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19.01.2005

08:59 Uhr

Dauer-Debatte über die Vorstandsgehälter

Aktionäre zwischen Würstchen und Dividende

Bei den großen börsennotierten Unternehmen beginnen jetzt wieder die Zeiten von Würstchen und Kartoffelsalat. Der Stahlriese Thyssen-Krupp eröffnet an diesem Freitag die Saison der Hauptversammlungen, bei denen die Aktionäre seit jeher mit Gratis- Kost bei Laune gehalten werden. Aber in diesem Jahr werden neben dem Essen nicht nur Aktienkurs und Dividende die Treffen bestimmen, sondern auch das genaue Gehalt der Vorstände.

HB BERLIN. Falls die Top-Manager im Verlauf der Hauptversammlungen ihre Einkommen nicht freiwillig preisgeben, will die Bundesregierung im Sommer ein Gesetz erlassen.

Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat den 30 Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex (Dax) notiert sind, Zeit bis Ende Juni gegeben. Falls dann nicht mindestens 80 Prozent den Veröffentlichungs-Richtlinien der Kommission für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) gefolgt sind, soll die Offenlegung per Gesetz zur Pflicht gemacht werden. Innerhalb der Koalition gibt es auch Tendenzen, gar nicht mehr so lange zu warten.

Dabei hat die Dauer-Debatte über die Vorstandsgehälter, bei der alle Für- und Wider-Argumente längst ausgetauscht sind, durchaus Erfolg: Die Auskunftsverweigerer sind schon in der Minderheit. Neun Konzerne wie Altana, RWE und SAP veröffentlichen die genauen Bezüge bereits. Elf Unternehmen von adidas-Salomon bis VW haben angekündigt, die Zahlen demnächst zu bekannt zu geben. Fünf Konzerne wie die Commerzbank und die Münchner Rück überlegen noch.

Allerdings sind unter den fünf Dax-Unternehmen, die die Veröffentlichung der genauen Gehälter bislang strikt ablehnen, einige Schwergewichte. Neben dem Medizintechnik-Unternehmen Fresenius sowie der Maschinen- und Fahrzeugbauer MAN gehören die beiden Autobauer BMW und Daimler-Chrysler sowie der Chemieriese BASF zu den hartnäckigen Schweigern. Begründet wird die Auskunftsverweigerung mit längst bekannten Argumenten.

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