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26.05.2015

14:54 Uhr

Dax-Umfrage

Anleger stehen an der Seitenlinie

VonJürgen Röder

Trotzige Zuversicht, diese Börsenstimmung herrschte beim vergangenen Dax-Sentiment vor drei Wochen. Nun warten die Anleger aber lieber ab. Was das für diese Handelswoche bedeutet, zeigt ein exklusive Analyse.

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern. Getty Images

Dax-Umfrage

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern.

Vor drei Wochen erfolgte die bisher jüngste deutliche Dax-Korrektur: Der deutsche Leitindex rutschte damals kurzfristig unter die Marke von 11.200 Punkten. „Das interpretieren wir aus Sentimentsicht als ausreichenden Ausverkauf“, meint Börsenexperte Stephan Heibel. Er hatte vor drei Wochen in der damaligen Dax-Sentiment-Auswertung Anlegern bei derartigen Kursen den Einstieg empfohlen.

Unter der Überschrift „Die Basis für eine nachhaltige Rally“ beschrieb er, dass aus seiner Sicht „das schnelle Ende der Korrektur aus Sentiment-Sicht dann bevorstehen würde, wenn es kurzzeitig nochmals unter 11.400 oder gar 11.000 Punkte im Dax gehen sollte“. Er sah bereits das damals aktuelle Kursniveau als Kaufniveau an und würde einen weiteren Kursrutsch sogar aggressiv für weitere Käufe nutzen.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Grundlage für seine Einschätzungen ist das Dax-Sentiment, eine wöchentliche Handelsblatt-Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2200 Anlegern. Die Umfrage wird anschließend vom Analysehaus Animusx ausgewertet und interpretiert. Anhand der Umfrage gibt Animusx-Inhaber Heibel Anhaltspunkte, wie sich der Dax in der neuen Handelswoche entwickeln könnte. Die bisherige Bilanz kann sich sehen lassen (siehe auch Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf).

Nun ist der Dax gegenüber der vergangenen Auswertung um rund drei Prozent gestiegen und die Stimmung hat sich deutlich verändert. Aus einer trotzigen Zuversicht damals ist nun eine neutrale, abwartende Haltung geworden. Denn alle vier verschiedenen Sentiment-Werte (Aktuelle Börsenlage, Selbstgefälligkeit der Anleger, Börsenentwicklung in drei Monaten und Investitionsbereitschaft) liegen im neutralen Bereich.

Nur noch gut jeder Zehnte sieht in der aktuellen Börsenlage einen Aufwärtstrend, ein Rückgang von 33 Prozentpunkten gegenüber der vorherigen Beobachtungsphase. Jeder fünfte Umfrageteilnehmer schätzt die derzeitige Situation als Aufwärtstrend ein, jeder Zweite sieht einen Seitwärtstrend.

Kommentare (2)

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Herr Tom Bauer

26.05.2015, 16:46 Uhr

Viele Anleger stehen immer an der Seitenlinie. Speziell die Deutschen.

Wenn der Index oben ist kann man sagen: Doofe Spekulanten! Zu teuer!
Wenns abwärts geht kann man sagen: Gierige Spekulanten selbst schuld! Habs doch gleich gewusst!

Das Vermögensaufbau so nicht geht ist längst klar.
Vermögensscherendiskussion in den Medien sollte sich dann ggf. etwas schließen. Wenn das dann der Effekt ist soll mir das recht sein.

Account gelöscht!

26.05.2015, 16:52 Uhr

"Viele Anleger stehen immer an der Seitenlinie..."

ist von mir natürlich falsch ausgedrückt, ist sind natürlich keine Anleger,denn ein Anleger legt ja irgendwo irgendwas an !

Unten kaufen und oben geben, das isr meine Devise,dann schließt sich auch der Kreis mit den Medien und der gierige Spekulant ist ein cleverer Anleger.

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