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03.08.2015

14:03 Uhr

Dax-Umfrage

Anleger sehnen sich nach Erholung

VonJürgen Röder

Die noch vor zwei Wochen herrschende Anleger-Euphorie hat sich aufgelöst, nun wollen Investoren sich nach den Strapazen der vergangenen Börsen-Monate erholen. Laut einer exklusiven Analyse könnte das aber bald vorbei sein.

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern. Getty Images

Dax-Umfrage

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern.

DüsseldorfBörsenexperte Stephan Heibel hatte sich am vergangenen Montag festgelegt, dass die Marke von 11.000 Dax-Punkten in dieser Woche halten würde. Bei diesen Kurständen würden private Anleger eine hohe Kaufbereitschaft zeigen, so seine Begründung. Zudem war bereits am vergangen Montag die Euphorie der Anleger von vor zwei Wochen abgeflacht – das Handelsblatt-Dax-Sentiment sprach für eine Seitwärtsbewegung.

Die Prognose traf zu. Obwohl der Index zum Wochenbeginn noch um 300 Punkte einbrach, griffen Anleger beim Stand von 11.028 Zählern am vergangenen Montag zu und hievten das deutsche Börsenbarometer zum Wochenschluss auf 11.309 Zähler – ein Plus von 0,2 Prozent im Wochenvergleich. Weder der Aktiencrash in China, noch die militärischen Aktionen der Türkei in ihren südlichen Grenzgebieten sorgten für einen nachhaltigen Ausverkauf. (Die Prognosen von Heibel in den Vorwochen finden Sie unter Vergleich Dax-Sentiment und Indexentwicklung).

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Basis für seine Einschätzung ist das Handelsblatt-Dax-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage unter mehr als 2200 Anlegern. Die ermittelt die Börsenstimmung, also ob Investoren pessimistisch oder optimistisch eingestellt sind.

Und wie ist die aktuelle Stimmung? „Für die gerade angelaufene erste Augustwoche ist schönes Wetter angekündigt und das zeigt sich auch in unserer Sentimentumfrage“, sagt Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx. Es habe den Anschein, als wollten Anleger sich nun von den Strapazen der vergangenen Monate erholen - vom Griechenland-Drama sowie von den Zinsspekulationen und den China-Wirren.

Dass die Anleger nun auf Erholungskurs sind, kommt für Heibel nicht überraschend. Der Dax hat im laufenden Jahr bereits um 15 Prozent zugelegt, aber insbesondere die vergangenen Wochen haben an den Nerven der Anleger gezerrt. „Warum nicht einmal die im Risiko stehenden Positionen verkleinern oder auflösen und den Sommer genießen, sagen sich offensichtlich viele unserer Umfrageteilnehmer“, meint der Animusx-Geschäftsführer. Immer mehr Anleger ziehen sich an die Seitenlinie zurück. Dabei blicken sie auf ein ordentliches Jahresplus und sind sich sicher, dass sich diese positive Entwicklung im Herbst fortsetzen wird.

Die Einschätzung ergibt sich eindeutig aus der aktuellen Umfrage. Knapp die Hälfte der Teilnehmer sieht die derzeitige Lage an den Börsen als Seitwärtsbewegung – ein Plus von sieben Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Nur noch wenige Anleger sind euphorisch oder skeptisch in der aktuellen Börsensituation.

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