sehen die Experten der Finanzhäuser den Dax-Tiefpunkt 2016 bei 9 710 Zählern. Positiv: Zum Jahresende rechnen die Strategen im Schnitt mit einem Stand von 10 706 Punkten. Das wäre ein Plus von acht Prozent.

Steigt die Gefahr für weitere Verluste?

Am ersten Januar-Handelstag brach der Dax um 4,3 Prozent ein. Eine vermeintliche Börsenregel sorgt nun für Verunsicherung: Demnach gebe der Jahresstart den Trend bis Dezember vor. Doch stimmt das? Zwar verbuchte der Dax seit 2003 mit einer Wahrscheinlichkeit von 77 Prozent tatsächlich eine positive Jahresrendite, wenn der erste Handelstag im Plus endete – und umgekehrt. Verdoppelt man den Betrachtungszeitraum aber, sinkt die Trefferquote auf nur 57 Prozent. Und auch in den vergangenen beiden Jahren bewahrheitete sich die Börsenregel nicht.

Welche Anlageregionen sollten Investoren bevorzugen?

Anlageprofis raten derzeit bevorzugt zu Aktien der Euro-Zone, gefolgt von solchen aus den USA und den Schwellenländern. Hintergrund: Wegen der Staatschuldenkrise hängt die konjunkturelle Erholung in Europa anderen wirtschaftlich führenden Regionen deutlich hinterher. Entsprechend höher wird das Aufholpotenzial bei den Unternehmensgewinnen gesehen. Auch seien europäische Aktien im Schnitt niedriger bewertet. Stützend wirke zudem die weiterhin lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die den Euro schwächt.

Wie lässt sich ein Aktiendepot gegen größere Einbrüche absichern?

Mit speziellen Finanzinstrumenten können erfahrene Investoren ihr Portfolio schützen. Zu den gängigsten zählen Put-Optionsscheine. Diese Derivate gewinnen an Wert, wenn eine Aktie oder ein Börsenindex an Wert einbüßt und umgekehrt. Die Kosten für die Puts stellen eine Art Versicherungsprämie dar für den Schutz des Portfolios. Denn sie werden wertlos, wenn der befürchtete Börseneinbruch ausbleibt.

Welche schwankungsärmeren Alternativen gibt es zu Aktien und Indexfonds?

Mit defensiven Anlagezertifikaten können Investoren nervenschonender auf Dax & Co. setzen. Dazu gehören zum Beispiel sogenannte Discountzertifikate. Geht es an den Börsen abwärts wie momentan , dann fällt der Verlust im eigenen Depot bei diesen Wertpapieren stets geringer aus. Im Gegenzug für den Schutzmechanismus ist der maximal erzielbare Gewinn begrenzt.

Das ist eine gefährliche Kombination, schließt der Wahrsager und verweist auf die Geschichte. Im letzten Jahr des Feueraffen vor 60 Jahren ereigneten sich mehrere Katastrophen: Im Juni stießen zwei Flugzeuge über dem Grand Canyon zusammen, 128 Tote. Im Juli stießen ein italienischen und ein schwedisches Schiff im dichten Nebel zusammen, 51 Tote. Im Dezember stürzte ein kanadisches Flugzeug in die Berge von British Columbia, 62 Tote.
Das Hongkonger Brokerhauses CLSA hat Prognosen in ihrem jährlichen Feng-Shui-Index zusammengefasst. Und auch der lässt nicht viel Gutes erahnen. „Der chinesische Affe ist eine widersprüchliche Figur“, heißt es in dem Bericht. Zwar sei er dem Menschen ähnlich, ihm fehle aber soziales Einfühlungsvermögen und er sei unberechenbar.

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Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist so langsam gewachsen wie seit 25 Jahren nicht mehr. China steckt im Strukturwandel. Die Industrie leidet. Der Konsum aber zeigt sich robust – und Präsident Xi zuversichtlich.

Zwar werde das Jahr gut für Silber, Gold, Autos, Finanzen, Logistik und Maschinenbau beginnen. Aber dann sagt der Index voraus, dass der Affe durchdrehen und die Kurse einbrechen könnten. Das gelte etwa für Gas, Telekommunikation und den Internetsektor.
Zu den berühmten Menschen aus Affen-Jahren gehören Leonardo da Vinci und Julius Cäsar, der Star-Wars-Erfinder George Lucas, aber auch die beiden US-Präsidentschaftsanwärter Hillary Clinton und Donald Trump. Menschen, die im Jahr des Affen (1944, 1956, 1968, 1980, 1992, 2004) geboren sind, wird nachgesagt, leicht überheblich, egoistisch und ruhelos zu sein. Zu den positiven Seiten zählen hingegen Liebenswürdigkeit, Humor und Erfolg.

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