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26.01.2017

15:35 Uhr

Dax-Rally kommt in Fahrt

Das Jahreshoch im Visier – und dann?

VonJürgen Röder

Fast den gesamten Januar bewegte sich der deutsche Leitindex in einer kleinen Spanne. Doch diese trendlose Zeit ist seit dem gestrigen Handelstag vorbei. Wie weit die Trump-Rally den Dax noch befeuern könnte.

Die Rally hat am gestrigen Mittwoch Fahrt aufgenommen, nun geht es beim deutschen Leitindex nach Meinung vieler Experten Richtung neues Allzeithoch. Reuters, Sascha Rheker

Dax-Chart

Die Rally hat am gestrigen Mittwoch Fahrt aufgenommen, nun geht es beim deutschen Leitindex nach Meinung vieler Experten Richtung neues Allzeithoch.

DüsseldorfDer gestrige Handelstag war bemerkenswert: Nach der Lethargie der vergangenen drei Wochen startete der Dax eine kleine Rally und markierte ein vorläufiges neues Jahreshoch bei 11.827 Zählern. Und wer dachte, das sei nur eine kurzes Aufbäumen, sah sich am heutigen Handelstag schnell getäuscht: Der Frankfurter Benchmark stieg unbegrenzt weiter, das neue Jahreshoch liegt aktuell bei 11.889 Zählern.

Historisches konnte gestern auch an der Wall Street beobachtet werden, der Dow Jones überwand erstmals in seiner Geschichte die 20.000er-Marke. Auch der S&P 500, der Nasdaq Composite sowie der Nasdaq 100 markierten zuvor neue Rekordhochs.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Technische Analysten sehen noch weiteres Kurspotenzial für das deutsche Börsenbarometer. „Auf zu neuen Ufern“, jubelt die Düsseldorfer Bank HSBC. Für deren Charttechniker Jörg Scherer rücken nun die Marke von 12.000 Punkten und darüber hinaus sogar das Allzeithoch vom April 2015 mit 12.391 Zählern wieder ins Visier. „Dieses Ziel scheint mit Blick auf die technischen Indikatoren durchaus realistisch“, analysiert er. Um die positive Weichenstellung nicht zu gefährden, sollte der Dax nicht mehr unter die Marke von 11.600 Punkten rutschen. Danach wären bei 11.400 und 10.800 Zählern weitere wichtige Haltepunkte, sollte der Leitindex nachgeben.

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Ähnlich sehen das die technischen Analysten der Helaba. Sie verweisen auch auf die strukturelle Verfassung bei den Dax-Einzelwerten. Lediglich drei Werte notieren unterhalb der 200-Tage-Linie. „Sicherlich eine Konstellation, welche noch weiteren Spielraum auf der Oberseite zulässt“, schreibt die Helaba. Die 200-Tage-Linie ist ein wichtiger Indikator auch für langfristige Investoren. Vereinfacht gesagt: Steigt diese Linie, handelt es sich um einen Aufwärtstrend und umgekehrt.

Auch das Magazin Index-Radar, das Marktverhalten mit statistischen und technischen Hilfsmitteln analysiert, billigt dem deutschen Leitindex weitere Kursteigerungen zu. „Das bisherige Allzeithoch bei 12.390 erscheint zunächst als maximal realisierbares Ziel für eine kurz- bis mittelfristige Rally, bevor auch der Dax in eine starke Überhitzung steuern würde“, schreiben die Analysten. Sie begründen das mit einem ähnlichen Potenzial für die Indizes in den USA.

Kommentare (5)

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Frau Edelgard Kah

26.01.2017, 15:58 Uhr

Sehr geehrter Herr Röder,

nichts gegen technische Analysten. Aber ich kann mich noch an manches Beispiel erinnern, wo die ganze Zunft geschlossen einer Meinung war. Es hieß der Weg nach oben ist frei, 500 Punkte sind beim DAX noch drin.

Nichts gegen die Feststellung eines freien Weges nach oben. Aber der DAX verschmähte den freien Weg und drehte nach Süden.

Dennoch: Nichts gegen technische Analysten. Aber es wäre schön, wenn sie ihre Mutmaßungen und Spekulationen nicht als Wissen ausgeben, sondern stets mit dem Wort "könnte" versehen würden.

Ich persönlich bin der Meinung "Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich der Kurs oder er bleibt wo er ist".

Account gelöscht!

26.01.2017, 17:05 Uhr

Die meisten Banker sind keine Millionäre. Genauso wenig die Analysten, Researcher, Charttechniker und wie sie alle heißen mögen bzw. sich nennen mögen.

Viel Theorie und sonst gar nix!

Behavioral Finance

Account gelöscht!

26.01.2017, 17:22 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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