Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.09.2012

13:36 Uhr

DAB Depot Contest

„Wir werden bald die 8.000 Punkte sehen“

VonChristian Panster

Vermögensverwalter rechnen mit einem deutlichen Dax-Anstieg in den kommenden Monaten. Kurzfristig könnte der Leitindex allerdings um bis zu 800 Punkte nachgeben. Auf welche Aktien Anleger jetzt schauen sollten.

Der Bullenmarkt wird sich mittelfristig fortsetzen, glauben Anlageexperten. AFP

Der Bullenmarkt wird sich mittelfristig fortsetzen, glauben Anlageexperten.

DüsseldorfDer Deutsche Aktienindex (Dax) ist zuletzt kräftig gestiegen, auf mittlerweile deutlich mehr als 7000 Punkte. Die Anleger sind verunsichert. Sie fragen sich, ob es noch lohnt einzusteigen. Oder ob es nicht besser wäre, abzuwarten bis die Kurse wieder zurückgefallen sind.

Viele Profis gehen davon aus, dass der Dax ihnen genau diesen Gefallen tun wird. „Wir erwarten einen Rücksetzer in den kommenden Wochen“, sagt etwa Andreas Pataniak, Vermögensverwalter von Dialog Vermögensmanagement. Ganz ähnlich sieht es Günther Schlennert von der Vermögensverwaltung GSV. Der Geldverwalter erwartet, dass der Dax nochmals deutlich, insgesamt um 600 bis 800 Punkte nachgeben dürfte. Die Kurse seien zuletzt zu weit vorgeprescht, sagt er.

Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), hatte mit seinem Versprechen, den Euro um jeden Preis retten zu wollen, eine Rally an den Börsen ausgelöst und die Aktienkurse weltweit nach oben getrieben.

Trotz Rückschlaggefahr dürfte für Anleger aber kein Weg am Aktienmarkt vorbeiführen, meinen die Profis. Nach einer kurzen Schwächephase werde der Dax wieder nach oben drängen. „Der Druck auf die Investoren, nicht dabei zu sein, wird in den kommenden Wochen noch wachsen“, sagt Michael Dutz von der Adlatus Aktiengesellschaft. „Wir werden bald die 8000 Punkte sehen.“ Pataniak rechnet im Laufe des kommenden Jahres gar mit neuen Höchstständen, die deutlich über der Marke von 8000 Zählern liegen.

Seit Januar messen sich insgesamt 30 Profis in einem Wettbewerb der Münchener DAB Bank. Dutz, Schlennert und Pataniak sind dabei. Wer hat die beste Strategie, wer findet die aussichtsreichsten Wertpapiere. Anleger können die Strategien der Profis unter www.depot-contest.de mitverfolgen.

Der Grund für die alte neue Liebe zur Aktie ist schnell erklärt: Die laxe Geldpolitik der Notenbanken führt dazu, dass das Zinsniveau in den Industriestaaten dauerhaft niedrig bleiben wird, verzinsliche Anlagen also immer unattraktiver werden. Hinzu kommt die Sorge, dass die massive Ausweitung der Geldmenge durch die Notenbanken zu einem deutlichen Anstieg der Inflationsraten führt. Die Renditen vieler Zinsprodukte werden nicht mehr ausreichen, um die Teuerungsraten auszugleichen. Wer sein Geld erhalten will, muss also höhere Risiken eingehen, Aktien kaufen etwa.

Aber noch etwas spricht für die Anteilsscheine von Unternehmen. „Kaum einer traut sich die Zahl 8000 Punkte in den Mund zu nehmen“, meint Dutz. Viele Marktteilnehmer seien nach wie vor verunsichert. Die psychologische Komponente spreche dafür, dass die Kurse weiter steigen werden.

Analysten-Prognose für 2012 (Jahresendstand)

Baader Bank

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

Quelle: Handelsblatt-Kapitalmarkt-Umfrage vom 29.12.2011

Bank Julius Bär

Dax: 6.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,46 $

Bank Sarasin

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

Bankhaus Lampe

Dax: 7.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,38 $

Bayerische Landesbank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,45 $

Berenberg Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,2%; Euro/Dollar: 1,40 $

Bethmann Bank

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,35 $

BHF-Bank

Dax: 6.350; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

BNP Paribas

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,40 $

Citi

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,5%; Euro/Dollar: 1,26 $

Commerzbank

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

DekaBank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,40 $

Deutsche Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

DZ Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,40 $

Ellwanger & Geiger

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,85%; Euro/Dollar: 1,23 $

Fürst Fugger Privatbank

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,65%; Euro/Dollar: 1,22 $

Haspa

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,30 $

Hauck & Aufhäuser

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,35 $

Helaba

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,45 $

HSBC Trinkaus

Dax: 5.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,44 $

JP Morgan

Dax: 6.850; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,38 $

LBBW

Dax: 7.500 (vorher: 6.500); Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

M.M.WArburg & Co.

Dax: 6.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

National Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

Natixis

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,2%; Euro/Dollar: 1,35 $

Nomura

Dax: 7.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: k.A.; Euro/Dollar: 1,25 $

NordLB

Dax: 6.100; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,25 $

Postbank

Dax: 7.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

Royal Bank of Scotland

Dax: 7.380; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,6%; Euro/Dollar: 1,37 $

Santander Cons. Bank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,35 $

Société Générale

Dax: 5.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,1%; Euro/Dollar: 1,30 $

Syz & Co.

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

UBS

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

VP Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,35%; Euro/Dollar: 1,30 $

West LB

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,40 $

WGZ-Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,3%; Euro/Dollar: 1,30 $

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Keine_Macht_den_Drogen

25.09.2012, 15:43 Uhr

„Wir werden bald die 8.000 Punkte sehen“

Richtig. Im DOW.

Account gelöscht!

25.09.2012, 15:55 Uhr

Die Tulpenzwiebel-Verkäufer preisen wieder ihre verderbliche Ware an.

Logical

25.09.2012, 17:01 Uhr

Seit Stunden dillert der Dax auf der Stelle, mühsamst hat er sich aus dem Minus mit 13 Pünktchen ins Plus gekämpft - Null Dynamik.
Wo sollen denn da 8000 Punkte herkommen?
Fast alle anderen europäischen Börsen stehen heute besser da.
Dazu der Euro - woran sieht man, dass Draghis Strategie greift, wenn er ständig weiter fällt?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×