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21.12.2015

14:04 Uhr

Dax-Umfrage

„Das macht die Aktienmärkte anfällig“

VonJürgen Röder

Die Anleger durchlebten in den vergangenen Wochen ein Wechselbad der Gefühle. Nun sind sie wieder euphorisch – trotz des fallenden Ölpreises. Was das alles für die Jahresendrally bedeutet, zeigt eine exklusive Analyse.

Mit steigenden Kursen ins neue Jahr? 44 Prozent der Anleger sehen in der aktuellen Bewegung einen Aufwärtsimpuls. dpa

Börse Frankfurt

Mit steigenden Kursen ins neue Jahr? 44 Prozent der Anleger sehen in der aktuellen Bewegung einen Aufwärtsimpuls.

DüsseldorfVor der US-Zinsentscheidung hatte Börsenexperte Stephan Heibel noch am vergangenen Montag vorausgesagt: „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“. Was auch eintrat: Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Weil US-Notenbankchefin Janet Yellen hat mit umsichtigen Worten die Angst vor zu vielen Zinsanhebungen im kommenden Jahr genommen.

Basis für seine Prognose ist die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment unter mehr als 2300 Anlegern. Der Inhaber des Analysehauses Animusx betrachtet die Ergebnisse vor allem als Kontraindikatoren. Vereinfacht gesagt: Sind Anleger zu pessimistisch, ist das eher ein Indiz für bald steigende Kurse. Weil dann viele ihre Aktien bereits verkauft haben und neue Käufe schnell zu höheren Kursen führen.

Dax-Umfrage: „Noch ist keine Trendwende erkennbar“

Dax-Umfrage

„Noch ist keine Trendwende erkennbar“

Die Rally läuft und läuft. Jeder Rücksetzer wird von den Anlegern als Kaufgelegenheit wahrgenommen. Doch bereits diese Handelswoche ist anfällig für plötzliche Enttäuschungen, zeigt eine exklusive Analyse.

„Allerdings ist die Interpretation nicht ganz so einfach“, schränkt Heibel ein. Man müsse auch Indikatoren wie Selbstgefälligkeit, Investitionsbereitschaft oder Zuversicht miteinbeziehen und schließlich mit früheren Ergebnissen des Dax-Sentiments vergleichen. Seine wöchentliche Prognosequalität ist sehr gut. (siehe auch Vergleich Dax-Sentiment und Indexentwicklung).

Nach der Rally vergangene Woche als Folge der US-Zinsentscheidung folgten dann aber Gewinnmitnahmen, die Kurse bröckelten ab. Anleger verrückten ihren Fokus auf andere Themen wie beispielsweise auf den fallenden Ölpreis.

Und wie ist die aktuelle Stimmung der Anleger nach den turbulenten Tagen? Der Kursanstieg im Dax hat bei einem Drittel der Anleger zu einem Stimmungsumschwung in Richtung Euphorie gesorgt, insgesamt 44 Prozent (plus 34 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche) sehen in der aktuellen Bewegung einen Aufwärtsimpuls. Wie schnell das alles gehen kann.

Dax-Sentiment: Vergleich Prognosen mit Indexverlauf

Börsenwoche 15.2. - 19.2.

Der Dax legte um 4,7 Prozent zu und beendete den Handel bei  9388 Punkten. Heibels Ratschlag am Montag (15.2.):  „Auf eine Bodenbildung mit anschließend weiter steigenden Kursen würde ich nur mit einem kleinen Betrag spekulieren“. Diese Investition sollten Anleger, falls die 9.300 Punkte im Dax nicht überwunden werden, schnell wieder auflösen.

Börsenwoche 8.2. - 12.2

Das deutsche Börsenbarometer verlor in der vergangenen Woche weitere 3,4 Prozent. Heibel sah am Montag (8.2.) aber nur eine sehr geringe Chance für einen weiteren Ausverkauf im Dax.

Börsenwoche 1.2. - 5.2.

Der Dax verlor 5, 2 Prozent. „Vieles deutet daraufhin, dass die Kurse weiterhin gen Süden driften, unterbrochen nur von kurzfristigen Gegenbewegungen“, sagte Stephan Heibel am Montag (1.2.).

Börsenwoche 25.1. - 29.1.

Der Dax kletterte leicht um 0,3 Prozent auf 9.798 Punkte.  Vor einer Woche warnte Stephan Heibel noch vor einer möglichen Abwärtsspirale. Diese könne, je länger die Baissephase an den Märkten dauere, eine eigene Dynamik entwickeln. „Noch ist es nicht soweit, doch wir werden diese Entwicklung aufmerksam verfolgen müssen“, sagte er am vergangenen Montag unter der Überschrift „Noch ist es nicht soweit“. (25.1.)

Börsenwoche 18.1. - 22.1.

