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20.10.2014

14:14 Uhr

Dax-Umfrage

„Angelaufene Rally ist nachhaltig“

VonJürgen Röder

Nach der Panikstimmung am vergangenen Donnerstag dürften sich die Gemüter der Investoren beruhigen – was für steigende Kurse sorgen sollte. Denn die nervenschwachen Anleger sind aus dem Markt. Eine exklusive Analyse.

Ihre Meinung zur Entwicklung an den Börsen ist gefragt. Getty Images

Ihre Meinung zur Entwicklung an den Börsen ist gefragt.

DüsseldorfDie vergangene Börsenwoche war ungewöhnlich: Auf Basis der Schlusskurse hat sich der Dax kaum verändert. Zwischenzeitlich gab es aber turbulente Bewegungen und am Donnerstag schienen die Anleger gar in Panik zu verfallen, was sich an einem heftigen Ausverkauf und einem zwischenzeitlichen Tiefstand von 8350 Punkten zeigte.

„Panik ist die Grundlage für eine nachhaltige Bodenbildung und eine Stabilisierung der Aktienkurse nach vorherigen Kursverlusten“, sagt Stephan Heibel. Der Börsenexperte des Analysehauses animusX wertet die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung aus. Den Kursanstieg vor 14 Tagen hatte er mit Hilfe der Sentiment-Umfrage korrekt als kurzlebig diagnostiziert.

Doch nun ist der Börsenexperte bullish gestimmt. „Nach der Panik am vergangenen Donnerstag, die sich auch deutlich in der eingebrochenen mittelfristigen Zuversicht der Anleger vor einer Woche zeigte, halten wir die nunmehr angelaufene Rally für nachhaltig“, erläutert er und legt sich konkret fest: „Kurse unter 8.400 Punkte im Dax dürften der Vergangenheit angehören.“ Seine optimistische Einschätzung stützt er weniger auf die Ergebnisse der heutigen Sentiment-Umfrage als vielmehr auf die Entwicklung der Börsenstimmung in den vergangenen zwei Wochen.

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Bei Kursen oberhalb von 9500 Punkten waren die Anleger Ende September einmal auf dem falschen Fuß erwischt worden, die Kurse fielen. Anschließend folgte ein Ausverkauf, der durch Panik auch die letzten zittrigen Hände zum Verkauf bewegt hat. „Nun sollten alle nervenschwachen Anleger aus dem Markt sein, so dass ein – wenn auch nur geringes – Kaufinteresse kaum auf Verkaufspositionen trifft, was zu steigenden Kursen führt“, erläutert Heibel.

Doch eine solche Prognose birgt auch Risiken. „Fundamental betrachtet, gilt diese Einschätzung natürlich nur dann, wenn sich geopolitisch nichts Maßgebliches ändert“, so Heibel. Eine Verschärfung der Ukraine-Krise, neue Ebola-Fälle in der westlichen Welt oder ausufernde Zankereien um die richtige Fiskal- und Geldpolitik in Euro-Land könnten jederzeit zu heftigen Stimmungs- und Kursschwankungen führen.

Eine ähnliche Einschätzung gibt auch Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. „Insbesondere Ebola ist abseits der eigentlichen Krankheit geeignet, sich im Extremfall zu einer massiven psychologischen Belastung zu entwickeln“, sagt er. Aber auch Halver ist grundsätzlich optimistisch: „Die Versuche der Aktienmärkte, sich zwischenzeitlich gegen den Konsolidierungsdruck zu stemmen, zeigen, dass auch die pro-Aktienargumente nicht in Vergessenheit geraten sind.“

Kommentare (12)

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Herr Thomas Schmidt

20.10.2014, 15:31 Uhr

Na, hoffentlich ist da nicht nur der Wunsch Vater des Gedankens, was diesen Optimismus angeht. Nach einer Phase von mehr als 5 Jahren steigenden Kursen sitzen noch eine Menge Anleger auf Gewinnen von 100, 200% oder sogar mehr. Und nachdem das erste Mal seit langem auch psychologisch sehr wichtige Marken unterschritten wurde, sitzen sicher immer noch viele Markteilnehmer auf "gepackten Koffern", um Gewinne sicherzustellen. Ebola und die Ukraine sind wahrscheinlich tatsächlich nicht die größten Bedrohungsfaktoren für die Börsen in den nächsten Wochen + Monaten. Viel nachhaltiger negativ wäre aber, wenn sich zeigen würde, dass die Ergebnisse der Unternehmen schwächer ausfallen als in den ganzen positiven Szenarien erhofft. Und zwar nicht nur in Europa, sondern auch i n den USA.

Herr Ich und Ich

20.10.2014, 15:56 Uhr

Schreibt doch mal die Wahrheit. Die EZB hat heute begonnen coverd Bonds zu kaufen, was die Bilanzen der Banken entlastet und deshalb geht man von einer Bodenbildung aus.
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/covered-bonds-ezb-beginnt-mit-geplanten-pfandbriefaufkaeufen-13219408.html

Diese Woche kommt das BIP aus China mit neuen Daten. Das wird der Maßstab sein.

Account gelöscht!

20.10.2014, 16:12 Uhr

Der Artikel ist doch schon im Moment der Veröffentlichung durch die Märkte vollständig widerlegt.
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