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20.07.2012

10:36 Uhr

DAB Depot Contest

„Die meisten haben die Hosen voll“

VonChristian Panster

Der Dax hat in den vergangenen Handelstagen deutlich zugelegt. Doch wie lange trägt die Mini-Rally? Während Ökonomen vor dem Euro-Crash warnen, raten Vermögensverwalter, Aktien zu kaufen.

Händler an der Börse Frankfurt. dpa

Händler an der Börse Frankfurt.

DüsseldorfDer Deutsche Aktienindex (Dax) stemmt sich gegen die Krise. Während Europas Politiker noch immer keine Lösung  für das Schulden-Problem der Euro-Zone gefunden haben, steigen die Kurse an der Börse in Frankfurt kräftig. Mittlerweile notiert der Dax wieder bei mehr als 6700 Punkten – und damit rund sieben Prozent höher als noch vor vier Wochen. Viele Investoren habe die Minirally überrascht, sagte ein Händler an der Frankfurter Börse gestern. Sie seien davon ausgegangen, dass es in den Sommerferien wegen der Eurokrise noch weiter deutlich nach unten gehe mit den Kursen. Falsch gedacht. Zumindest bislang.

Die große Frage, die sich derzeit viele stellen, lautet: Hat der Dax seinen Boden gefunden – oder waren die Kursgewinne der vergangenen Tage nichts weiter als ein Strohfeuer? Burkhard Wagner von der Partners Vermögens-Management AG jedenfalls ist überzeugt, dass derzeit ein guter Zeitpunkt ist, einzusteigen.  Viele solide deutsche Standardwerte seien nach wie vor unterbewertet, sagt der Münchener Vermögensverwalter. Im Blick hat er dabei vor allem die beiden Versorger – Eon und RWE.

Wagner ist einer  von insgesamt 30 Vermögensverwaltern, die sich seit Anfang Januar in einem Wettbewerb der Münchener Direktbank messen. Wer macht am meisten aus einer Million Euro Spielgeld, wer findet die aussichtsreichsten Aktien, Anleihen oder Fonds. Die DAB Bank unterscheidet zwischen drei verschiedenen Depotkategorien: „Sicherheit“, „Ausgewogen“ und „Chance“. Wer will, kann die Bewegungen in den einzelnen Portfolien unter www.depot-contest.de mitverfolgen.

Wagner ist bei zwei Wettbewerben dabei; in der Kategorie „Sicherheit“ und in der „Ausgewogen“-Wertung. Beide Depots sind derzeit rund vier Prozent mehr wert als noch zu Spielbeginn am Jahresanfang. Damit liegt er jeweils im Mittelfeld beider Ranglisten. Führend in der Kategorie Sicherheit ist derzeit das Consulting Team Vermögensverwaltung AG mit einem Plus von mehr als sechs Prozent. Bei den „ausgewogenen“ Portfolien liegt Wolfgang Müller von der gleichnamigen Vermögensverwaltung vorn. Sein Depot hat bislang mehr als zehn Prozent zugelegt. Und damit mehr als der führende in der Chance-Kategorie, die Vermögensverwaltung Sand & Schott, die das eingesetzte Kapital bislang um knapp zehn Prozent vermehrt hat. 

Analysten-Prognose für 2012 (Jahresendstand)

Baader Bank

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

Quelle: Handelsblatt-Kapitalmarkt-Umfrage vom 29.12.2011

Bank Julius Bär

Dax: 6.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,46 $

Bank Sarasin

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

Bankhaus Lampe

Dax: 7.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,38 $

Bayerische Landesbank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,45 $

Berenberg Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,2%; Euro/Dollar: 1,40 $

Bethmann Bank

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,35 $

BHF-Bank

Dax: 6.350; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

BNP Paribas

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,40 $

Citi

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,5%; Euro/Dollar: 1,26 $

Commerzbank

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

DekaBank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,40 $

Deutsche Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

DZ Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,40 $

Ellwanger & Geiger

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,85%; Euro/Dollar: 1,23 $

Fürst Fugger Privatbank

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,65%; Euro/Dollar: 1,22 $

Haspa

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,30 $

Hauck & Aufhäuser

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,35 $

Helaba

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,45 $

HSBC Trinkaus

Dax: 5.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,44 $

JP Morgan

Dax: 6.850; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,38 $

LBBW

Dax: 7.500 (vorher: 6.500); Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

M.M.WArburg & Co.

