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11.03.2013

11:04 Uhr

Dax-Pensionslasten

Das kann teuer werden

VonJörg Hackhausen

Die Dax-Konzerne schieben milliardenschwere Pensionslasten vor sich her. Ein Großteil ist nicht gedeckt. Finanzkrise und Niedrigzinsen machen die Lage noch schlimmer. Die Altersvorsorge wird zur Zeitbombe in der Bilanz.

Dieter Zetsche stehen im Ruhestand fast 40 Millionen Euro zu. Damit gehört er zu den Dax-Managern mit den höchsten Pensionsansprüchen. dpa

Dieter Zetsche stehen im Ruhestand fast 40 Millionen Euro zu. Damit gehört er zu den Dax-Managern mit den höchsten Pensionsansprüchen.

DüsseldorfDieter Zetsche muss im Alter nicht darben. Wenn der 59-Jährige eines nicht mehr allzu fernen Tages als Chef von Daimler ausscheidet – sein Vertrag wurde nur noch um drei Jahre verlängert -, darf er sich über eine stattliche Pension freuen. Wie aus dem Geschäftsbericht des Autokonzerns hervorgeht, hat das Unternehmen genau 39,597 Millionen Euro für Ruhestandsbezüge zurückgelegt, allein für ihn.

Damit kommt Zetsche selbst im Vergleich zu anderen Dax-Vorständen auf einen sehr üppigen Betrag, wobei auch seine Kollegen dank Betriebsrenten im Ruhestand gut versorgt sein dürften. Martin Winterkorn, (Volkswagen) stehen 22,8 Millionen Euro zu, Wolfgang Reitzle (Linde) kommt auf 16,8 Millionen Euro, Johannes Theyssen (Eon) hat 16,4 Millionen Euro an Pensionsanwartschaften gesammelt.

Die Tops und Flops seit dem Dax-Allzeithoch

Top 1

Volkswagen

Kurs seit 13.07.2007: + 95,5 Prozent

Top 2

Adidas

Kurs seit 13.07.2007: + 81,1 Prozent

Top 3

Henkel

Kurs seit 13.07.2007: + 74,8 Prozent

Top 4

SAP

Kurs seit 13.07.2007: + 63,7 Prozent

Top 5

Fresenius SE

Kurs seit 13.07.2007: + 61,5 Prozent

Flop 5

Deutsche Bank

Kurs seit 13.07.2007: - 62,4 Prozent

Flop 4

RWE

Kurs seit 13.07.2007: - 66 Prozent

Flop 3

Thyssen-Krupp

Kurs seit 13.07.2007: - 68 Prozent

Flop 2

Eon

Kurs seit 13.07.2007: - 68,5 Prozent

Flop 1

Commerzbank

Kurs seit 13.07.2007: - 96 Prozent

Es wäre ein Leichtes, diese Zahlen herzunehmen, um über den Sinn und Unsinn von Manager-Vergütungen zu debattieren; zumal diese Diskussion gerade sehr angesagt ist. Doch man kann die Zahlen auch in größerem Zusammenhang sehen: Die Dax-Konzerne haben insgesamt Pensionsverpflichtungen in Höhe von 317 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Geld, das Mitarbeitern im Ruhestand in kommenden Jahren und Jahrzehnten zusteht. Die Ruhestandsbezüge der Manager sind da nur die Spitze eines Eisbergs.

Das Problem: Nach Berechnungen der Unternehmensberatung Towers Watson sind aktuell nur knapp 60 Prozent aller Pensionsverpflichtungen der Dax-Konzerne durch Vermögen gedeckt. Dieser Wert, der sogenannte „Ausfinanzierungsgrad“,  ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken – um 7,7 Prozentpunkte. Die Finanzkrise hat die Lage verschärft. Durch die niedrigen Zinsen fällt die Finanzierung der Pensionen schwerer, was jetzt schon auf das Eigenkapital der Firmen durchschlagen kann. Das ist kein Grund zur Panik, schließlich werden die Betriebsrenten nicht von heute auf morgen fällig, aber Besorgnis ist angebracht.

„Auch wenn die deutschen Unternehmen ihre Betriebsrenten zu einem großen Teil erst in ferner Zukunft zahlen müssen, dürften das anhaltend niedrige Zinsniveau und Änderungen in der Rechnungslegung dazu führen, dass sich die Deckungslücke vergrößert“, erklärt Markus Wallner, Analyst der Commerzbank. Dies könne insbesondere Unternehmen treffen, deren Pensionsverpflichtungen schon jetzt nur zu einem geringen Anteil durch Vermögenswerte gedeckt sind, wie etwa Thyssen-Krupp.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

11.03.2013, 13:00 Uhr

Wen interessieren schon die Pensionslasten der Dax-Konzerne. Dax 10000! Nach uns die Sintflut.

Account gelöscht!

11.03.2013, 13:59 Uhr


Die US Pensionskassen haben ganz andere Probleme, aber:
irgendwie geht uns das Geld aus...

Walter

11.03.2013, 14:11 Uhr

Wenn man die Zukunft mit einem Modell simuliert, wo man mindestens ein nominales Wachstum unterstellt, dann bezahlen sich die jetztigen Pensionsverpflichtungen von selbst. Kein Grund zu Panik. Selbstverstaendlich wenn alle Unternehmen in der Zukunft Pleite sind, dann sind die Pensionsverplichtungen nicht gefaehrdet, aber dann haben wir ein viel groesseres Problem.

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