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12.01.2015

15:02 Uhr

Dax-Umfrage

Anlegern fehlt die Angst

VonJürgen Röder

An zwei Tagen gab es vergangene Woche einen Ausverkauf am Aktienmarkt – doch die Anleger gehen voller Zuversicht ins neue Jahr und kaufen auf hohem Niveau weiter. Das könnte sich rächen, zeigt eine exklusive Analyse.

Noch nie war seit dem Start der Handelsblatt-Umfrage im September 2014 der Pessimismus so hoch wie derzeit.

Dax-Anleger brauchen Geduld

Noch nie war seit dem Start der Handelsblatt-Umfrage im September 2014 der Pessimismus so hoch wie derzeit.

DüsseldorfWas für eine Börsenwoche! An drei von fünf Handelstagen stieg oder fiel der Dax um mehr als zwei Prozent: Montag minus drei Prozent, Donnerstag plus 3,3 Prozent und Freitag minus zwei Prozent. Experten erwarten auch, dass diese heftigen Schwankungen weitergehen. „Die neue Ära der Volatilität hat bereits begonnen", meint beispielsweise Giordana Lombardo, Chefanlagestratege bei Pioneer Investments. Auch Christian Böck von Axa Investment rechnet mit starken Kursschwankungen.

Doch wie ist nach diesen heftigen Schwankungen die Stimmung unter den Anlegern? Von Angst keine Spur. Das zeigt die Auswertung des „Dax Sentiments“, einer wöchentlichen Umfrage auf Handelsblatt Online zur Börsenstimmung in Zusammenarbeit mit dem Analysehaus Animusx.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

„Wo bleibt die Angst?“, fragt sich Stephan Heibel von Animusx, der wöchentlich die Zahlen der Umfrage interpretiert. Trotz der beiden Ausverkäufe innerhalb einer Woche zucken Anleger fast gleichgültig mit den Schultern. „Voller Zuversicht geht man ins neue Jahr und wartet trotz der heftigen Schwankungen nicht einmal auf eine günstige Kaufgelegenheit, sondern kauft auch auf hohem Niveau zu“, lautet seine Analyse der Umfrage.

Ein Blick auf die Umfrageergebnisse zeigt: Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer sehen hinter diesen heftigen Schwankungen eine Seitwärtsbewegung in einer doch recht großen Spanne. Jeder Zehnte glaubt sogar, hinter großen Plus- und Minuszeichen beim Dax einen übergeordneten Aufwärtsimpuls zu erkennen.

Dazu passen auch die Antworten der Sentiment-Frage „Wollen Sie in den nächsten zwei Wochen handeln?“ Denn mehr als jeder Dritte der Umfrageteilnehmer - und damit zehn Prozentpunkte mehr als noch bei der letzten Umfrage kurz vor Weihnachten 2014 – wollen nun kaufen. Verkaufen möchte noch kaum jemand – nur 13 Prozent.

„Auffällig ist jedoch auch, dass knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer nicht wissen, ob sie in den kommenden zwei Wochen handeln werden“, meint Heibel. Die Zahl decke sich mit dem hohen Anteil der Anleger, die aktuell eine Seitwärtsbewegung sehen (41 Prozent). Auch für die nächsten drei Monate erwartet fast jeder Dritte eine Seitwärtsbewegung oder gar einen weiteren Aufwärtsimpuls - sieben Prozent mehr als kurz vor Weihnachten.

Kommentare (10)

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Herr Edgar Cayce

12.01.2015, 15:12 Uhr

Herr Jürgen Röder,

bei allem Respekt, aber wen wollen Sie veräppeln?

Schauen Sie sich doch bitte mal die Umsätze an und wer aktuell kauft. Sind das (Privat)anleger? Nein. Das ist doch gerade das Problem. Die "Dummen" bleiben zur Zeit aus, um den Instis ihren Kram auf dem Niveau abzukaufen.

Da kann man nur hoffen, dass keiner von denen wieder Panik bekommt, wie im Oktober und seine Positionen schnell schliessen muss. Der einzige Grund, warum der Dax dort steht, wo er steht, ist Herr Draghi und die Hoffnung auf QE.

Liefert er wird hochgepusht und Kasse gemacht. Liefert er nicht wird rasiert. So oder so kommen die dummen Schafe dabei unter die Räder.

Don't fight high frequency trading.

Herr William Kraft

12.01.2015, 15:43 Uhr

In Ihrer Umfrage steht ja nur "wollen sie kaufen" ect.
Natürlich kauft man in einer Seitwärtsbewegung auch.
Wäre gut, wenn man noch angeben könnte: short oder calls.

Mustafa Yildirim

12.01.2015, 15:45 Uhr

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