Dax: 6.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

National Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

Natixis

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,2%; Euro/Dollar: 1,35 $

Nomura

Dax: 7.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: k.A.; Euro/Dollar: 1,25 $

NordLB

Dax: 6.100; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,25 $

Postbank

Dax: 7.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

Royal Bank of Scotland

Dax: 7.380; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,6%; Euro/Dollar: 1,37 $

Santander Cons. Bank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,35 $

Société Générale

Dax: 5.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,1%; Euro/Dollar: 1,30 $

Syz & Co.

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

UBS

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

VP Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,35%; Euro/Dollar: 1,30 $

West LB

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,40 $

WGZ-Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,3%; Euro/Dollar: 1,30 $

Zuletzt haben vor allem die Depots mit hohem Aktienanteil zugelegt. Andere dagegen, die nicht mit Mini-Rally gerechnet haben, sind zumindest vorübergehend zurück gefallen. So wie Alexander Seibold von der gleichnamigen Vermögensverwaltung. Vor nicht allzu langer Zeit lag sein Depot noch ganz vorn in der Kategorie „Chance“. Mittlerweile ist er weit zurückgefallen in der Rangliste, sein Portfolio hat seit Jahresanfang mehr als drei Prozent verloren. Vor zwei Wochen lag es noch gut sechs Prozent im Plus. Seibold hatte darauf gewettet, dass die Märkte weiter nachgeben.

Wagner dagegen hält an seinem Jahresziel fest: 7200 Punkte hatte er vorausgesagt für den Dax. Daran werde er nichts ändern. „Die meisten haben derzeit die Hosen voll“, sagt der Münchener. Wenn die Ängstlichen zurückkehrten an die Börse, könnten die Kurse nochmal um einiges zulegen, ganz ähnlich wie im Januar.

Etwas vorsichtiger ist Andreas Müller von Performance IMC. „Derzeit haben wir Aktien noch untergewichtet“, sagt der Vermögensverwalter. Man wisse noch nicht, ob der Boden in den vergangenen Wochen erreicht worden und der aktuelle Aufwärtstrend intakt sei. Mittelfristig, also auf Sicht der nächsten 12 bis 18 Monate, geht Müller allerdings davon aus, „dass viele Investoren von Anleihen in Aktien umschichten und die Kurse steigen.“

Kommentare (4)

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frommaui

20.07.2012, 11:30 Uhr

Vermögensverwalter KÖNNEN NIE NEUTRAL sein! Sie wollen Provisionen, Kickbacks zum aufgeilen verdienen. Ganz einfache Antwort! Aktuell ist alles zu hoch für eine total überschuldete Welt. Was SOLL dieser Aufruf, Aktien zu kaufen. Selbst Coca-Cola kauft seine EIGENEN Aktien seit Jahren zurück, nur deswegen steigt der Kurs so wie im Bildermeer der ken-und-smith Bücher!

Ludwig500

20.07.2012, 11:52 Uhr

Habe nur die Überschrift gelesen, im sicheren Wissen, dass der Rest nicht lesenswert ist.

"Während Ökonomen vor dem Euro-Crash warnen, raten Vermögensverwalter, Aktien zu kaufen"


Logisch. Während unabhängige Ökonomen (also nicht die Lobbyisten) ihrem mehr oder weniger ausgeprägtem Verstand folgen haben Vermögensverwalter NUR ihre eigenen Interessen im Kopf.


Die Überschrift könnte genau so gut lauten:

Während Verbraucherschützer vor dem Kauf von Heizdecken warnen, raten die Veranstalter von Kaffeefahrten gleich mehrere zu kaufen.

Account gelöscht!

20.07.2012, 12:15 Uhr

Na ja, vielleicht ist der Rat ja gar nicht so schlecht: Mein Onkel hatte ein Händchen für "den Markt". Er sagte immer, dass sich "in Aktien" (er meinte natürlich "die richtigen") eher die Realwirtschaft abbilden würde, mit ihrem Immobilien, "Sach- und Humankapital" und nicht nur die "Schaumwirtschaft" (Staatsanleihen etc.) mit ihren "Luftnummern". Er spekulierte wenig, kaufte nur Aktien mit einer brauchbaren Dividendenrendite und hielt sie langfristig. Der "Erfolg" war für ihn sehr erfreulich.

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