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23.06.2012

13:10 Uhr

Dax-Aktien

Achtung, Absturzgefahr!

VonChristof Schürmann

Zu optimistische Gewinnschätzungen, versteckte Gefahren in den Bilanzen – den deutschen Dax-Konzernen stehen schwere Wochen bevor, sagen Experten. Die Aktienkursen dürften noch einmal kräftig nachgeben.

Händler in Frankfurt. Schlechte Aussichten für den Dax. dpa

Händler in Frankfurt. Schlechte Aussichten für den Dax.

DüsseldorfWer darauf setzen wollte, dass die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der Europameisterschaft den Titel erringt, dem stellte das britische Wettbüro William Hill zuletzt für einen Euro Einsatz vier Euro Rückzahlung in Aussicht – wenn denn die Männer um Bundestrainer Jogi Löw am 1. Juli tatsächlich den Pokal in die Höhe recken sollten. Genau die gleiche Quote bot William Hill Anfang Mai noch allen, die auf einen Austritt Griechenlands aus dem Euro wetten wollten. Doch der Ansturm war zu groß, die Griechen-Exit-Wette stellte William Hill inzwischen ein.

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Die Großinvestoren bereiten sich schon auf ein Auseinanderbrechen der Währungsunion vor. Aber was macht der kleine Sparer? Wir zeigen, wie Sie einen Absturz des Euros möglichst unbeschadet überstehen.

Nicht nur Wettanbietern ist es an den Finanzmärkten inzwischen zu heiß; auch Investoren flüchten in Scharen. Die Gefahr, dass Griechenland trotz neuer Regierung nicht mehr allzu lange in der Euro-Zone verbleiben wird; der schleichende Exitus spanischer Banken; zunehmend schwächere Konjunkturdaten – die Liste der Belastungsfaktoren ist ungewöhnlich lang.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor im Mai sieben Prozent – das schlechteste Wonnemonat-Ergebnis seiner Geschichte. Bis Anfang Juni sackte der Leitindex gar um elf Prozent ab. Trotz der Zwischenerholung vergangene Woche hat der Dax seit Mitte März nahezu ohne Unterbrechung 1000 Punkte oder ein Siebtel an Wert eingebüßt. Erst nach den Wahlen in Griechenland erholte sich der Aktienindex wieder etwas und zittert um die 6200-Punkte-Marke.

So viel kostet Europa

Rettungsfonds EFSM

Beim Rettungsfonds EFSM stehen 60 Milliarden Euro zu Buche. Der deutsche Anteil beträgt dabei 12 Milliarden Euro.

1. Rettungspaket für Griechenland (IWF und EU)

Griechenland erhielt durch das erste Rettungspaket 110 Milliarden Euro, 24 Milliarden davon kamen aus Deutschland.

Einlagensicherungsfonds (von Experten geschätzt)

Nach Schätzung der Citigroup müsste der von der EU-Kommission geforderte Einlagensicherungsfonds ein Volumen von 197 Milliarden Euro haben. Der deutsche Anteil läge dann bei bis zu 55 Milliarden Euro.

EZB-Staatsanleihenkäufe

Die Europäische Zentralbank hat Staatsanleihen für 209 Milliarden Euro eingekauft. Der Bund ist daran mit 57 Milliarden Euro, also mehr als einem Viertel, beteiligt.

IWF-Beitrag zu den Rettungspaketen

Der Internationale Währungsfonds zahlte 250 Milliarden Euro für die Rettungspakete. Deutschland gab dafür 15 Milliarden.

Geplanter ESM

Der dauerhafte Rettungsschirm soll ein Volumen von 700 Milliarden Euro haben. Deutschland wäre daran mit 190 Milliarden Euro beteiligt.

Bürgschaften im Rettungsfonds EFSF

Der Rettungsfonds bürgt mit 780 Milliarden, Deutschland allein mit 253 Milliarden Euro.

Target-Verbindlichkeiten

Die Target-Verbindlichkeiten liegen innerhalb des EZB-Verrechnungssystem bei 818 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil daran beträgt 349 Milliarden Euro.

Verwundert reiben sich diejenigen die Augen, die Dax-Aktien bei weit höheren Kursen oberhalb von 7000 Punkten als gnadenlos günstig bezeichnet und auf einen weiteren Kursanstieg gesetzt hatten. Kaum ein Vermögensverwalter, kaum ein Bankstratege hierzulande, der dieses Jahr Investoren nicht zu einem weiteren Dax-Einstieg oder zumindest zum Halten von Aktienpositionen bewegen wollte. Der medial zum Börsenguru und Value-Investor hochgejubelte Wormser BWL-Professor Max Otte etwa, seit vier Jahren auch Fondsmanager, verlautbarte noch Ende März: „Der Dax ist bei 7500 Punkten fair bewertet, aber wenn er in dieser Gemengelage rasch auf 10.000 Punkte steigen würde, wäre das keine Überraschung.“

Kommentare (16)

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Tomate

23.06.2012, 13:24 Uhr

Die Absturzgefahr ist realtiv kurzfristig wird es ab ca. 1. Juli wegen der EZB Niedrig-Zinsen Entscheidung wieder nach oben gehen. Danach und dazwischen sehr volatile Ausschläge in beide Richtungen, sprich keiner kann die Kurse von Morgen vorraussagen. Wie immer Casino Trading!

Account gelöscht!

23.06.2012, 13:38 Uhr

Klarer Kontra-Indikator. Heißt, der Zeitpunkt zum Kaufen ist schon sehr nahe bzw. der Einstiegszeitpunkt wurde von den meisten schon wieder verpasst!

Account gelöscht!

23.06.2012, 13:42 Uhr

Man kann sie in der jetzigen Lage sogar sehr gut voraussagen.....Absturz, kaufen wenn man weiss dass bald eh wieder die dumme EZB einspringt oder sonstwer einen positiven Müll verbreitet. LAngfristig gehts erst noch richtig bergab und damit meine ich nicht Schwankungen nach unten....Der Absturz kommt dank Politik und EU noch richtig knülledick.

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