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11.09.2015

07:34 Uhr

David Tepper

„Kaufen, wenn Markt um 20 Prozent einbricht”

Hedgefondsmanager und Milliardär David Tepper sieht den US-Aktienmarkt pessimistisch. Er habe ein Problem mit der Bewertung der US-Firmen. Investoren rät er, Geld aus dem Spiel zu nehmen.

Der Hedgefonds von David Tepper, Appaloosa Management, ist rund 20 Milliarden Dollar schwer. dpa

Global shares plunge amid China economic fears

Der Hedgefonds von David Tepper, Appaloosa Management, ist rund 20 Milliarden Dollar schwer.

New YorkDer Aktienmarkt hat nach Einschätzung von David Tepper, Milliardär und Gründer des 20 Milliarden Dollar schweren Hedgefonds Appaloosa Management, seine Talsohle noch nicht erreicht, weil die Markterwartungen an die Unternehmensgewinne sehr hoch seien.

„Ich bin nicht so optimistisch wie ich sein könnte, weil ich Probleme mit dem Gewinnwachstum, Probleme mit den Bewertungen habe”, erklärte Tepper in einem Interview mit CNBC am Donnerstag. „Ich kann mich nicht wirklich als einen Bullen bezeichnen.”

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Investoren, die voll investiert seien, sollten seiner Meinung nach etwas Geld aus dem Spiel nehmen. Er habe derzeit kein großes Aktienportfolio, würde aber zukaufen, wenn der Markt 20 Prozent korrigiere.

„Wir reden hier nicht von Einbrüchen”, sagte er. „Wir reden über einen Markt, der korrigieren sollte.”

Tepper, ehemals Kredithändler bei Goldman Sachs Group gründete seinen Hedgefonds 1993. Sein Appaloosa-Fonds hat seit Jahresbeginn bis August zwölf Prozent zugelegt, sagte eine mit der Firma vertraute Person gegenüber Bloomberg. Hedgefonds wiesen im selben Zeitraum einen Ertrag von 2,2 Prozent auf, zeigen von Bloomberg zusammengestellte Daten.

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