Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.07.2016

16:34 Uhr

Dax-Umfrage

Angst und Panik sind verflogen

VonJürgen Röder

Nach dem heftigen Einbruch an den Aktienmärkten als Folge des Brexit-Votums haben sich die Kurse wieder stabilisiert. Doch kommt bald wieder ein Rückschlag? Antworten darauf gibt eine exklusive Analyse der Anlegerstimmung.

Händler an der Frankfurter Börse schauen auf Ihre Bildschirme: Die Erleichterung der Anleger nach dem Brexit-Schock ist zu spüren, derzeit gibt es keine Anzeichen für einen erneuten Kurseinbruch. AP

Börse Frankfurt

Händler an der Frankfurter Börse schauen auf Ihre Bildschirme: Die Erleichterung der Anleger nach dem Brexit-Schock ist zu spüren, derzeit gibt es keine Anzeichen für einen erneuten Kurseinbruch.

DüsseldorfGenauso überraschend wie das Ergebnis des Brexit-Referendums kam, genauso heftig stürzte der Dax ab: Der deutsche Leitindex brach zunächst um zehn Prozent ein, holte jedoch im weiteren Wochenverlauf die Hälfte des Verlustes wieder auf. Genauso heftig war in der vergangenen Woche die Anlegerstimmung gesunken. „Wir sehen in diesen Tagen Angst und Panik an den Finanzmärkten, was für eine Gegenbewegung spricht“, meint Börsenexperte Stephan Heibel am vergangenen Montag.

Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, wertet für seine Prognosen zur künftigen Dax-Entwicklung die Ergebnisse der wöchentlichen Handelsblatt-Umfrage unter mehr als 2.300 Anlegern aus. Diese Umfrage ermittelt die Börsenstimmung, also ob Anleger die aktuelle und die künftige Entwicklung positiv oder negativ beurteilen. In vielen Fällen sind die Ergebnisse Kontraindikatoren.

Vermögensverwalter George Walker: „Nach dem Brexit ergeben sich auch Chancen für Anleger“

Vermögensverwalter George Walker

Premium „Nach dem Brexit ergeben sich auch Chancen für Anleger“

Das Brexit-Votum bereitet George Walker wenig Kopfzerbrechen. Im Interview spricht der Chef der Vermögensverwaltung Neuberger Berman über taktisch kluge Investments, schwindende Provisionen und die Risiken von ETFs.

Vereinfacht gesagt: Wenn die Anleger zu euphorisch sind, ist dies ein Indiz für bald fallende Kurse. Konkrete Erwartungen zur künftigen Börsenentwicklung lassen sich aber nur ableiten, wenn man die Antworten zu allen vier Fragen, aus denen die Erhebung besteht, zusammen auswertet. Entsprechend galt die Angst und Panik vor einer Woche als Indiz für eine Gegenbewegung.

Doch hat sich im Rahmen der Gegenbewegung die Stimmung schnell wieder normalisiert. Angst und Panik unter den Anlegern sind wie weggeblasen: Das Lager derer, die in der aktuellen Bewegung einen Abwärtstrend erkennen, ist um 37 Prozentpunkte auf 23 Prozent gefallen. Diese Ex-Pessimisten sind in das Lager der Neutralen (plus 23 Prozentpunkte auf 42 Prozent) und der gut Gelaunten (plus 13 Prozentpunkte auf 18 Prozent) gewechselt. Dadurch ist der kurzfristige Sentiment-Indikator von extremer Niedergeschlagenheit in den neutralen Bereich gesprungen.

Die Schwärzesten Tage des Dax: 2008-2015

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

8. August 2011

Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

24. August 2015

Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China drückt den Dax erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke 10.000 Punkten. Der Leitindex fällt um bis zu 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

Parallel zur Stimmungsaufhellung hat sich auch die Polarisierung der vergangenen Woche abgeschwächt. Die meisten Anleger fühlen sich in ihren Erwartungen mehr oder weniger bestätigt (plus 20 Prozentpunkte auf 43 Prozent) oder sehen ihre Erwartungen kaum erfüllt (plus sieben Prozentpunkte auf 22 Prozent). Nur noch knapp jeder Vierte wurde völlig überrascht, nur zwölf Prozent haben auf eine so starke Gegenbewegung gesetzt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×