Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.11.2015

12:41 Uhr

Dax-Umfrage

„Das ist ein explosives Stimmungsgemisch“

VonJürgen Röder

Die Stimmung der Anleger ist laut Handelsblatt-Umfrage auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Und die Investoren sind selbstgefälliger geworden. Eine exklusive Analyse zeigt, was das für diese Börsenwoche bedeutet.

Die große Anzeigetafel zeigt im Handelssaal der Börse die Dax-Kurve. Die Anleger sind aktuell so euphorisch, dass diese Handelswoche mit einer Korrektur enden könnte. dpa

Börse

Die große Anzeigetafel zeigt im Handelssaal der Börse die Dax-Kurve. Die Anleger sind aktuell so euphorisch, dass diese Handelswoche mit einer Korrektur enden könnte.

DüsseldorfVor einer Woche prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch. Am Montag vor einer Woche rutschte der Dax vorbörslich auf rund 10.500 Punkte, ehe eine Rally einsetzte. Die ließ den deutschen Leitindex im Wochenvergleich um 3,8 Prozent auf 11.100 Punkte nach oben schnellen.

„Eine solche Rally wirkt sich natürlich extrem positiv auf die Anlegerlaune aus“, meint Heibel, Geschäftsführer des Analysehauses Animusx und Experte für Börsenpsychologie und die Stimmungslagen der Anleger – im Börsendeutsch "Sentiment" genannt. Er analysiert die Handelsblatt-Dax-Umfrage unter mehr als 2.300 Anlegern Woche für Woche und leitet daraus Prognosen ab, wie sich der Auswahlindex in den kommenden Handelstagen entwickeln könnte. Mehr dazu im Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen und Indexentwicklung.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Als Ergebnis der Rally hat das kurzfristige Handelsblatt-Sentiment - also wie Anleger die aktuelle Börsenphase sehen - mit einem Wert von 5,8 Prozent ein neues Allzeithoch erreicht. Das Lager derer, die derzeit in der Dax-Bewegung einen Abwärtsimpuls sehen, wurde fast restlos freigeräumt. Auch eine Seitwärtsbewegung sieht nur noch jeder Fünfte – und damit 29 Prozentpunkte weniger als noch vor einer Woche. 60 Prozent der Anleger sehen eine aktuelle Rally, 39 Prozentpunkte mehr als am vergangenen Montag. Weitere 16 Prozent (plus sieben Prozentpunkte) vermuten beim deutschen Börsenbarometer eine Topbildung.

Interessant ist erneut die Auswertung darüber, wie Anleger die vergangenen Handelstage beurteilen. Vor einer Woche erwarteten knapp die Hälfte steigende Kurse. Nun haben 70 Prozent (plus 16 Prozentpunkte) angegeben, die steigenden Kurse so erwartet zu haben. Nur 30 Prozent geben zu, von der Rally überrascht worden zu sein. „Die Selbstgefälligkeit ist damit zwar deutlich angestiegen, befindet sich aber noch auf einem moderaten Niveau“, bewertet Heibel das Ergebnis.

Und in drei Monaten wird der Dax laut Umfrage auf einem neuen Niveau gesehen. Gut jeder Dritte geht von einer Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau aus, jeder Vierte erwartet, dass dann der Auswärtsimpuls auslaufen wird. Einen Abwärtsimpuls fürchtet nur noch jeder Fünfte – genauso viele erwarten eine Topbildung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×