Der Dax stieg um 2,3 Prozent. Heibels Erkenntnis am Montag (18.1.): Die Aktienbörsen sind nun in einer Baissephase. „Entsprechend dürften Kurssteigerungen in den kommenden Tagen nicht viel mehr als eine Zwischenerholung sein.“

Börsenwoche 11.1. -15.1

Der Dax stieg am Montag und Dienstag um mehr als 150 Punkte auf knapp 10.000 Zähler, rutschte  zum Wochenende aber wieder ab auf 9545 Punkte.  Heibels Prognose am Montag (11.): „Kurzfristig sorgt die maximale Niedergeschlagenheit der Anleger für eine moderate Gegenbewegung. Ob aus dieser Gegenbewegung eine Rally wird oder ob sie verpufft und neue Tiefs angesteuert werden, wird nach wie vor von der Entwicklung in China abhängen.“

Börsenwoche 14.12-18.12

Der Dax legte unter heftigen Schwankungen um 2,6 Prozent zu. Heibels Prognose am Montag (14.12.): „Das größere Überraschungspotential ist auf Seiten steigender Kurse zu sehen“.

Börsenwoche 7.12.-11.12

Der Dax verlor 3,8 Prozent. Der Volatilitätsindex VDax, der die Schwankungen des deutschen Leitindexes misst, stieg von 21 auf 27 Punkte. Heibels Prognose am Montag (7.12.): „Die Verunsicherung im Vorfeld der Entscheidung der US-Notenbank ist groß, so dass wir noch einige extrem volatile Tage erleben können. Entsprechend würde ich nicht alles auf eine Karte setzen, sondern mich für mehrere kleine Käufe bereithalten“.

Börsenwoche 30.11.-4.12

Der Dax verlor 4,8 Prozent. Am Montag (30.11.) kommentierte Stephan Heibel die Jubelstimmung so: „Je besser die Stimmung, desto leichter kann ein Pulverfass hochgehen“.

Börsenwoche 23.11. - 26.11

Der Dax rutschte am Montag (16.11.) ab, ehe eine Rally einsetzte. Der deutsche Leitindex  legte 3,8 Prozent zu. Am Montag (16..1) prognostizierte Stephan Heibel „heftige, aber begrenzte Korrekturen“, aber keinen nachhaltigen Kursrutsch.

Börsenwoche 9.11 - 13.11

Der Dax verlor in dieser Woche 2,5 Prozent. „Wer also von der gesunden Börsenverfassung profitieren möchte, braucht nun nicht mehr bei der kleinsten Korrektur zu kaufen“, lautet Heibels Ratschlag am Montag (9.11.). „Sie können sich mit Käufen meines Erachtens Zeit lassen, bis der Dax mal wieder fünf Prozent unter seinem vorhergehenden Hoch notiert“.

Börsenwoche 2.11. - 6.11.

Der Dax stieg um weitere 1,3 Prozent. Am Montag davor (2.11.) hatte Stephan Heibel  die Sommerkorrektur zu den Akten gelegt. Unter der Überschrift „Die Zuversicht schwindet“ war er der Auffassung, dass kurzfristige Rückschläge eine Kaufgelegenheit seien.

Börsenwoche 26.10 - 30.10

Der Dax stieg um 0,5 Prozent. Heibels Prognose am Montag (26.10): „Die Rally dürfte weiterlaufen“. Sein Ratschlag: „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“.

Börsenwoche 19.10. - 23.10.

Der Dax stieg um fast sieben Prozent und beendete den Handel bei über 10.800 Punkten. Heibels Prognose am Montag (19.10.): In den kommenden Tagen könnte der Dax bis auf 10.500 Punkte steigen. „Bei dieser Marke dürften wieder eine Reihe von Investoren ihre für viele Monate unter Wasser befindlichen Aktienpositionen auflösen und für eine weitere kleine Konsolidierung sorgen“.

Börsenwoche 12.10. - 16.10.

Der Dax blieb fast unverändert. Heibels Prognose am Montag (12.10.): „Eine Konsolidierung der erzielten Kursgewinne wird wahrscheinlich, dürfte jedoch nur kurze Zeit dauern“, sagt er. Es könnte sogar sein, dass der kleine Rücksetzer nur einen halben Handelstag dauert. „Im Wochenverlauf könnte die Rally durchaus noch höhere Kurse hervorbringen.“ Dass diese Rally aber nachhaltig ist, bezweifelte er.

 

Noch vor einer Woche waren diese fast depressiv und erkannten einen Abwärtsimpuls. In diesem Lager mit aktuell negativer Stimmung sind nur noch elf Prozent der Umfrageteilnehmer. Im Vergleich zum diesem heftigen Stimmungswandel ist das Lager der Ausgeglichenen, die seitwärts tendierende Kurse erkennen, mit 29 Prozent stabil geblieben.

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