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06.10.2015

12:11 Uhr

Crash an der Börse

Ein Horrorjahr für Aktionäre?

VonJessica Schwarzer

Das dritte Quartal war für Börsianer eines der schlechtesten seit Jahren. Verlierer, wohin das Auge blickt. Die Bilanz für das bisherige Jahr ist rot bis tiefrot gefärbt. Ob noch was zu retten ist und wo Gefahren lauern.

2015 verspricht wohl kein gutes Jahr für die Börse zu werden.

Anleger raufen sich die Haare.

2015 verspricht wohl kein gutes Jahr für die Börse zu werden.

DüsseldorfDas Jahr 2015 wird aller Voraussicht nach wohl nicht als gutes Aktienjahr in die Geschichte eingehen. Experten befürchten sogar ein „Annus Horribilis“, ein richtiges Horrorjahr, dass Investoren am liebsten schnell vergessen möchten. Kaum eine Anlageklasse kann sich dem Abwärtssog an den Märkten entziehen. Aktien, Rohstoffe und Devisenfonds – alles im roten Bereich.

Ein Crash ist das noch nicht, aber es wird vielleicht einer. Fakt ist: Die Börse ist keine Einbahnstraße mehr, die jahrelange Hausse scheint in Gefahr. Daran ändern auch die teils stattlichen Kursgewinne der vergangenen Tage nichts. „Es gab einen Moment, in dem viele dachten, sie hätten eine Art Heiligen Gral des Investierens gefunden, dann kam es zu diesem Zusammenbruch, und der erfolgte auf bemerkenswerte Weise“, sagt Tobias Levkovich, US-Aktienstratege bei Citigroup. „Auslöser des Ganzen scheint China gewesen zu sein. Das hat Ängste ausgelöst, die uns auf eine Talfahrt geschickt haben.“ Einzig Anleihen punkten mit mageren Gewinnen, die allerdings ausradiert werden durch das bisschen Inflation, das der Weltwirtschaft dann doch geblieben ist.

Größte Tagesverluste aktueller Dax-Werte

-38,55 Prozent

Titel: Infineon

Datum: 03.12.2008

Quelle: Bloomberg. Analysiert wurden die Tagesverluste der Dax-Werte, die zum 08.10.2015 im Index notiert waren.

-27,76 Prozent

Titel: Continental

Datum: 22.12.2008

(Ausscheiden aus dem Dax)

-25 Prozent

Titel: K+S

Datum: 5.10.2015

Grund: Rücknahme des Übernahmeangebots durch den kanadischen Konkurrenten Potash

-24,6 Prozent

Titel: Commerzbank

Datum: 29.9.2008

-24,4 Prozent

Titel: Infineon

Datum: 29.9.2008

-22,54 Prozent

Titel: SAP

Datum: 23.10.1996

-22,1 Prozent

Titel: K+S

Datum: 30.7.2013

-22,31 Prozent

Titel: Volkswagen

Datum: 03.11.2008

-20,44 Prozent

Titel: Volkswagen

Datum: 23.10.2008

Vor allem das abgelaufene Quartal verhagelte die zuvor noch ganz ordentliche Bilanz. Seit Quartalsbeginn sind die Aktienbörsen weltweit auf Talfahrt – zum einen aus Angst vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft im Sog der schwächelnden chinesischen Konjunktur und zum anderen wegen der Unsicherheit über die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Fed.

Vor allem Aktionäre deutscher Unternehmen verbuchten teils heftige Gewinne. Der vor gut zwei Wochen bekannt gewordene Skandal um die manipulierten Diesel-Abgastest bei Volkswagen belastete dann aber den sowieso schon angeschlagenen Dax. Im dritten Quartal fiel das Standardwertebarometer um fast zwölf Prozent.

Auch europäische Aktien mussten leiden. Knapp zehn Prozent ging es für den Euro Stoxx abwärts. Das war der größte Quartalsverlust seit 2011.

Und weltweit fällt die Bilanz kaum besser aus. Der MSCI All Country World Index (im Gegensatz zum MSCI World, der nur Industrieländer enthält, ein echter Weltaktienindex) verbuchte ebenfalls den deutlichsten Quartalsverlust seit vier Jahren. Seit Jahresbeginn verlor er 6,6 Prozent – inklusive reinvestierter Dividenden. Noch schlechter schnitten Rohstoffe ab. Der Bloomberg Commodity Index für Rohstoffe ist um 16 Prozent eingebrochen. Das Minus bei Devisenfonds lag den Angaben zufolge bei knapp zwei Prozent.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

06.10.2015, 12:24 Uhr

Kurssteigerungen sind was feines aber nicht zwingend für den Anleger mit einem langfristigen Ansatz zum Vermögensaufbau und die Altersvorsorge.

Mir persönlich reicht es im Portfolio, wenn die Dividenden jährlich konstant gezahlt werden. Daher sind Aktien für meinen Portfoliomanager auch (noch immer) alternativlos, solange die Dividendenrendite mehr Ertrag bringt als der Anleihezins oder eine vergleichbare Asset-Klasse.

Herr Walter Gerhartz

06.10.2015, 12:37 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Frau Annette Bollmohr

06.10.2015, 12:42 Uhr

"Ob noch was zu retten ist (...)"?

Lesen Sie mal bis zum Ende durch:

"Trotzdem glauben die Herren des Geldes nicht, dass die Märkte vor einem Crash stehen - ..."

Die erste Frage ist ja wohl leicht zu beantworten:

Kommt ganz darauf an, ob man die Börsen als Handelsmärkte für alles (= Güter, die der Mensch zum Leben so braucht) ansieht, oder als eine Art Wettbüro.

Die Antwort lautet also:

Investoren können diese Frage getrost ignorieren (zumal es sich bei diesen ja in aller Regel um keine armen Leute handelt).

Nur Zocker haben Grund zur Sorge (no risk - no fun).

Allerdings: Das Leben ist kein Spiel. Und die Börse nie als Casino gedacht.

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