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11.10.2014

12:49 Uhr

Dax-Ausblick

Durchatmen nach dem Minicrash

VonJürgen Röder, Sara Zinnecker

Der Dax geht mal wieder ab – aber anders, als viele erwartet haben. Nach einem Minus von 600 Punkten in nur zehn Handelstagen malen viele Experten schwarz. Oder sind dies bereits Kaufkurse – wie eine große Bank glaubt?

Gleich knallt es: Anleger fürchten sich vorm Börsencrash. Getty Images

Gleich knallt es: Anleger fürchten sich vorm Börsencrash.

DüsseldorfDamit hatten wohl die wenigsten gerechnet. Zum Ende der Börsenwoche rutschte der Dax noch einmal richtig ab. Nicht nur unter 9.000 Punkte, nicht nur unter die aus charttechnischer Sicht wichtige Widerstandslinie von 8.900 Zählern. Es ging noch tiefer nach unten. Zum Börsenschluss am Freitag verpasste der Index der 30 größten deutschen Börsenunternehmen auch die Marke von 8.800 Punkten. Für Anleger, die genau vor einem Jahr eingestiegen sind bedeutet das: Sie stehen jetzt wieder da, wo sie angefangen haben.

Ganz nach dem Motto also: „Gehen Sie zurück auf Los“. Nach dem Verlust von vier Prozent in dieser Woche steht der Dax nun vor einer Bewährungsprobe. Sollte der Leitindex in den kommenden Wochen weiter abstürzen, dürfte der Glaube an die Jahresendrally wohl ins Reich der Fabelwesen wandern. Es gibt viele, die mit weiterhin fallenden Kursen rechnen.

Unterschiedliche Probleme setzen der Stimmung zu. IS, Ukraine und Ebola auf der einen Seite. Die trüben Konjunkturaussichten für 2015 auf der anderen Seite: Glaubt man den Prognosen, wird Deutschlands Wirtschaft in 2015 noch 1,2 Prozent, vielleicht 1,25 Prozent wachsen. IWF, führende Wirtschaftsinstitute und zuletzt auch die Bundesregierung korrigierten ihre Einschätzung zuletzt um mehrere Zehntelprozent nach unten.

Für den Dax sind solche Aussichten Gift. Denn geht es der Konjunktur nicht gut, geht es deutschen Unternehmen auch nicht gut. Belegt hat dies zuletzt auch der ifo-Index der Auftragseingänge, der zum vierten Mal in Folge gesunken ist. Nicht wenige Börsianer glauben daher, dass es eher weiter abwärts geht.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Aus charttechnischer Sicht lässt sich beispielsweise ein Abkippen des Dax um weitere zehn Prozent begründen. Dann würde der deutsche Aktienindex auch wieder auf 8150 Zähler fallen. Dieser Marke war jahrelang das Rekordhoch für den deutschen Leitindex, bevor dieses im vergangenen Jahr überwunden wurde.

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