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29.06.2015

12:43 Uhr

Dax-Umfrage

„Anleger scharren mit den Füßen“

VonJürgen Röder

Die Märkte weltweit schalten um in den Krisen-Modus. Doch wie lange hält der an? Eine exklusive Analyse gibt Entwarnung und zeigt, wie weit der deutsche Leitindex in den nächsten Tagen noch fallen könnte.

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Griechenland-Krise: Wird Griechenland seine IWF-Schulden begleichen können?

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DüsseldorfUnter der Überschrift „Griechenland-Drama birgt Überraschungspotenzial“ hatte Börsenexperte Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, am vergangenen Montag zunächst steigende Kurse vorhergesagt, aber auch aufgrund der hohen Zuversicht der Anleger vor negativen Überraschungen gewarnt. Beides traf ein. In der abgelaufenen Woche legte der deutsche Leitindex um 4,1 Prozent zu, doch die jüngsten politischen Entwicklungen in Griechenland stürzten den Dax am heutigen Montag um bis zu 4,6 Prozent ins Minus.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Basis für Heibels Einschätzung ist das Handelsblatt Dax-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage unter mehr als 2200 Anlegern. Sie ermittelt die Börsenstimmung, also ob Anleger zur aktuellen und zur künftigen Entwicklung an den Aktienmärkten optimistisch oder pessimistisch eingestellt sind. Weitere Prognosen finden Sie unter Vergleich Dax-Sentiment und Indexentwicklung.

Für diese Börsenwoche hat Heibel ebenfalls eine klare Meinung. „Ich gehe nicht davon aus, dass die aktuellen Entwicklungen den Dax nachhaltig schädigen können“. Der Ausverkauf werde zwar schnell und heftig sein. Doch die Teilnehmer der aktuellen Umfrage zeigen eine „Na-endlich-Haltung“. „Viele Anleger scharren mit den Füßen, um zu niedrigeren Kursen wieder einzusteigen“, meint Heibel. Dabei hätten die alten Marken bei 10.800 und 10.500 Punkten im Dax nach wie vor ihre Gültigkeit. Bei diesen Kursständen sei eine hohe Kaufbereitschaft vorhanden, die den Index wieder steigen lassen dürften.

Dass der Dax im Juni bei rund 10.800 Zählern einen Boden gefunden hat und in der vergangenen Woche auf über 11.500 Zähler stieg, hat den Anlegern laut der aktuellen Umfrage nicht gefallen. „Vielleicht erfolgt in dieser Woche eine neue Bodenbildung in Verbindung mit einer wie auch immer gearteten Lösung des Griechenland-Dramas, die den Anlegern gefällt und im Anschluss für eine Erholung im Dax sorgen kann“, so Heibel.

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