Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.04.2015

14:19 Uhr

Dax-Umfrage

„Anleger ignorieren die Realität“

VonJürgen Röder

Der Dax hat in der vergangenen Woche einen Teil seiner Verluste wieder wettgemacht. Wird es nun weitere Kursgewinne geben? Eine exklusive Analyse zeigt, wann Anleger wieder Aktien kaufen sollten.

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern. Getty Images

Dax-Umfrage

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern.

DüsseldorfErneut lag Sentiment-Experte Stephan Heibel mit seiner Prognose richtig: Nach dem kurzen, aber heftigen Ausverkauf in der Woche zwischen dem 13. und 17. April erwartete er am vergangenen Montag eine Gegenbewegung. „Die könnte den Dax wieder über 12.000 Punkte, vielleicht sogar auf neue Allzeithochs über 12.400 Punkte treiben, ohne allerdings die Dynamik der vergangenen Monate wieder zu erreichen“, sagte er am vergangenen Montag.

Genauso kam es. Der Dax legte auf Wochensicht 1,1 Prozent zu. Die Marke von 12.000 Zählern konnte das deutsche Börsenbarometer am Montag und am Dienstag nur kurzfristig überwinden, anschließend ging es abwärts. Grund für Heibels Prognose war die schlechtere Stimmung der Anleger, die bei der wöchentlichen Dax-Sentiment-Umfrage auf Handelsblatt Online mitgemacht hatten.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Denn schlechte Stimmung ist ein Kontraindikator. Wenn Anleger bei fallenden Kursen zu pessimistisch sind, ist dies ein Indiz für bald steigende Notierungen, da viele von ihnen bereits ihre Aktien verkauft haben. Dadurch reichen schon wenige Käufer, um den Index wieder nach oben zu treiben. Aus umgekehrter Sicht gilt auch, dass zu große Euphorie ein Indiz für bald fallende Kurse ist.

Ziel dieser Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2100 Anlegern ist es, eine Einschätzung zu geben, wie sich der Dax in der kommenden Börsenwoche entwickeln könnte. Die Ergebnisse können sich bisher sehenlassen (siehe auch Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf).

Mit seiner richtigen Prognose lag Heibel konträr zu vielen Analysten, die für die vergangene Woche weitere Kursverluste prognostizierten. „Allmählich scheint sich die Meinung durchzusetzen, dass es bald zu einer größeren Korrektur kommen könnte“, erklärte beispielsweise Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Hessischen Landesbank, am Freitag vor zehn Tagen. „Anleger halten sich deshalb mit Neuengagements zurück.“

Wird aus der Gegenbewegung der vergangenen Woche mehr? Oder fällt der Dax nun wieder auf neue Tiefstände? Nach Auswertung der aktuellen Umfrageergebnisse ergeben sich für Heibel zwei Szenarien.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Rudolf Riedl

27.04.2015, 19:52 Uhr

Liebe Handelsblatt Redakteure,

bitte ersparen Sie uns die täglichen unsinnigen DAX Berichte, die jeder bei Boerse online und sonstigen Portalen lesen kann. Es ist völliger Unsinn, immer die Zahlen der Vergangenheit zu beschreiben. Das ist Lesen der Zeitung von gestern.
Könnte, würde, müsste.....................

Sicher ist nur eines: Der DAX wird solange steigen, bis er anfängt zu fallen, wenn keines von beiden eintrifft wird er in eine Seitwärtsbewegung übergehen.

Wird es nun weitere Kursgewinne geben? Ja sicher, in den nächsten 10 Jahren
mit Sicherheit. wenn er nicht fällt oder seitwärts läuft.

Schönen Abend noch.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×