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15.06.2015

15:13 Uhr

Dax-Umfrage

Anleger warten auf eine zweite Chance

VonJürgen Röder

Vielen Anlegern ging der Ausverkauf am Dienstag vergangener Woche mit seinen panikartigen Zügen viel zu schnell. Sie wünschen sich erneut tiefere Kurse, um einzusteigen. Doch wird dieser Wunsch erfüllt?

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern. Getty Images

Dax-Umfrage

Das Handelsblatt-Dax-Sentiment ist eine Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern.

DüsseldorfWas sagte Börsenexperte Stephan Heibel noch am vergangenen Montag: „Für eine Bodenbildung fehlt die Panik“, lautete unter der Überschrift „Anleger hört die Signale“ seine Prognose. „Wir haben im Sentiment noch keine Extremwerte erreicht, die ein Ende des Ausverkaufs anzeigen würden. Ich würde daher mit Käufen auf klarere Signale warten“.

Nur einen Tag später kam an der Börse Panik auf. Der Dax fiel am vergangenen Dienstag bis auf 10877 Punkte. Anschließend folgte eine Aufholjagd. Doch am Freitag stockte die Erholung, zwischenzeitliche Gewinne lösten sich in Luft auf. Unterm Strich hat sich der Dax im Vergleich zur Vorwoche gar nicht verändert.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Basis für die Prognosen von Heibel ist das Handelsblatt-Dax-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2200 Anlegern. Die bisherigen Empfehlungen für die jeweilige Börsenwoche, abgeleitet von der jeweiligen Umfrage, können sich sehen lassen (siehe auch Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf).

Die aktuelle Stimmungsumfrage zeigt, dass viele Anleger die Korrektur für beendet halten. Das Lager derer, die in der aktuellen Börsenentwicklung noch einen Abwärtsimpuls sehen, ging um 16 Prozentpunkte auf 29 Prozent zurück. Dafür sehen schon wieder 14 Prozent (plus neun Prozentpunkte) einen neuen Aufwärtsimpuls. Am größten ist jedoch das Lager der Neutralen geworden: Mehr als jeder dritte Teilnehmer sieht den Dax in einer Seitwärtsbewegung.

Viele Anleger hatten in der vergangenen Woche auf einen Ausverkauf im Dax gewartet, teilweise sogar gehofft, um zu investieren. „Doch der Ausverkauf dieser Woche war, wie so häufig, zu schnell vorbei“, erläutert Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx. „So konnten viele Anleger ihr Vorhaben, zu günstigen Kursen einzukaufen, nicht umsetzen“.

Dies zeigt sich durch den moderaten Anstieg der Selbstgefälligkeit, die aus den Antworten auf die Frage „Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?“ ermittelt wird. Die deutlichen Kursschwankungen haben die meisten Anleger offenbar auch so erwartet. Die Zahl derer, die davon völlig überrascht wurden, ging sogar um fünf Prozentpunkte auf 18 Prozent zurück.

Der Ausverkauf am vergangenen Dienstag hat eine weitere Nebenwirkung: Er fördert die Zuversicht, dass die Märkte in drei Monaten wieder deutlich steigen werden. Das erwartet jeder dritte Teilnehmer. Nur noch 15 Prozent fürchten einen Abwärtsimpuls, 28 Prozent erwarten einen Seitwärtstrend.

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