Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.06.2012

08:12 Uhr

DAB Depot Contest

Dax-Rutsch belastet Profi-Depots

Die richtige Börsenstrategie zu finden, ist in Zeiten wie diesen gar nicht so einfach. Das gilt auch für Profis. Schauen Sie, wie Vermögensverwalter ihre Depots strukturieren.

Händler an der Börse in Frankfurt. Wohin geht die Reise des Dax. dpa

Händler an der Börse in Frankfurt. Wohin geht die Reise des Dax.

DüsseldorfDie Schuldenkrise in Europa hat die Börsen fest im Griff. Nach den kräftigen Kursverlusten der vergangenen Woche hat sich der Deutsche Aktienindex (Dax) zuletzt wieder ein wenig gefangen. Die Unsicherheit der Anleger aber dürfte noch eine ganze Weile andauern. Keine einfachen Zeiten für Vermögensverwalter. 

Seit Anfang dieses Jahres messen sich insgesamt 30 Geldprofis beim Depot-Contest der Münchener DAB Bank. Eine Million Euro Spielgeld haben sie zur Verfügung. Am Ende gewinnt, wer das meiste aus dem Geld macht. Es gibt drei Depot-Kategorien: „Sicherheit“, „Ausgewogen“ und „Chance“. Unter www.depotcontest.de können die Portfolios und Orders beobachtet werden.

Bei den Sicherheits-Portfolios liegt derzeit das Consulting Team Vermögensverwaltung vorn. Knapp 3,4 Prozent hat das Depot seit Jahresanfang an Wert gewonnen. Ingo Theismann vertraut dabei auf eine Auswahl von Fonds. Dazu gehören etwa der DWS Gold Plus. Der Fonds der Deutschen-Bank-Tochter investiert überwiegend in kurz laufende festverzinsliche Anlagen und in Edelmetallkonten. Als Kick für die Rendite fließt ein Teil des Fondsvermögens in Termin- und Optionsgeschäfte auf Edelmetalle.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

Bislang hat der DWS Gold Plus dem Consulting Team ein Plus von immerhin knapp sechs Prozent gebracht. Gut lief auch ein weiterer Fonds – und zwar einer von der Konkurrenz. Rund 80000 Euro hat das Team in den Wandelanleihen Global P-Fonds der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch gesteckt. Seither hat dieser mehr als fünf Prozent zugelegt.

 

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×